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Die PR-Kolumne

An dieser Stelle geben Roger Homrich und sein Team im monatlichen Rhythmus Einblicke in die Öffentlichkeitsarbeit. Die Agentur PR-Partner Köln betreut seit 15 Jahren Mittelständler und Konzerne aus der IT-und TK-Branche.

Großes Betriebsjubiläum, aber die Presse kommt nicht. Neue Softwareversion pünktlich zur Messe, aber nur eine magere Meldung im Internet. Wenn Themen am redaktionellen Filter scheitern, liegt es nicht zwangsläufig an schlecht formulierten Pressemeldungen. Oft ist es der – aus Sicht der Presse – falsche Blick auf das vorgeschlagene Thema. Thomas Sprenger zeigt in seiner aktuellen Kolumne, wie Unternehmen Themen drehen und wenden müssen, bis sie redaktionstauglich sind.

Die Presseinfo – Teil 2: Themen statt Produkte

Sie haben eine Pressemitteilung an einen Verteiler von Branchenzeitschriften und Wirtschaftstiteln verschickt. Sie haben die fünf W-Fragen gleich am Anfang des Textes beantwortet. Die Sprache ist kurz, klar und sachlich. Und trotzdem will keine Redaktion das Thema haben. Selbst formal korrekt verfasste Presseinfos werden nicht automatisch berücksichtigt. Der Verfasser sollte vor dem Schreiben darum zunächst zwei Fragen klären: Ist mein Anliegen überhaupt relevant für die Presse und welches Medium soll hierzu etwas bringen?

Spürnase für gute Themen

Das Betriebsjubiläum mit dem Besuch des Bürgermeisters ist für die Lokalzeitung interessant. Einen Beitrag über ein Kundenprojekt gehört in ein Branchenmedium. In einem IT-Magazin darf der Autor auch mehr ins Detail gehen, da sich diese Medien an ein Fachpublikum richten. Beim Wunschmedium Wirtschaftspresse lässt sich ein Thema, geschweige denn ein Beitrag, kaum „platzieren“. Hierzu benötigen Mitarbeiter der Unternehmenspresse eine Fähigkeit, die gute Journalisten und PR-Fachleute auszeichnet: eine Spürnase für Themen.

Was ist damit gemeint? Ein Zeitungsjournalist denkt nicht in Produkten, sondern in Themen. So berichtete das Handelsblatt unlängst über computergestützte Wertgutscheine im Handel. Der Beitrag beschrieb aber keine konkreten Lösungen von Softwareherstellern, sondern die Renaissance der Rabattmarke an der Ladentheke. Der Redakteur greift also einen Trend auf und kein Produkt. Er will seinen Lesern etwas beschreiben, was ihren privaten oder beruflichen Alltag beeinflusst.

Eine Presseinfo zu einer neuen Softwarelösung für elektronische Wertgutscheine muss also auch den größeren Zusammenhang klar machen. Wenn das Unternehmen dann noch einen Trend mit einer Zahl belegt, umso besser. Journalisten sind in der Regel Generalisten. Wenn Sie ihnen den Kontext zur Nachricht liefern, können sie den Sachverhalt schneller einschätzen. Wer also überregionale Wirtschaftstitel von einem Thema überzeugen will, muss es umso stärker hin- und herdrehen, bis es passt.

Ass oder Tor?

Der Redaktionsalltag hingegen zeigt, dass noch immer viele Unternehmen diese Basisregeln nicht beherzigen. Sie scheitern dabei oft nicht am PR-Handwerk, sondern an ihrer Einstellung zur Presse. Wenn Sie vom Fußball zum Tennis wechseln, reden und denken Sie nicht mehr in Abseits, Viererkette und Sturm, sondern in Grundlinie, Netz, Volley und Rückhand. Wer also von Werbung zur PR wechselt, sollte bedenken, dass Redakteure nach anderen Regeln spielen und punkten als der Anzeigenleiter des Verlags. Der Anzeigenleiter verkauft Seiten gegen Geld. Was in der Anzeige steht, ist ihm dabei wurscht. Der Redakteur dagegen interessiert sich für Informationen und Inhalte. Solange sie den Standards seines Mediums genügen!

Der Fisch muss dem Wurm schmecken

Wie überzeugen Sie einen kritischen und gut informierten Kunden, der für Ihre Leistungen Geld ausgeben soll? Durch Eigenlob und indem Sie die ganze Zeit in Ihrem Branchenjargon bleiben? Oder indem Sie sich in seine Lage versetzen und seine Sprache sprechen? Das gilt auch für den Umgang mit Redaktionen. Darum gilt für alle Kommunikatoren die alte Anglerweisheit: Der Fisch muss dem Wurm schmecken und nicht dem Angler!

In der nächsten Ausgabe der PR-Kolumne geht es um die medienwirksame Organisation einer Pressekonferenz.

Infos zur Agentur PR Partner Köln finden Sie hier: www.prp-koeln.de

(Thomas Sprenger)


 


 

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