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Diesel-Aussperrung in Düsseldorf

Handwerkskammer hält Fahrverbote für unverhältnismäßig

Die Handwerkskammer Düsseldorf hat auf den Maßnahmenkatalog der Bezirksregierung zum Luftreinhalteplan reagiert, der in der Landeshauptstadt Sperrungen für Diesel-Autos rund um die Innenstadt nicht ausschließt. Kammerpräsident Andreas Ehlert hält nur Maßnahmenbündel für sinnvoll und lehnt „Kahlschlag-Lösungen“ ab.

Vor einer Verengung des Blickwinkels auf ein Fahrverbot warnt die Handwerkskammer Düsseldorf bei einer Novellierung des Luftreinhalteplans. Eine Aussperrung von Dieselfahrzeugen werde es „nicht geben können, da nahezu der gesamte Liefer-, Bau-, und Monteursverkehr dieselbetrieben sei“, so ihr Präsident Andreas Ehlert. „Fahrverbote sind unverhältnismäßig.“ Bestand könnten nur praktikable Lösungen haben, die die gesamte Breite der Verursacher einbeziehen: Erneuerung der Busse, Förderung von Carsharing, E-Mobilität, Umstieg auf und Förderung des ÖPNV, bessere Verkehrslenkung und Verkehrsverflüssigung, Verpflichtung des Schiffsverkehrs zur Nutzung von Landstrom und auch eine Planungswende hin zur „Stadt der kurzen Wege“, die eine Vertreibung der Arbeitsplätze ins Umland vermeidet.

Kahlschlag-Lösungen bedrohen Unternehmen und Arbeitsplätze

„Gesundheitsschutz ist dem Handwerk überragend wichtig. Unsere Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Millionen Euro in moderne, vermeintlich saubere Fahrzeuge investiert. Die Öffentliche Hand ist jedoch gehalten, das mildeste Eingriffsmittel zu finden – und nicht das vermeintlich einfachste. Es wäre eine Kahlschlag-Lösung“, betont Ehlert. „Straßen- und Innenstadtsperrungen legen den Wirtschaftsverkehr lahm, blockieren die Versorgung der Geschäfte, Bevölkerung und der Baustellen, verhindern , dass ein Großteil der Mitarbeiter ihren Betrieb und ihren Einsatzort erreichen und kostet die Existenz zahlreicher Unternehmen und Arbeitsplätze,“ wies Ehlert auf die Risiken eines Fahrverbots hin.

Fast jedes zweite Handwerksunternehmen betroffen

Nahezu jedes zweite Handwerksunternehmen im Großraum Düsseldorf wäre von einem Dieselfahrverbot in die Innenstadt existenziell betroffen, so das Ergebnis einer Umfrage der Handwerkskammer unter Mitgliedsunternehmen im Großraum Düsseldorf. 83 Prozent des Fuhrparks des Handwerks ist nach dieser Erhebung dieselbetrieben. Das Gros der Handwerkerflotte sind neue oder nur wenige Jahre alte Fahrzeuge in Euro V und Euro VI-Norm. Nur zehn Prozent der von der Kammer befragten Unternehmen bestätigen, dass es für sie eine Umrüstungsmöglichkeit auf alternative Antriebe gebe. Ehlert: „Solange keine Motoren und Antriebe am Markt verfügbar sind, die für Nutzfahrzeuge aller Gewichtsklassen die erforderlichen Emissionsgrenzwerte einhalten, müssen vorhandene, zugelassene Fahrzeuge gemäß ihrer üblichen Nutzungsdauer überallhin bewegt werden dürfen.“

(Redaktion)


 


 

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