Weitere Artikel
LeseBox in Düsseldorf / Interview

Kleine und große Prinzen lesen vor

Am Wochenende vom 6. bis zum 8. Juli sollten sich Besucher und Bewohner Düsseldorfs nicht wundern, wenn sie beim Stadtbummel unbekannte Stimmen hören: Die LeseBox macht zum zweiten Mal Station in der Düsseldorfer Altstadt.

Reingehen, Buch schnappen und vorlesen lautet die Devise. Drinnen ist es gemütlich - und draußen hören die Passanten nur die Stimme des Vorlesenden. 

Die Lesung wird innerhalb und außerhalb der Box auf Video festgehalten und im Anschluss auf youtube und der LeseBox-Internetseite veröffentlicht. Mitmachen können alle: Das vielseitige Programm der LeseBox bietet für jeden etwas. Junge und alte, schnelle und langsame Leser, Düsseldorfer – und Nicht-Düsseldorfer.

Business-on hat sich mit dem Erfinder der LeseBox, Bastian Krumeich, getroffen und ihn zu seinem Lese-Projekt befragt.

b-on: Herr Krumeich, die LeseBox ist nun bereits zum 2. Mal in Düsseldorf zu Besuch. Sie selbst wohnen aber in Berlin. Warum ist für die LeseBox Düsseldorf die Stadt der Wahl?

Krumeich: Obwohl ich mittlerweile seit einigen Jahren in Berlin wohne, bin ich im Herzen nach wie vor Düsseldorfer. Daher freue ich mich, dass wir mit unserer LeseBox wiederholt hier zu Gast sein dürfen. Zudem sind Städte wie Berlin oder Hamburg mit Kunstaktionen jeglicher Art nahezu überlaufen. Hier in Düsseldorf ist die Gefahr deutlich geringer, dass die LeseBox-Aktion einfach verpufft. Und außerdem ist Düsseldorf Kunst- und Kulturmetropole – da passen wir doch gut rein.

b-on: Wie ist die LeseBox im vergangenen November aufgenommen worden?

Krumeich: Sehr gut. Unser Plan, Lesen zum Thema zu machen und Spaß am Vorlesen, aber auch Zuhören zu wecken, ging auf. Die LeseBox kam an, da Bücher nach wie vor viele Menschen faszinieren. Alles in allem war die Aktion ein voller Erfolg.

b-on: Und was waren Ihre Highlights der letzten Aktion?

Krumeich: Eigentlich hat jeder Tag definitiv Highlights geboten. Wenn ich mich festlegen muss, war der Wettbewerb „LeseAkrobaten“ mein Lieblingsprogrammpunkt. Ich hatte schon immer die fixe Idee, einen Lesewettbewerb zu inszenieren, in dem entweder besonders schnell oder aber langsam vorgelesen wird. Denn diese andere Art des Vorlesens bringt die Idee der BuchBewegung auf den Punkt: nämlich anders zu lesen und vorzulesen, mit einem neuen Blickwinkel an die Sache heranzugehen. Außerdem ist es durchaus unterhaltsam, wenn Menschen im Eil- bzw. Schneckentempo vorlesen.

b-on: Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich in diesem Jahr ganz besonders?

Krumeich: Ganz klar: Ich freue mich auf jede Aktion und bin gespannt darauf, wie sie funktionieren und angenommen werden. Eine Besonderheit wird mit Sicherheit die Auftaktveranstaltung, unsere KleinePrinzen-Lesung. In diesem Jahr werden wir dabei groß auffahren und mal ganz neue Dinge ausprobieren: Wir haben zwei Schauspieler ins Boot geholt, die gemeinsam mit den Kindern aus dem Bestseller „Der kleine Prinz“ vorlesen. Außerdem haben wir mit Daniel Hoffknecht von der „Tim Bendzko“-Band einen tollen Gitarristen dabei. Daniel wird die Lesung mit der Gitarre begleiten. Es wird also anders, vielfältiger als im letzten Jahr und darauf bin ich schon sehr gespannt.

b-on: Werden auch prominente Personen den Düsseldorfern etwas vorlesen?

Krumeich: Ja, es sammelt sich zunehmend. Gerade hat sich Frau Dr. Esther Betz, die Herausgeberin der Rheinischen Post angekündigt. Sie wird am Samstag zwischen zwölf und dreizehn Uhr bei der LeseBox dabei sein. Darüber freue ich mich wirklich sehr. Und auch ein Düsseldorfer Urgestein wird die LeseBox besuchen: Josef Hinkel, stadtbekannter Kult-Bäcker und Vorsitzender des Düsseldorfer Karnevalsvereins. Auch er wird am Samstag zwischen zwölf und dreizehn Uhr an der LeseBox sein. Im Anschluss kommen dann die RP-Redakteure Onkelbach und Herrendorf, die die Aktion DüsselDorf begleiten werden und aus dem Buch „55 Dinge, die man in Düsseldorf erlebt haben sollte“ vorlesen.

b-on: Am Sonntag dürfen Leseratten aus ihrem HerzBuch vorlesen. Was ist ihr persönliches Lieblingsbuch und warum sollte man es gelesen haben?

Krumeich: Die HerzBuch-Aktion am Sonntag wird etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal dürfen die Leute nicht nur aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen, sondern auch darüber erzählen. Ich bin gespannt wie das ankommen wird. Mein persönliches Lieblingsbuch … schwierige Frage. Ein Buch was mich gefesselt hat und welches ich nur schwer aus der Hand legen konnte, war „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Die Geschichte hat mich förmlich aufgesogen, so dass ich sogar eine Nachtschicht eingelegt habe nur um weiterzulesen. Das Buch, welches mich am meisten geprägt hat, ist allerdings ein Sachbuch. Und zwar „Das Peter-Prinzip“ von Laurence J. Peter. Es ist humoristisch geschrieben, aber dennoch wissenschaftlich und erklärt hierarchische Systeme und warum sie zum Scheitern verurteilt sind. Wenn man dieses Buch gelesen hat, geht man mit einer gewissen Leichtigkeit durchs Leben. Denn man weiß, dass alles seinen Grund hat.

(Katharina Schulze)


 


 

LeseBox
Buch
Sebastian Krumeich
Lieblingsbuch
Menschen
Vorlesen
Düsseldorfer Altstadt
HerzBuch
Kleiner Prinz
Carlos Ruiz Zafón
Das Peter-Prinzip
Laurence J. Peter
Onkelbach
Herrendorf
"55 Dinge"

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "LeseBox" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: