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Düsseldorf

Ein neues Gesicht für das Herz der Stadt

Düsseldorf will dem zentralsten Bereich seiner Innenstadt ein neues Gesicht geben. Dazu hat die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt jetzt einen mit 150.000 Euro dotierten städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb ausgeschrieben. Zehn Architekten lädt die Stadt ein, weitere 20 können sich im Rahmen des Wettbewerbs um die Teilnahme bewerben.

Möglich wird die Neugestaltung durch den Bau der neuen U-Bahn-Strecke "Wehrhahn-Linie", da dadurch viele Flächen frei werden. Nachdem die Überlegungen für den Jan-Wellem-Platz als erstem Abschnitt des Kö-Bogens bereits voranschreiten, geht es nun um die Gestaltung der umliegenden Flächen. Oberbürgermeister Dirk Elbers: "Mit dem Wettbewerb wollen wir die besten Ideen finden, das Stadtbild der Zukunft in diesem Bereich zu gestalten. Der Wegfall des Tausenfüßlers, der Bau der Wehrhahn-Linie sowie die Verlagerung des Autoverkehrs unter die Erde in Tunnel bieten dazu herausragende Chancen."

Beste ideen für das Stadtbild der Zukunft

Das Wettbewerbs-Gebiet umfasst im Westen den Übergang der Innenstadt zum Hofgarten, vom Nordende der Königsallee vorbei an der geplanten Promenade am Jan-Wellem-Platz und entlang der Hofgartenstraße bis zur Achse Maximilian-Weyhe-Allee – Jägerhofstraße. Im nördlichen Teil umschließt es das Ensemble des Dreischeiben-Hauses und des Schauspielhauses um den vorgelagerten Gustaf-Gründgens-Platz, im zentralen Bereich die Haupteinkaufsstraße Schadowstraße zwischen dem Schadowplatz im Westen und der Bleichstraße im Osten. Der südliche Teil des Plangebietes umfasst das historische Ensemble des Martin-Luther-Platzes mit Justizministerium und Johanniskirche sowie die heute durch das Zusammentreffen der Berliner Allee, der Immermannstraße und der beiden Abfahrtsrampen der Hochstraße "Tausendfüßlers" stark vom Verkehr dominierten Räume südlich der Schadowstraße.

Verkehr unter die Erde

Ausgangsbasis der neuen städtebaulichen Möglichkeiten sind umfangreiche Verkehrsplanungen, durch die der Verkehr unter die Erde gebracht wird. So werden im Zusammenhang mit dem auf dem Jan-Wellem-Platz entstehenden Komplex Kö-Bogen im ersten Bauabschnitt zwei Tunnel gebaut, einer in Süd-Nord und einer in Nord-West-Richtung. Im Süd-Nord-Tunnel zweigt eine Tunnelröhre in westlicher Richtung ab. Die heute ebenerdigen Verkehre im Bereich Berliner Allee und Jan-Wellem-Platz/Nordende der Königsallee werden durch diese Tunnel aufgenommen. Bestehen bleibt oberirdisch vorerst nur der Verkehr in Nord-Süd-Richtung über die Hochstraße "Tausendfüßler". Im zweiten Bauabschnitt folgen der Abriss des Tausendfüßlers und die entsprechende Tunnelröhre in Nord-Süd-Richtung, die damit diesen Bereich der Innenstadt endgültig vom oberirdischen Verkehr befreit und eine Verbindung der heute noch getrennten beiden Teile des Hofgartens ermöglicht. Im Zuge der Baumaßnahmen für die Wehrhahn-Linie ist der Corneliusplatz zu einem Hauptbaubereich geworden und der Schalenbrunnen, der den Platz bestimmte, wurde entfernt und wird konserviert. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird dieser Platz in seiner historischen Form vollständig wieder hergestellt.

Rahmenbedingungen des Wettbewerbes

Im Ausschreibungstext des Wettbewerbes wurden den planenden Architekten einige Vorgaben gemacht. So zählt es zu den zentralen Aufgaben, die nördlich an die Einkaufszone der Schadowstraße angrenzenden Räume zwischen den prägnanten Solitären und der neuen Bebauung auf dem Jan-Wellem-Platz in einen gestalteten öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität für Fußgänger umzuwandeln, der einen Übergang bis zum Hofgarten ohne Barrieren ermöglicht. Die Gestaltung der ehemaligen Verkehrsräume sowie die Umwandlung des Gustaf-Gründgens-Platzes in einen repräsentativen Stadtraum unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Gebäude Dreischeiben-Hauses und Schauspielhaus ist aus Sicht der Stadt ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Ein weiterer besonderer Aspekt ist der städtebauliche Umgang mit dem neu geschaffenen Freiraum, der durch den Wegfall des Tausenfüßlers entsteht.

Der Schadowplatz, der heute nur von zwei Seiten eingefasst ist, erhält durch die Bebauung des Jan-Wellem-Platzes im Rahmen des ersten Bauabschnittes Kö-Bogen eine nördliche Begrenzung und somit einen eindeutigen Platzcharakter. Hier soll Aufenthaltsqualität direkt an der zentralen Lauflage der Schadowstraße geschaffen werden.

Über bestehende Baublöcke nachdenken

Ausdrücklich fordert die Stadt Düsseldorf in der Ausschreibung dazu auf, Gedanken für den Umgang mit den bestehenden Ensembles zu liefern. Das gilt vorrangig für die Bebauung der so genannten Tucht-Insel wie auch für den Baublock zwischen Gustaf-Gründgens-Platz im Westen und Norden, die Bleichstraße im Osten und der Schadowstraße im Süden. Lösungsvorschläge können sowohl für den Erhalt als auch für Abriss oder Neubau geliefert werden.

Offene Gewässerverbindung

Die heute als Betondurchlass bestehende Gewässerverbindung Innere Nördliche Düssel zur Landskrone soll mit dem Bau des Kö-Bogen-Straßentunnels und dem dadurch an der Oberfläche entfallenden Autoverkehr als offenes Gewässer geführt werden. Die Gewässer sind heute über einen 72 Meter langen Durchlass miteinander verbunden. Die Landskrone soll im Rahmen des Projektes Kö-Bogen am historischen Vorbild orientiert – soweit wie möglich an die Königsallee geöffnet – herangeführt werden.

Zehn Architekturbüros sind gesetzt

Folgende zehn Architekturbüros hat die Stadt Düsseldorf bereits für den Wettbewerb nominiert:
jfa jacques ferrier architectures, Paris (F) mit agence ter/Prof. Henri Bava, Paris (F); David Adjaye Associates, London (UK) mit TOPOTEK1, Berlin (D); Ortner & Ortner Baukunst, Wien (A) mit Atelier Loidl, Berlin (D); Diener und Diener, Basel (CH) mit Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich (CH); Jo Coenen & Co, Maastricht (NL) mit Gabriele Kiefer, Berlin (D):
MVRDV, Rotterdam (NL) mit Susanne Burger , München (D); Weinmiller Architekten, Berlin (D) mit Hannelore Kossel, Berlin (D); Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin (D) mit st raum a , Berlin (D); André Poitiers, Hamburg (D) mit arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg (D) und alleswirdgut, Wien (A) mit Valentien & Valentien, München (D).

Termine
Bis zum 15. Oktober können sich nun weitere Teams nach der EU-weiten Veröffentlichung bewerben. Am 27. Oktober befindet die Auswahlkommission über die endgültige Teilnahme von 20 weiteren Teams. Im November wird es ein Auftaktkolloquium mit den teilnehmenden Architekturbüros geben. Im Januar werden zehn Teilnehmer für die zweite Phase ausgewählt und öffentlich präsentiert. Im Rahmen der öffentlichen Präsentation hat auch die Bevölkerung die Möglichkeit, ihre Anregungen einzubringen. Bis März werden die endgültigen Arbeiten anonym abgegeben. Anfang April 2009 soll dann das Ergebnis feststehen.

(Redaktion)


 


 

Städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb
Innenstadt Düsseldorf

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