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16-stündige Verhandlung

Einigung in der Textilindustrie erzielt

Die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie bekommen mehr Geld. Wie die IG Metall am Dienstagmorgen nach 16-stündigen Verhandlungen in Gladbeck mitteilte, verständigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der vierten Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss. Danach erhalten die rund 120 000 Beschäftigten für die Monate April und Mai eine Einmalzahlung von 200 Euro. Ab dem 1. Juni steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 3,6 Prozent.

Die Auszubildenden bekommen den Angaben zufolge zur Erhöhung von 3,6 Prozent zusätzlich monatlich 30 Euro und jeweils die Hälfte der Einmalzahlungen. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt zwölf Monate.

Der IG-Metall-Verhandlungsführer Michael Jung äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis. «Wir haben spürbare Einkommensverbesserungen durchgesetzt, die eine dauerhafte Beteiligung am wirtschaftlichen Aufschwung der Branche gewährleisten», sagte er. Das Ergebnis sei nur aufgrund der massiven Warnstreiks der vergangenen Tage zustande gekommen.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Wolfgang Brinkmann, bezeichnete den Abschluss als «schwierigen Kompromiss, der über die Schmerzgrenze» hinausgehe. Das Ergebnis stelle «eine schwere Hypothek für die Arbeitsplätze» in den Betrieben dar. Es seien «komplexe Verhandlungen» gewesen, die durch «die hohe Erwartungshaltung» nach den Abschlüssen in anderen Branchen «deutlich erschwert» worden seien.

Das Tarifergebnis sieht weiterhin vor, dass die Regelung zur Altersteilzeit in ihrer jetzigen Form bis Ende 2009 verlängert wird. Expertengruppen werden zudem Gespräche über einen gemeinsamen Entgeltrahmen- Tarifvertrag und zu Arbeitszeitfragen außerhalb der Tarifrunde aufnehmen. Bis Ende Januar 2009 sollen dazu erste Ergebnisse vorliegen. Auch haben die Arbeitgeber den Angaben zufolge ihre Gesprächsbereitschaft erklärt, über das Thema «Übernahme von Ausgebildeten» zu sprechen. Eine Zwangsverpflichtung zur Übernahme wurde dagegen abgelehnt.

Zum Auftakt der Verhandlungen hatten am Montagnachmittag rund 400 Beschäftigte in Gladbeck demonstriert, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bereits in der vergangenen Woche hatten rund 6300 Beschäftigte in der nordrhein-westfälischen Textilindustrie vorübergehend ihre Arbeit niedergelegt. In Nordrhein-Westfalen sind 40 000 Menschen in der Branche beschäftigt.

(Quellen: alle in Mitteilungen)

(Redaktion)


 


 

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