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Architektenparlament fordert

Ende der Hängepartie - Novelle der Honorarordnung muss jetzt kommen!

Die HOAI-Novelle duldet keinen weiteren Aufschub!“ Einstimmig verabschiedete die 53. Vertreterversammlung (VVS) der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen jetzt eine Resolution, mit welcher der Gesetzgeber aufgefordert wird, den für Mitte dieses Jahres zugesagten zweiten Referentenentwurf zur Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) jetzt „unverzüglich“ vorzulegen.

"Es ist eine Zumutung, wie die über 200.000 Architekten und Bauingenieure in diesem Land Monat für Monat vertröstet und hingehalten werden“, rief der Präsident der Architektenkammer, Hartmut Miksch, auf der Jahrestagung des nordrhein-westfälischen Architektenparlaments am Wochenende (18.10.08) in Königswinter unter heftigem Applaus der rund 200 Delegierten.

Einstimmige Resolution verabschiedet

Das höchste Gremium der nordrhein-westfälischen Architektenschaft verabschiedete einstimmig eine Resolution, mit der die zugesagte Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure eingefordert wird. „Der gegenwärtige Zustand ist unhaltbar, da die Existenz vieler Architekturbüros auf dem Spiel steht“, mahnen die Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus Nordrhein-Westfalen.

Protest gegen die Novellierung des HOAI

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 29. Mai 2008 einen ersten Referentenentwurf für die seit Jahren angekündigte Novellierung der HOAI zurückgezogen, nachdem dieser bei Architekten und Ingenieuren auf breite und einhellige Ablehnung getroffen war und zu erheblichen Protesten geführt hatte. Das Ministerium sagte zu, einen neuen Entwurf noch im Sommer 2008 vorzulegen. Nachdem dieser Termin ohne Ergebnis verstrichen war, wurde der Oktober dieses Jahres als neues Datum für die Vorlage genannt. Und es zeichnet sich ab, dass die Architekten und Ingenieure in Deutschland erneut vergebens warten werden.

"Honorare sind nicht mehr auskömmlich!" 

„Den Verantwortlichen im Bundeswirtschaftsministerium ist die Lage der Architektinnen und Architekten in Deutschland offenbar noch immer nicht klar“, vermutet Hartmut Miksch. Die Honorare für Architekten und Ingenieure sind seit zwölf Jahren nicht mehr angepasst worden. Mehrere Gutachten belegen, dass die Honorare schon lange nicht mehr auskömmlich sind. „Die viel zu niedrigen Sätze haben im Konzert mit der schlechten baukulturellen Lage der vergangenen Jahre dazu geführt, dass Büros Mitarbeiter entlassen mussten und nicht wenige in die Insolvenz gegangen sind.“

So sind die Lebenshaltungskosten seit 1996 um 24 Prozent gestiegen. In gleichem Maße sind damit auch die Kosten für ein Architekturbüro gewachsen, ohne dass ein Ausgleich über höhere Honorareinnahmen möglich gewesen wäre.

Resolution der Vertreterversammlung

Die Resolution der Vertreterversammlung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen fordert die Vorsitzenden der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien und Fraktionen auf, beim Bundeswirtschaftsminister „die unverzügliche Vorlage und Einleitung der 6. HOAI-Novelle“ einzufordern. „Durch die Untätigkeit - insbesondere des Bundeswirtschaftsministeriums - werden tagtäglich Arbeitsplätze unwiederbringlich vernichtet, geht wertvolles Know-how in den Architektur- und Ingenieurbüros dauerhaft für unser Land verloren“, heißt es weiter in dem Resolutionstext. Für den Fall, dass die Bundesregierung das zugesagte Novellierungsverfahren wegen europarechtlicher Fragen in diesem Jahr nicht mehr zu einem Abschluss bringen kann, besteht die Vertreterversammlung der größten deutschen Architektenkammer darauf, dass die HOAI zumindest als „Inländerregelung“ eingeführt wird. Das würde bedeuten, dass die Honorarregeln nur für Architekten und Ingenieure mit Sitz in Deutschland gelten, so dass der Vorwurf ausgeräumt würde, die HOAI behindere ausländische Architekten in ihrer Dienstleistungsfreiheit.

20-prozentige Erhöhung der jetzigen Werte der Honorartafel 

Unmittelbar realisiert werden muss nach Auffassung der Vertreterversammlung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen insbesondere eine mindestens 20-prozentige Erhöhung der jetzigen Werte der Honorartafel, damit die Architektur- und Ingenieurbüros in Deutschland endlich wieder eine Grundlage zu einem auskömmlichen Wirtschaften erhalten. „Die Hängepartie für die 200.000 Architekten und Bauingenieure in Deutschland, ihre Angestellten und Familien muss endlich ein Ende haben“, fordert Kammerpräsident Hartmut Miksch. „Andernfalls werden die Proteste erneut aufflammen!“

(Redaktion)


 


 

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