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IHK Düsseldorf

Fachkräfte dringend gesucht!

"Der Konjunkturaufschwung ist auf dem regionalen Arbeitsmarkt angekommen. Die Unternehmen beschäftigen mehr Personal als noch vor Jahresfrist. Aber selbst an einem für Arbeitnehmer so attraktiven Standort wie der Region Düsseldorf haben die Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Dieser Mangel dämpft bereits den Beschäftigungsaufbau“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Udo Siepmann die Ergebnisse einer aktuellen IHK-Umfrage.

So suchten vor Jahresfrist in der Landeshauptstadt Düsseldorf erst 15 Prozent der Unternehmen vergeblich Fachkräfte. Im Spätsommer 2007 habe sich dieser Anteil mit 55 Prozent bereits mehr als verdreifacht. Auf der – häufig vergeblichen – Suche nach Fachkräften seien in erster Linie die Verbrauchsgüter-industrie (83 Prozent der Unternehmen), die Vorleistungsgüterpro-duzenten (79 Prozent) sowie das Baugewerbe (78 Prozent). Bei nahezu sieben von zehn aller befragten Unternehmen, die aktuell offene Stellen nicht besetzen konnten, sei der Fachkräftemangel gegenüber dem Vorjahr gestiegen, bei fast allen übrigen genauso hoch wie im Spätsommer 2006.

Mangel an Ingenieuren und IT- Fachkräften

Erfolglos suchten die Unternehmen vor allem Ingenieure (65 Prozent) und Fachkräfte mit IT-Berufen (54 Prozent). So gut wie kein Mangel herrsche dagegen an Personal mit naturwissenschaftlichen oder mit juristischen Berufen. Erfolglos waren zudem 46 Prozent der Düsseldorfer Unternehmen bei der Besetzung freier Stellen in den Serviceberufen.

Erfolgreiche Hochschulabsolventen

Feststellbar sei auch, dass der Fachkräftemangel mit steigendem Qualifikationsniveau deutlich zunehme. So suchten die Unternehmen vor allem erfolglos nach Hochschulabsolventen, in Düsseldorf mit 72 Prozent vornehmlich nach Master-Absolventen gefolgt von Akademi-kern mit Bachelor-Abschluss (63 Prozent). „Diese Prozentzahlen dürfen aber nicht zu dem Trugschluss führen, dass es ausschließlich an Akademikern fehlt“, warnt Siepmann. Denn auch Arbeitskräfte mit einer praktischen Ausbildung ständen derzeit hoch im Kurs: In Düsseldorf suchten beispielsweise 57 Prozent der Unternehmen, vornehmlich aus der Industrie, vergeblich nach Fachwirten beziehungsweise Meistern. Dahinter, so Siepmann weiter, verberge sich nichts weiter als ein schleichender Prozess zunehmenden Fachkräftemangels. „Wenn durch den fehlenden Entwicklungsingenieur der Zeitplan für die Produkteinführung nicht gehalten werden kann, merken das die Unternehmen sofort. Fehlt hingegen ein Hilfsarbeiter, wird die Lücke zwar auch sofort erkannt, kann aber häufig beispielsweise über Zeitarbeit geschlossen werden. Fehlt jedoch heute ein Auszu-bildender, so bedeutet das meist aktuell noch keinen Engpass. Diese latente Lücke wird sich aber einige Jahre später deutlich bemerkbar machen“, warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Mehr Ausbildung

Die IHK-Befragung zeige aber deutlich, dass das Thema Fachkräftemangel längst in den Unternehmen angekommen sei. Und die regionale Wirtschaft reagiere darauf. So planten 43 Prozent der befragten Unternehmen, künftig mehr auszubilden. In die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter beabsichtigten sogar 69 Prozent der Düsseldorfer Betriebe, künftig mehr zu investieren. Ferner gewinne das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zunehmend an Bedeutung: 45 Prozent der befragten Unternehmen würden hierin eine Chance sehen. Auch setze die Düsseldorfer Wirtschaft mit 43 Prozent der befragten Unternehmen künftig stärker auf die Suche nach Fachkräf-ten im Ausland.

Wiedereingliederung älterer Arbeinehmer

„Unsere Umfrage zeigt klar, wohin die Reise gehen sollte“, so Siepmanns Resümee. „Neben den eigenen Qualifizierungsanstrengungen gehe es um die Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer und um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um das vor-handene und dringend benötigte Fachkräftepotenzial ausschöpfen zu können. Ferner erhofft sich die Wirtschaft angesichts der demo-grafischen Entwicklung von der Politik eine klare Regelung, die die Zuwanderung für qualifizierte ausländische Arbeitnehmer erleichtert“.


(Redaktion)


 


 

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