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Krisenbank sorgt für Krach

Finanzminister erwartet bis Ende März Klarheit bei WestLB-Jobabbau

Die knapp 6000 Mitarbeiter der angeschlagenen Westdeutschen Landesbank (WestLB) sollen bis zum Monatsende erfahren, wer von ihnen entlassen wird. «Bis Ende März haben wir da hoffentlich Klarheit», sagte Finanzminister Helmut Linssen (CDU) am Donnerstag in einer Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses im Düsseldorfer Landtag. Es sei Aufgabe der Bank nun möglichst rasch Klarheit zu schaffen, an welchen Standorten und in welchen Abteilungen der Bank Arbeitsplätze abgebaut werden. 1300 bis 1500 Bankmitarbeiter sollen wegen der Krise gehen.

Nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) müsse die WestLB «ihre Hausaufgaben machen», sagte Linssen. Das im Februar beschlossene Restrukturierungsprogramm solle zügig umgesetzt werden. Es bleibe auch dabei, dass die WestLB-Eigentümer Interesse an einer Beteiligung an der Mittelstandsbank IKB haben, betonte der Finanzminister: «Darüber hinaus ist die Konsolidierung des gesamten Landesbanken-Sektors in unserem Interesse.»

SPD und Grüne kritisierten, dass der Minister keine Details zu den geplanten Milliardenhilfen für die Bank vorlege. «Das ist ein Offenbarungseid», sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Ewald Groth. Linssen müsse dem Landtag endlich einen Plan vorlegen, wie und wann die öffentlichen Finanzhilfen für die WestLB ausgezahlt werden sollen. Der Grünen-Politiker deutete die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses an, falls die Landesregierung den Landtag weiterhin nicht informiere.

Die WestLB sei wegen des Versagens der Landesregierung «ziellos und führungslos», sagte die SPD-Finanzexpertin Gisela Walsken. Offenbar sei Finanzminister Linssen nicht mehr «Herr des Verfahrens». Bereits im vergangenen Jahr habe die Regierung wertvolle Zeit für die Zukunft der Bank verspielt.

Die Fusion von WestLB und Helaba war Ende Februar gescheitert. Die WestLB ist durch Fehlspekulationen und die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet die WestLB einen Verlust von etwa einer Milliarde Euro. Das Land NRW und die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sind die Haupteigentümer der Bank.

(Quellen: alle im Düsseldorfer Landtag)

(Redaktion)


 


 

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