Weitere Artikel
Firmenschenkung und Vererbung

Gerichtsentscheid könnte Schenken verteuern

Am 8. Juli verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Gültigkeit des derzeit geltenden Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes. Das führt zu Verunsicherung und Nachfragen bei Steuerberatern.

Aktuell gewährt der Fiskus (zur Fiskus Definition) bei Firmenschenkungen und -vererbungen einen Steuernachlass von 85 Prozent, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: Das Unternehmen muss unter Leitung des neuen Firmenchefs über fünf Jahre 400 Prozent der ursprünglichen Lohnsumme auszahlen. Zudem darf das Verwaltungsvermögen 50 Prozent des Firmenwerts nicht übersteigen. Zum Verwaltungsvermögen gehören zum Beispiel Wertpapiere und vermietete Immobilien. Auch eine vollständige Befreiung von der Schenkungsteuer ist möglich. Dafür ist es nötig, dass der Unternehmensnachfolger das Unternehmen sieben Jahre weiterführt und 700 Prozent der ursprünglichen Lohnsumme auszahlt. Zudem dürfen nur zehn Prozent des Firmenwerts zum Verwaltungsvermögen zählen. Die Lohnsummenregel findet aber keine Anwendung, wenn das Unternehmen weniger als 20 Mitarbeiter hat. Wichtig ist nur, dass sich der Nachfolger unwiderruflich für eine der beiden Varianten entscheidet. „Besonders Unternehmer und Gesellschafter von gewerblichen Unternehmen sollten jetzt überlegen, ob sie schon zu Lebzeiten ihr Unternehmen oder Anteile daran an Nachfolger aus der Familie übertragen, denn vermutlich wird Schenken durch das Urteil des Gerichts nicht billiger“, sagt Markus Jansen, Partner bei der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft HLB Dr. Schumacher & Partner.

Schenkung zu Lebzeiten kann Steuern sparen

„Das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist für viele ein Anlass, um nach den Bedingungen von Schenkungen zu fragen“, berichtet Jansen. Auch für Eltern und Großeltern gilt: Wenn sie bereits zu Lebzeiten damit beginnen, ihr Vermögen an den Nachwuchs abzugeben, kann dieser Steuern sparen. Was später vererbt würde, lässt sich auch vorher schenken – am besten über Jahre hinweg. So lassen sich die Steuerfreibeträge bei Schenkungen sinnvoll ausschöpfen. Die Höhe der Freibeträge hängt vom Verwandtschaftsverhältnis ab. Jedes Elternteil darf seinem Kind alle zehn Jahre 400.000 Euro schenken, ohne dass Schenkungsteuer anfällt. Oma und Opa dürfen je Großelternteil jedem Enkelkind alle zehn Jahre 200.000 Euro steuerfrei überlassen. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können sogar Vermögen von bis zu 500.000 Euro steuerfrei erhalten. Für Geschwister, nicht eingetragene Lebenspartner, den entfernteren Familienkreis und Freunde sieht der Fiskus einen Freibetrag von 20.000 Euro vor.

(Redaktion)


 


 

Firmenschenkung
Firmenvererbung
Schenkungssteuer
HLB Dr. Schumacher & Partner
Bundesverfassungsgericht
Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Firmenschenkung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: