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Männlich und jung - Geflüchtete Menschen am NRW-Arbeitsmarkt

Wer den steinigen Weg einer Flucht auf sich genommen hat, um Elend und Krieg zu entkommen, ist froh und dankbar, sich in sicheren Verhältnissen wiederzufinden. Auch diese Menschen möchten nun eigenständig ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht erstmals Zahlen zur Situation geflüchteter Menschen am Arbeitsmarkt in NRW.

Im Juni waren 37.335 Menschen, die als Flüchtlinge nach NRW gekommen sind, bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das entspricht 5,2 Prozent aller im Bundesland arbeitslos gemeldeten Menschen und 18,6 Prozent aller in NRW gemeldeten arbeitslosen Ausländer. Die überwiegende Mehrzahl, 28.980 Menschen oder 77,6 Prozent, stammen aus nur acht Herkunftsstaaten, die meisten aus Syrien mit 20.110 Personen.

Vorbereitende Maßnahmen

Mit 37.729 wurden etwa noch einmal so viele Menschen im Juni von den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern betreut. Überwiegend nahmen sie an Programmen und Maßnahmen teil. Dazu gehören vor allem Integrationskurse oder Programme wie die Perspektiven für Flüchtlinge im Handwerk, die auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereiten und durch berufsbezogenen Sprachunterricht flankiert werden.
In der Addition mit den als arbeitslos gemeldeten Geflüchteten ergab diese Gruppe im Juni 75.064 Geflüchtete, die in NRW Arbeit suchen.

Bildungsniveau noch nicht vollständig erfasst

Geflüchtete Menschen in NRW sind überwiegend männlich und jung. Ungefähr drei Viertel der im Juni arbeitslos gemeldeten Geflüchteten war männlich - 26.636 Personen oder 71,3 Prozent. Mehr als die Hälfte oder 21.734 Personen (58,2 Prozent) hat das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet; 8.029 arbeitslose Geflüchtete oder 21,5 Prozent waren unter 25 Jahren. Lediglich 5,6 Prozent der Arbeitslosen waren über 55 Jahre alt. Die Frage nach der Schulbildung dieser Menschen lässt sich derzeit noch nicht abschließend beantworten. Bei 26,8 Prozent der arbeitslosen geflüchteten Menschen lagen im Juni noch keine geprüften und eingeordneten Angaben vor. Von den Menschen, deren Schulbildung besitzen ist, besaßen 12.664 Menschen keinen und 4.015 den Hauptschulabschluss. Rund ein Fünftel oder 7.565 Menschen haben Abitur.

Vage Vorstellungen

Auch bei den beruflichen Zielen der Geflüchteten gab es mit 19,0 Prozent einen hohen Anteil noch ohne Angabe.

Viele Geflüchteten haben noch keine Vorstellung, was sie arbeiten können und wie sie ihre Kompetenzen in den NRW-Arbeitsmarkt einbringen können. Das trifft auf ungefähr ein Fünftel oder 19,0 Prozent zu. Nach dem jetzigen Stand strebten im Juni 64,6 Prozent der arbeitslosen geflüchteten Menschen eine Helfertätigkeit an. Das korrespondiert mit den bisherigen Auswertungen, die sich auf die arbeitslosen Staatsangehörigen aus Syrien, Irak und Iran bezog. 6.136 oder 16,4 Prozent gaben als Wunsch eine Stelle mindestens auf dem Niveau der Fachkraft an.

Der Arbeitsmarkt für Geflüchtete nach Rechtskreisen und Regionen

Anteilig an der Gesamtzahl der Geflüchteten in den Rechtskreisen SGB II und SGB III werden besonders viele Menschen von den Agenturen für Arbeit in den Arbeitsmarktregionen Südwestfalen mit 42,4 Prozent und Ostwestfalen-Lippe mit 35,1 Prozent betreut. Dort liegen auch die Agenturbezirke, in denen der Anteil der Geflüchteten im SGB III am höchsten liegt: Im Agenturbezirk Paderborn werden 56,0 Prozent aller Geflüchteten durch die Agentur für Arbeit betreut, in Meschede-Soest 52,7 Prozent. Spitzenreiter im Rheinland an der anteiligen Betreuung ist die Agentur für Arbeit Krefeld mit 48,4 Prozent. Nach Landkreisen sind es der Kreis Höxter (72,9 Prozent), der Hochsauerlandkreis (57,0 Prozent) und der Kreis Viersen (55,6 Prozent).
Die meisten arbeitslosen geflüchteten Menschen sind mit 2.386 Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bochum gemeldet, gefolgt von den Agenturbezirken Essen (2.171 Menschen) und Bonn (2.020 Menschen).

(Esther Brandt)


 


 

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