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Flug-Stornierung

Nebenkosten müssen oft erstattet werden

Die Osterferien nutzen jedes Jahr mehr Deutsche für einen Kurztrip in den Süden. Wer nach einer Flugbuchung das Ticket wieder stornieren muss, kann von der Fluggesellschaft unter Umständen die bei der Buchung bereits bezahlten Flugnebenkosten zurückverlangen.

Welche Kosten auf jeden Fall zurückerstattet werden müssen und welche Kosten die Fluggesellschaft einbehalten kann, erläutern die ARAG-Experten.

Steuern und Gebühren: Bei der Buchung eines Fluges fallen neben dem Betrag für die tatsächliche Beförderung vor allem verschiedene Steuern und unterschiedlichste Gebühren für die Benutzung des Flughafens an. Diese Kosten muss die Fluggesellschaft jedoch nur dann weitergeben, wenn sie durch einen Antritt des Fluges tatsächlich anfallen. Wird der Flug nicht angetreten, darf die Fluggesellschaft die vom Passagier im Voraus beglichenen Flugnebenkosten nicht behalten, sondern muss sie an ihn zurückzahlen. Das gilt unabhängig davon, ob dem Flugpassagier ein Stornorecht hinsichtlich des Fluges zustand oder nicht. Bestand ein solches Stornorecht nicht, kann die Fluggesellschaft aber grundsätzlich die Zahlung des reinen Beförderungspreises verlangen, wenn der Grund für den Nichtantritt des Fluges nicht in der Sphäre der Fluggesellschaft zu finden ist.

Zuschläge: Neben Steuern und Gebühren verlangen die Fluggesellschaften in der Regel weitere Zuschläge, etwa einen Kerosin- oder Gepäckzuschlag. Diese sind vertraglich und nicht einheitlich geregelt. Daher richtet sich die Erstattung im Falle einer Stornierung nach den jeweiligen Vertragsbedingungen. Während einige Fluggesellschaften bei Nichtantritt des Fluges anstandslos erstatten, machen andere die Rückzahlung von weiteren Bedingungen abhängig oder zahlen insgesamt nicht zurück. Passagiere sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Fluggesellschaft die Rückerstattung der Flugnebenkosten von sich aus durchführt. Vielmehr wird es erforderlich sein, die Fluggesellschaft bestenfalls nachweisbar und unter Setzung einer angemessenen Frist zur Rückzahlung aufzufordern. Ist anhand der Abrechnung nicht hinreichend erkennbar, welche Gebühren und Steuern in welchem Maße gezahlt wurden, wird zunächst die Vorlage einer detaillierten Abrechnung verlangt werden müssen.

(fairNEWS)


 


 

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1 Kommentar

von Schlesi
21.06.12 18:59 Uhr
Steuern und Gebühren in komplett zurück!!!

Bei der Buchung von Flügen werden zusätzlich zum Flugpreis Steuern und Gebühren für Dritte erhoben, die gerade im Billigsegment oft teurer sind als der reine Flugpreis selbst. Die Steuern und Gebühren sind für staatliche Behörden und Flughafenbetreiber bestimmt. Doch was passiert, wenn sich die Pläne des Fluggastes ändern und er seinen Flug nicht antritt?

Dann verweigern nicht nur viele Billig-Airlines sondern oft auch renommierte Linien-Fluggesellschaften ihren Kunden die Rückzahlung dieser Beträge meist mit fadenscheinigen Gründen. Ärgerlich schon genug, wenn man einen nicht stornierbaren Tarif gebucht hat und den Flugpreis nicht zurückerhält.

Die Rechtslage ist aber eine ganz andere: Die Steuern und Gebühren müssen die Fluggesellschaften den Flughafenbetreibern und den Sicherheitsbehörden erst zahlen, wenn der Kunde tatsächlich abfliegt. Fliegt der Kund nicht, hat er einen Anspruch auf vollständige Erstattung dieser Steuern und Gebühren. Andernfalls würde dies eine ungerechtfertigte Bereicherung seitens der Fluggesellschaften darstellen. Und die Erstattung steht dem Kunden in voller Höhe zu, ohne Abzug etwaiger Bearbeitungs- oder Phantasiegebühren für die reine Rückzahlung.

Viele Kunden scheuen aufgrund des Kostenrisikos eine gerichtliche Auseinandersetzung. Anders: Klaus Schlesinger. Er beauftragte zunächst einen Rechtsanwalt. Dieser wollte ihn in einen teuren Prozess gegen die Airline im Ausland führen. Dann nahm Schlesinger selbst die Sache in die Hand und fertigte selbst eine Klageschrift gegen die Airline. Diese Klageschrift reichte er vor einem deutschen Gericht ein. So erhöhte er den Druck auf die Airline. Die Airline wollte ein Gerichtsurteil vermeiden, einigte sich schließlich mit Schlesinger auf Zahlung von 80 % seiner Forderung und übernahm die vollständigen Gerichtsgebühren. Dafür konnte Schlesinger die Fahrtkosten zur Gerichtsverhandlung einsparen.

Die meisten Rechtsanwälte, so Schlesinger, haben aufgrund geringer Streitwerte und davon abhängigen niedrigen Honoraren kaum Interesse solche Gerichtsprozesse, oft außerhalb ihres Kanzleiorts, zu führen. Daher empfiehlt Schlesinger, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und selbst zu klagen. Eine Musterklageschrift für fünf Euro kann man per Internet bei [email protected] anfordern.

 

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