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Frank Schnitzler

Grandseigneur der Parfümerien

Frank Schnitzler hatte immer das richtige Näschen: Der erfolgreiche Geschäftsmann hat sich über die Grenzen Düsseldorfs mit seinen Parfümerien einen Namen gemacht. Er ist an die Spitze seiner Branche aufgestiegen und gilt als Grandseigneur des Düsseldorfer Parfümerie-Einzelhandels. Heute ist er Berater und Trendscout für den Douglas Konzern.

Frank Schnitzler hat über 35 Jahre lang die wohl wichtigste Parfümerie Deutschlands geführt. So war er als geschäftsführender Gesellschafter der Parfümerie Frank Schnitzler GmbH & Co. KG, Düsseldorf tätig. Vor zwei Jahren hat er seine Geschäfte an die Douglas-Gruppe verkauft, der er heute noch als Berater zur Verfügung steht. Frank Schnitzler unterstützt das Stadtmarketing in Düsseldorf mit zahlreichen Anregungen und Iden. Daneben engagiert er sich im Vorstand des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes und ist Mitglied der IHK-Vollversammlung und des Einzelhandelsausschusses der Kammer. In seinen Ehrenämtern setzt er sich nicht nur für die Interessen seiner Branche ein, sondern auch für die Ziele der gesamten Wirtschaft im IHK-Bezirk - vor allem zu Themen des Standortmarketings.

business-on.de: Sie haben Ihre Parfümerien verkauft und sind nun als Berater und Trendscout für Douglas tätig. Wie sieht Ihr Leben jetzt aus?

Frank Schnitzler: Mein Leben ist völlig anders als früher. Seitdem ich meine Düsseldorfer Geschäfte an Douglas verkauft habe, beobachte ich intensive den Markt im In-und Ausland. Ich halte Vorträge, reise viel und besuche Messen. Meine Aufgabe ist es, Trends zu erforschen. Die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, übermittle ich Douglas.
So besuche ich jetzt zum Beispiel einen Kongress von den spanischen Duftherstellern auf Teneriffa. Darauf freue ich mich ganz besonders, weil die Spanier eine eigene Duftgeschichte schreiben. So ist die Spanierin immer bemüht, dem Mann zu gefallen.Und deshalb legen die Frauen großen Wert auf ein gutes Parfum.

business-on.de: Sie sind jetzt viel unterwegs. Welche Erfahrungen sammeln Sie im Ausland?

Frank Schnitzler: Ich war jetzt öfter In Moskau. Die Frauen sind dort genauso an neuen, schönen Produkten interessiert, wie die Frauen in New York, Rom oder Paris. Bei den russischen Frauen gab es viele Vorurteile, zum Beispiel, dass ihre Kleidung und ihr Schmuck auffällig ist. In der Vergangenheit war das sicherlich richtig, aber es gibt heute den neuen russischen Frauentyp. Frauen, die elegant angezogen sind und sie tragen inzwischen alle dezenten Schmuck. Vor dem Puschkin Cafè in Moskau stehen zum Beispiel mindestens zwei Maybachs vor der Tür und die Gäste, die in diesem exklusiven Restaurant verkehren, wissen, was es heißt, luxuriös zu leben.

business-on.de: Welche Trends beobachten Sie derzeit bei Parfums? Was gibt es Neues?

Frank Schnitzler: Es gibt inzwischen Duftkreationen, die früher nicht denkbar waren. So werden gerade jetzt neue Düfte erfunden, die blumig sind und mit einem Touch Pudrigkeit gewürzt sind. Der Duft ist zwar wahrnehmbar, aber nicht aufdringlich. Seit dem Rauchverbot in Restaurants sind Parfüms zurückhaltender im Geruch. Dieser Duft-Trend hat sich blitzschnell durchgesetzt.

business-on.de: Die Schnitzler Parfümerien haben sich immer durch einen besonderen Service ausgezeichnet. Wie beurteilen Sie heute den Service im Einzelhandel?

Frank Schnitzler: Die deutschen Einzelhändler müssen sich sehr anstrengen, denn der Kunde erwartet heute eine erstklassige Beratung, die nicht aufdringlich ist. Er will, dass seine Fragen fachmännisch beantwortet werden und er auf der emotionalen Ebene angesprochen wird. Wenn der Kunde mit Höflichkeit, einem hervorragenden Service, also einem Erlebniskauf begeistert wird, profitiert der Einzelhändler davon und wird mit treuen Kunden belohnt. Die meisten deutschen Verkäufer jedoch sind nicht bereit, zu dienen. Da sollten wir uns ein Beispiel an den Japanern nehmen, die gerne dienen. Sie wissen, dass letztlich der Kunde dafür sorgt, dass man jeden Monat sein Gehalt bekommt.

business-on.de: Dienen gehört sicherlich zu einem Ihrer Erfolgsgeheimnisse. Was können andere von Ihnen lernen?

Frank Schnitzler: Der Kunde war für mich immer das Wichtigste, dem ich alle Aufmerksamkeit schenke und auf ihn eingehe. Jeder Wunsch wurde von uns erfüllt. Wenn der Kunde etwas Besonderes haben will, haben wir es besorgt. Es ist eigentlich einfach, Kunden glücklich zu machen. Schleißlich heißt der Einzelhändler deshalb Einzelhändler, weil er einzeln handelt. Um sich von anderen abzuheben, muss man ein schlüssiges Konzept vorweisen. Der Kunde muss wissen, warum er ausgerechnet zu mir kommt und bei mir kauft. Dazu muss der Einzelhändler Anreize geben.

business-on.de: Für den Einzelhändler wird es immer schwieriger sich auf dem Markt zu behaupten. Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung für den Einzelhandel?

Frank Schnitzler: 2008 wird nicht so einfach für den Einzelhandel. Menschen, die wenig Geld haben, sparen mehr denn je. Auch die demografische Entwicklung trägt dazu bei, dass ältere Bürger Angst vor der Altersarmut haben, die Aktien haben an Wert verloren, Konzerne entlassen Mitarbeiter. Und die Reichen, die gerne konsumieren, sind auch nicht mehr so leicht zu überzeugen.


(Elita Wiegand)


 


 

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