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XING-Analyse

Frauen – gefragt, aber Einzelkämpfer

Frauen sind bei der Besetzung von Top-Positionen in deutschen Unternehmen gefragt wie nie, überzeugen im Bewerbungsgespräch – jedoch verschenken sie durch mangelnde Netzwerkpflege ihr berufliches Potenzial.

Das geht aus einer Analyse hervor, welche Angela Rittig, Expertin für das Thema „Frauen und Netzwerke“ bei der XING AG, am Mittwoch auf der Fachkonferenz DLD Women in München vorgestellt hat. Für diese Analyse wertete das führende Business-Netzwerk im deutschsprachigen Raum nicht nur die sozialen Verbindungen der über 10,8 Mio. Mitglieder aus, sondern führte auch qualitative Interviews mit Headhuntern, darunter die Top 5 der deutschen Personalberatungsunternehmen.

Der geringe Frauenanteil im Top-Management deutscher Unternehmen wird derzeit in der Öffentlichkeit rege diskutiert. Die XING AG hat in Intensiv-Interviews mit renommierten Headhuntern nach Unterschieden zwischen Frauen und Männern im Recruiting gefragt. Drei Trends ließen sich aus den Umfragen erkennen:

• Unternehmen möchten mehr Frauen in Führungspositionen beschäftigen. Unisono berichteten die Personalmanager von einer gesteigerten Nachfrage nach Frauen auf der Kandidatenliste für Top-Stellen. Ein Headhunter konstatiert, binnen weniger Jahre habe sich die Zahl der Unternehmen mit diesem Wunsch von 2 auf 80 Prozent erhöht. „Es ist an der Zeit“, beschreibt ein Headhunter die Stimmung. Sei eine Stelle ausschließlich mit einer Frau zu besetzen, so würde das Honorar aufgrund der geringeren Erfolgsaussichten signifikant steigen, berichten andere.

• Frauen überzeugen im Bewerbungsgespräch. „Frauen definieren sich über ihre Aufgabe, Männer über die Position“, fasste ein Headhunter die jahrelange Erfahrung aus Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten zusammen. Männer gingen grundsätzlich stärker auf ihre eigenen Ziele ausgerichtet vor und ließen sich auch wesentlich leichter mit einem attraktiven Gehalt gewinnen. Frauen hingegen kämen oft besser vorbereitet in ein Gespräch und zeigten kein „Pfauensyndrom“, jedoch eine größere Loyalität zur gegenwärtigen Firma und wenig langfristige Karriere-Orientierung.

• Frauen helfen sich zu wenig untereinander im Beruf. Ist das Angebot des Headhunters nicht interessant, so folgt oft die Nachfrage, ob man vielleicht geeignete Kandidaten im Umfeld kenne. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied im Verhalten der beiden Geschlechter. „90% aller Empfehlungen für andere Kandidaten kommen von Männern“, schildert ein Recruiter, „Frauen hingegen meinen oft, niemand Geeignetes zu kennen.“ Die Befragten stimmen überein, dass Männer viel eher berufliche Netzwerke bilden, um einander zu helfen.

Diesen Trend hat XING auch bei der Analyse seines Kundenstammes festgestellt. Das Netzwerk zählt im deutschsprachigen Raum über 4,8 Mio. Mitglieder (Stand 31. März 2011), in Business-Metropolen wie Frankfurt (Main) oder München ist jeder vierte Berufstätige bei XING. Und während Frauen in privaten sozialen Netzwerken oft die Aktiveren sind, wird Business-Networking klar von Männern dominiert. Insgesamt sind nur rund ein Drittel aller XING-Mitglieder weiblich. Der männlichen Dominanz setzen die Frauen zudem kein besonders aktives Netzwerkverhalten entgegen. So verfügen die Frauen im Schnitt über ein Viertel weniger Kontakte und versenden nur ungefähr halb so viele Kontaktanfragen an andere Mitglieder wie ihre männlichen Kollegen.

(Redaktion)


 


 

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