Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Aktuell News
Weitere Artikel
Produktpiratie

Gegenstrategie entwickeln

Durch Produktpiraterie entsteht allein der deutschen Wirtschaft ein jährlicher Schaden in Höhe von 20 bis 30 Milliarden Euro. 30 Entscheidungsträger aus der produzierenden Wirtschaft aus der Rhein-Ruhr Region trafen sich jetzt, um mit Fachleuten über die wirtschaftlichen Folgen, Möglichkeiten des Schutzes und Strategien zu sprechen.

Sehr deutlich nahm Hans Seelen, Vertreter des Verbandes  Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), in seinem Eingangsvortrag dazu Stellung: „Attraktivität und Weltmarktführerschaft haben ihren Preis: nämlich Produktpiraterie“. Eine Mitglieder-Umfrage des VDMA aus dem Jahr 2008 hat ergeben, dass die Plagiate überwiegend in Asien hergestellt werden. „Spitzenreiter“ ist nach wie vor China. Technische Kopierschutzmaßnahmen werden für die Unternehmen daher immer wichtiger.

Der VDMA unterstützt diese Entwicklung mit der Kampagne „Pro Original“ und Martin Kokoschka vom Heinz-Nixdorf-Institut machte über die Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform ConImit (Contra Imitatio) deutlich, dass derzeit auch an wirksamen technischen Schutz- und Kennzeichnungssystemen gearbeitet wird. Danach widmete sich Dr. Jens Mathes von der Rechtsanwaltskanzlei Linklaters LLP der Frage, „Welche Möglichkeiten ein Mittelständler besitzt um juristisch gegen Schutzrechtsverletzungen vorzugehen“.

Vom Paulus zum Saulus

Der Praxisbericht von Prof. Andreas Limper, Geschäftsführer der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH, traf bei den anwesenden Mittelständlern auf besonderes Interesse. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit einem ehemaligen chinesischem Lizenznehmer, der es zunächst „nur“ an der Genauigkeit bei der Meldung verkaufter Einheiten vermissen ließ. Nach einer Marktsättigung in China machte der chinesische Imitator der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH aber auch international Konkurrenz. 

Durch eine Konzentration der zentralen technologischen Wertschöpfungsstufen ins deutsche Stammwerk und der Umsetzung einer wertschöpfungsbasierten Servicestrategie in China hält die Firma die chinesischen Imitatoren im Produktbereich Gummimischtechnik heute besser auf Distanz. Dazu geht die Harburg-Freudenberger GmbH auch juristisch gegen die Produktpiraten vor, nicht zuletzt um unverschuldete Ansprüche im Bereich Produkthaftpflicht zu vermeiden.

(Redaktion)


 


 

Prof. Andreas Limper
Geschäftsführer Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH
Dr. Jens Mathes
Rechtsa

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Prof. Andreas Limper" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: