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Geschäftsklima Mai 2020

NRW-Wirtschaft schöpft nach Corona-Lockerungen Hoffnung

Die schlechte Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich im Mai aufgehellt. Nach der rasanten Talfahrt der beiden Vormonate zeigten die ersten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen bereits Wirkung. Zwar hat sich die aktuelle Geschäftslage weiter leicht verschlechtert, doch die Unternehmen blicken wieder deutlich weniger pessimistisch in die Zukunft.

Nachdem das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im April mit -40,6 Saldenpunkten ein historisches Tief erreicht hatte, kletterte das Stimmungsbarometer für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen im Mai wieder nach oben und erreichte -29,8 Punkte. Noch nie zuvor ist der Indikator innerhalb nur eines Monats so stark gestiegen. Das jüngste Plus machte jedoch nur rund ein Fünftel des vorherigen Einbruchs wieder wett und beruht allein auf den gestiegenen Geschäftserwartungen der nordrhein-westfälischen Unternehmen für die kommenden sechs Monate.

Noch keine Entwarnung

„Nach den ersten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen schöpfen viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen wieder Hoffnung“, so Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Die konjunkturelle Talfahrt ist erst einmal gestoppt. Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh“. Die wirtschaftliche Aktivität im Land ist weiterhin schwach. Im Mai beurteilten die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ihre aktuelle Geschäftslage noch etwas schlechter als im April. Die ersten Schritte aus dem Corona-Tal sind zwar gegangen, aber eine Rückkehr zur Normalität vor der Corona-Pandemie ist noch lang.

Stimmung im Handel hat sich verbessert

Das stärkste Stimmungsplus verzeichnete der Handel. Angesichts der Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen beurteilten die Einzelhändler im Mai sowohl ihre Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate als auch ihre aktuelle Geschäftslage deutlich besser als noch im April, wo ein Großteil der Geschäfte noch geschlossen war. Trotz der Erholung rangiert die Stimmung bei den nordrhein-westfälischen Einzelhändlern jedoch auch weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. Grund hierfür sind die coronabedingt nach wie vor niedrigen Umsätze. Im Großhandel, der kaum direkt durch die angeordneten Schließungen betroffen war, fiel das Stimmungsplus etwas schwächer aus.

Dienstleister weniger pessimistisch

Auch das Geschäftsklima im nordrhein-westfälischen Dienstleistungssektor hat sich verbessert. Das Gros der Dienstleister geht für die nächsten Monate zwar nach wie vor von rückläufigen Geschäften aus. Allerdings hat der Anteil der Pessimisten deutlich abgenommen. Überdies hat sich die aktuelle Lage auf einem niedrigen Niveau leicht verbessert. Deutlich aufgehellt hat sich die Stimmung im Gastgewerbe. Zwar schätzten im Mai fast alle Gastronomie- und Hotelleriebetriebe ihre aktuelle Situation als schlecht ein. Allerdings stiegen die Erwartungen für die nächsten sechs Monate von zuvor -82,8 auf -31,6 Saldenpunkte mehr als deutlich. Dank der schrittweisen Öffnung der Restaurants und Hotels seit Mitte Mai schöpft die Branche nun wieder vorsichtig Hoffnung.

Industrie rechnet weiter mit Rückgang

Im Verarbeitenden Gewerbe ist das Klima nur leicht gestiegen. Allerdings wächst auch hier die Hoffnung, dass die Produktion langsam wieder hochgefahren werden kann. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen an den Export leicht verbessert. Die Industrieunternehmen gehen weiter von Rückgängen aus, aber nicht mehr in ganz so starkem Ausmaß wie im April. Auffällig ist der Stimmungseinbruch in der landesweit bedeutenden Chemieindustrie. Nachdem die anderen Industriezweige ihre Produktion bereits im April heruntergefahren hatten, zogen im Mai auch die Chemiefirmen nach. In den Vormonaten konnte sich die Branche noch vergleichsweise gut behaupten.

Im Bauhauptgewerbe hat sich die Stimmung leicht eingetrübt. Von allen vier Wirtschaftsbereichen, die im NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima untersucht werden – der Handel, die Dienstleistungsbranche und die Industrie – erweist sich das Geschäftsklima in der Bauwirtschaft aber nach wie vor als am stabilsten.

(Redaktion)


 


 

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