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  • 15.01.2014, 13:45 Uhr
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Gesundheitswesen

Deregulierung des Apothekengeschäftes soll Branche wirtschaftlicher gestalten

Das deutsche Gesundheitswesen ist verhältnismäßig gut aufgestellt. Besonders die Apotheken genießen großes Vertrauen in der Bevölkerung und sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Bundesrepublik.

Besonders in Zeiten des demografischen Wandels und der damit zunehmenden Überalterung der Gesellschaft nehmen Apotheker eine Schlüsselrolle in der Gesundheitswirtschaft ein. Hinter den Kulissen herrscht jedoch ein erbitterter Preiskampf, der seit Jahren die Existenz der Groß- und Einzelhändler bedroht. Zu den mittlerweile veralteten Pharmastrukturen gehören beispielsweise Apotheken mit Tante-Emma-Laden-Charakter in kleineren Gemeinden und eine Überzahl an eigenständigen Pharmazien in vielen Großstädten. Das sei weder wirtschaftlich noch der Grund für die allgemein gute Versorgung der deutschen Patienten, so der GKV-Spitzenverband.

Vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Groß- und Einzelhandel

Die Liberalisierung des Apothekengeschäfts könnte die Branche einerseits wirtschaftlicher und für die Patienten qualitativ hochwertiger gestalten. Dieser Meinung ist auch der ehemalige Celesio-Vorstandsvorsitzende Markus Pinger. Der als Umwälzer bekannte Manager hatte im August 2011 den höchsten Posten im Traditionsunternehmen übernommen und die Neusortierung der Konzernstruktur veranlasst. Zu den Veränderungen gehörte unter anderem auch die Refokussierung auf Celesios Kerngeschäft , die Versorgung der Apotheken. In diesem Zusammenhang sprach sich Pinger für die Annäherung beider Handelsparteien aus, um effektiver wirtschaften zu können. Der vorherrschende Konkurrenzdruck, der Händler zu einer aggressiven Preisschlacht zwang, sollte durch die sinnvolle Integration von Groß- und Einzelhandel in die Wertschöpfungskette der Pharmabranche gemindert werden. Dazu zählt ebenso die Verringerung des hohen logistischen Aufwandes, den der Großhandel bisher aufbringen muss. Für die Apotheker bedeutete dies, bei Beibehaltung der unternehmerischen Eigenständigkeit der Genuss der Vorteile eines Verbundes. Dazu gehört vor allem die Generierung von Größeneffekten und damit günstigere Arzneimittelpreise. Da sich viele Apotheker bereits in einer schwierigen Position im Wettkampf befinden, könnte eine Konsolidierung durch die Deregulierung des Marktes die Situation verbessern. Bisher sind Apothekenketten in Deutschland verboten, der Erfolg der Celesio-Marke Lloyds in Großbritannien und Italien könnte jedoch als Modell für die Bundesrepublik dienen.

Der Ruf der Kette ist mittlerweile auch in anderen europäischen Ländern sehr gut. Die hohe medizinische Kompetenz könnte auch in Deutschland bei einer Liberalisierung des Apothekenmarktes beibehalten werden. Grund dafür sind unter anderem die zusätzlichen Service-Leistungen des Verbundes, mit denen die Patienten bei der Vorsorge und Genesung wesentlich enger begleitet würden als bisher durch Pharmazien hierzulande. Dieser innovative Aspekt ist sowohl als attraktives Alleinstellungsmerkmal des Verbundes als auch besonders im Hinblick auf die Überalterung der Gesellschaft von großer Bedeutung. Distanz zwischen Pharmaherstellern und Endkunden würde auf diese Weise ebenso reduziert und eine optimierte Versorgung durch den Dialog ermöglicht.

Ende vergangenen Jahres wurde bereits die erste Lloyds-Apotheke in Hamburg eröffnet. Die Testphase, die ursprünglich bereits im Sommer beginnen sollte, ist damit eröffnet und soll richtungsweisende Erkenntnisse für die kommenden Jahre bringen. Man darf also gespannt sein, ob sich das Konzept durchsetzt.


(Redaktion)


 


 

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