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IAM in Düsseldorf

Goldglanz im Depot

Rohstoffe gelten als guter Schutz gegen die Geldentwertung. Angesichts der derzeit fallenden Preise könnte nun ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein – doch es gibt bei einer solchen Anlage einiges zu beachten. Die Internationale Anlegermesse (IAM) bietet vom 5. bis 7. September 2008 Privatanlegern und institutionellen Investoren Informationen rund um das Thema Geldanlage.

Aktien durchleben turbulente Zeiten – und mit sicheren Anleihen ist kaum Geld zu verdienen, seit die Inflationsraten in Euroland sprunghaft gestiegen sind. Wo, so fragen sich viele Anleger, sollen sie derzeit Kapital anlegen? Ordentliche Gewinne ließen sich in den vergangenen Monaten mit Rohstoffen einfahren. Doch seit eini-gen Wochen ist diese Aufwärtsbewegung ins Stocken geraten. Die Preise für Öl, Gold und andere Rohstoffe sinken, weil Investoren ihre Gelder aus dem spekulativ aufgeblähten Markt abziehen. „Da wird jetzt ordentlich Luft abgelassen“, beobachtet Thomas Packenius, Geschäftsführer des unabhängigen Vermögensbetreuers Packenius, Mademann und Partner.

Einstieg in Rohstoff-Investionen

Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, über einen Einstieg in Rohstoff-Investitionen nachzudenken. „Die jetzige Korrekturphase wird sicherlich noch einige Zeit andauern“, prognostiziert Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. In einem sind sich die Experten einig: Auf lange Sicht zeigt der Preistrend bei Rohstoffen nach oben. „Vor allem Länder wie Brasilien, China und Indien haben einen enormen Nachholbedarf“, erklärt Markus Zschaber, Geschäftsführer des Kölner Vermögensverwalters V.M.Z. „Diese großen, aufstrebenden Schwellenländer sind auf dem Weg zu Industrienationen und investieren hohe Milliardenbeträge zum Beispiel in Infrastrukturprojekte.“ Dazu steigt der Wohlstand in diesen Ländern – und damit der Wunsch der Bevölkerung nach mehr Wohnraum und Mobilität, was wiederum die Nachfrage nach Öl ankurbelt.

Noch liegt der Ölverbrauch in China bei rund einem Liter pro Kopf, in Indien bei einem halben Liter, während die USA auf zehn Liter pro Person kommen. „Diese Unterschiede werden sich angleichen“, sagt Commerzbank-Analyst Weinberg. Bereits seit Jahren kann das Angebot mit der gestiegenen Nachfrage nicht Schritt halten, zumal die natürlichen Ressourcen – etwa beim Erdöl – begrenzt sind. „Zudem sind die Förderkosten extrem gestiegen“, beobachtet Weinberg. Preisprognosen renommierter US-Banken wie Goldman Sachs von 200 Dollar pro Fass Rohöl sind damit nicht unrealistisch.

Rendite stabilisieren

Rohstoffinvestments gehören nach Ansicht vieler Experten auch aus einem anderen Grund ab einem gewissen Vermögen ins Depot: Wenn andere Anlageformen wie Aktien schlecht laufen, können sie die Rendite stabilisieren. „Und zwar signifikant“, beobachtet Analyst Weinberg. Als Schutz gegen Inflationsgefahren haben sich Rohstoffanlagen in der Vergangenheit ebenfalls bewährt.

Themenpark Rohstoffe auf der IAM

Grund genug, dass die Internationale Anlegermesse (IAM), die vom 5. bis zum 7. September 2008 in Düsseldorf stattfindet, Rohstoffen einen Themenpark widmet. Dort können sich die Besucher mit Experten über die Aussichten bei Rohöl, E-delmetallen und Agrarrohstoffen wie etwa Weizen austauschen und bekommen einen Überblick über die Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich. Als Moderator führt der bekannte Börsenexperte Heiko Thieme aus New York durch das Programm aus Podiumsdiskussionen, Unternehmens- und Fachvorträgen.

Informationen sind Gold wert

Die Informationen, die Privatanleger bei dem Themenpark erhalten können, sind im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Denn die Geldanlage in Rohstoffe unterscheidet sich grundlegend vom Kauf eines Wertpapiers für das Depot. „Ein Rohstoff ist eine Ware, die zunächst keine Erträge erwirtschaftet, als Anleger partizipiere ich nur an Preiserhöhungen“, nennt Vermögensberater Packenius eine Besonderheit. Eine andere ist die Lagerung: Goldbarren im Banksafe zu deponieren ist zwar ohne Weiteres möglich – anders sieht es allerdings mit der Aufbewahrung von ein paar Tonnen Weizen oder einer Tanklastwagen-Ladung Rohöl aus. Einfacher als der tonnenweise Direktkauf ist für Privatanleger ein Investment in Geldanlageprodukte, die auf der Preisentwicklung von Rohstoffen basieren. Das können spezielle Rohstofffonds oder –zertifikate sein. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in einzelne Rohstoffe oder auch in ganze Körbe oder Indizes zu investieren. Ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf sollten die Kosten sein: Viele Fondsgesellschaften verlangen zwischen drei und sechs Prozent Ausgabeaufschlag. Hinzu kommen jährliche Verwaltungsgebühren von einem bis zwei Prozent.

Geringe Kosten, hohe Liquidität

Günstiger geht es über die Börse; für die dort gehandelten Exchange Traded Funds – kurz ETFs – fallen keine Ausgabeaufschläge an, sondern nur die normalen Ordergebühren der Börsen. Zudem sind die laufenden Kosten vergleichsweise niedrig. „Zertifikate und börsengehandelte Fonds halte ich grundsätzlich für eine sinnvolle Ergänzung“, so Commerzbanker Weinberg. „Neben den geringen Kosten ist die hohe Liquidität ein wichtiger Vorteil. Ich kann als Anleger auf diese Weise aus meinem Rohstoffinvestment auch schnell wieder aussteigen.“Zudem seien Exchange Traded Funds als Sondervermögen auch im Falle einer In-solvenz sicher, ergänzt Thomas Meyer zu Drewer, der das ETF-Geschäft von Lyxor Asset Management in Deutschland und Österreich leitet. Ein weiterer Vorteil sei die breite Streuung des Investments. „Exchange Traded Funds bilden nahezu eins zu eins die Wertentwicklung von Indizes ab, die sich aus einer Vielzahl von Wertpapieren beziehungsweise in diesem Fall aus einer Vielzahl von Rohstoffen zusammensetzen“, so Meyer zu Drewer. „Auf diese Weise reduziert der Anleger sein Risiko. Kurskorrekturen einzelner Rohstoffe können zum Beispiel durch Wertsteigerungen anderer Commodities abgefedert werden.“

(Redaktion)


 


 

Thomas Packenius
IAM
Eugen Weinberg
Rohstoffanalyst der Commerzbank.

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