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Millionenschäden in NRW

Kein Patentrezepte gegen Graffiti

Jedes Jahr sorgen Graffiti in nordrhein-westfälischen Städten für Ärger und Schäden in Millionenhöhe. Bei der Bekämpfung der illegalen Bilder gehen Bahn und Kommunen im Land unterschiedliche Wege, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp zeigt.

Die Stadt Düsseldorf versucht, bereits bei der Planung ihrer Gebäude an Graffiti-Sprayer zu denken. «Wir versuchen, unsere Gebäude unattraktiv für die Sprüher zu machen», erläutert Doreen Kerler, Leiterin des Amts für Gebäudemanagement. So würden Kameras installiert und wo möglich auf Putz in erreichbarer Höhe verzichtet. «Glatte Flächen ziehen Sprayer eher an als beispielsweise Klinker», sagt Kerler. Offenbar scheinen die Vorsichts-maßnahmen zumindest ein wenig zu wirken: 85 000 Euro muss die Landeshauptstadt jährlich für die Entfernung von Graffiti an ihren Gebäuden ausgeben - deutlich weniger als Nachbar Köln.

Anti Spray Aktion - wenig Erfolge

In der Domstad haben sichin der Kölner Anti Spray Aktion (KASA) schon vor zwölf Jahren Polizei, Verkehrsbetriebe, Energieversorger, Stadtverwaltung und Hausbesitzer der Stadt zusammengeschlossen. Obwohl die KASA-Partner sich darum bemühen, ihre Gebäude möglichst schnell zu reinigen, damit vorhandene Graffiti keine weiteren nach sich ziehen, sind die jährlichen Schäden enorm.

Über zehn Millionen Euro müssen allein Eigentümer privater Gebäude jährlich zahlen. Die Stadt Köln gebe für die Entfernung von Graffiti an ihren Gebäuden noch einmal fast eine halbe Million Euro pro Jahr aus. Die Kölner Verkehrsbetriebe beziffern ihren Schaden auf rund 300 000 Euro jährlich.

Auch die Bahn bremst die Sprüher nicht

Allein die Bahn musste 2009 in NRW wieder Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verkraften. Dabei hat der Konzern in den vergangenen Jahren bereits viel unternommen, um die Kosten notwendiger Putzaktionen möglichst gering zu halten. «Viele Züge sind inzwischen so beschichtet, dass der Lack durch die Schmierereien nicht mehr angegriffen wird. Früher mussten wir immer gleich neu lackieren. Pro Wagen kostete das rund 15 000 Euro», erläutert ein Bahnsprecher. Zudem seien die Wagen für eine Volllackierung etwa sieben Tage in der Werkstatt und damit nicht einsatzfähig.

Die Stadt Bochum versucht, den Sprayern entgegenzukommen. «Wir bieten mehrere legale Flächen an, damit sich die Sprayer dort abreagieren und präsentieren können», sagt Christian Rohde vom dortigen Jugendamt. Das scheint gut anzukommen. An beliebten Flächen wie etwa an der Universität tummelten sich an Wochenenden bis zu 60 selbst ernannte Künstler, berichtet Rohde und fügt hinzu, durch Motivfassaden an Häusern, Turnhallen und Schulen habe sich das Stadtbild positiv verändert. Die Zahl der illegalen Schmierereien sei gleichzeitig zurückgegangen.

(ddp/poh/ton)


 


 

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