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Einzelhandel

Wirtschaftlich ein Riese, im Image ein Zwerg

Unter gesamtgesellschaftlichen Aspekten ein Riese, vom Image her eher ein Zwerg - so ließe sich der Handel in Deutschland zugespitzt umschreiben. In Berlin traf sich die Branche zum jährlichen Handelskongress – und konnte Kanzlerin Merkel sowie die Bundesminister Rösler und Schröder begrüßen.

 Der Handel wird meist chronisch unterschätzt, obwohl er mit rund 3 Mio. Beschäftigten und einem Umsatz von 400 Mrd. Euro. der drittgrößte Wirtschaftsbereich Deutschlands ist. Allein in NRW haben 100.000 Handelsunternehmen ihren Sitz; ein Großteil davon sind mittelständische Betriebe. Aber auch die Zentralen etlicher Großunternehmen wie Tengelmann, Rewe, Metro, Kaufhof oder Karstadt sind hier zu Hause.

Um die öffentliche Wahrnehmung zu verbessern, hat der Deutsche  Einzelhandelsverband HDE kürzlich eine Informationsoffensive unter dem Titel „Alles fürs Leben“ gestartet.

Nicht Banken sind systemrelevant, sondern der Mittelstand

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser bezeichnete auf dem Kongress den Handel als „Hochleistungsbranche“, die die letzte Krise ohne Staatshilfen bewältigt und sogar noch Arbeitsplätze geschaffen habe. Er appellierte an die Bundesregierung, Vertrauen zu schaffen, denn die Eurokrise stelle derzeit das größte Risiko für den Einzelhandel dar.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sprach sich vor den Händlern für eine Regulierung der Finanzmärkte aus. „Wir brauchen gut funktionierende Finanzmärkte als dienende Einrichtung für die Unternehmen. Denn nicht Banken sind systemrelevant, sondern der Mittelstand“, so Rösler.

„Schwergewicht der deutschen Volkswirtschaft“

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den Einzelhandel als „Schwergewicht der deutschen Volkswirtschaft“ und das Bild des „ehrbaren Kaufmanns“ als fundamentalen Teil der Gesellschaft. Dieses Bild werde konterkariert durch „außer Rand und Band geratene Finanzmärkte.“ Um nicht auf den Weltmärkten ins Hintertreffen zu geraten, heiße es für Deutschland, die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern und für ein starkes Europa einzutreten.

Einkaufskomfort für alle Generationen

Mehr als 80 hochkarätige Referenten beschäftigten sich mit den aktuellen Fragen des Einzelhandels wie z.B. der Vernetzung der Vertriebskanäle. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder stellte das Qualitätszeichen "Generationenfreundliches Einkaufen" vor, das sie im Vorjahr gemeinsam mit dem HDE ins Leben gerufen hat und mit dem schon mehr als 2000 Geschäfte ausgezeichnet worden sind.

Im festlichen Rahmenprogramm wurden die Deutschen Handelspreise 2011 verliehen. Sie gingen an die Brüder Albrecht (die Familie hatte erwartungsgemäß keinen Vertreter geschickt) für ihr Lebenswerk ALDI sowie an Edeka und Lumas.

Mehr zu unser Autorin hier.

(Julie Edelmann-Veith)


 


 

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