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  • 15.10.2013, 03:00 Uhr
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  • Düsseldorf / Mittlerer Niederrhein
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Gute Aussichten für die Region

Wirtschaft erwartet Konjunkturbelebung

Die Unternehmen in Düsseldorf und am Mittleren Niederrhein sehen optimistisch in die Zukunft. Die Gründe dafür liegen in der allmählichen Überwindung der europäischen Rezession und einer leicht belebten Inlandsnachfrage.

„Mit der regionalen Wirtschaft geht es wieder aufwärts. Unsere Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage zwar nur etwas besser als zu Jahresbeginn, dafür haben sich aber ihre Erwartungen deutlich verbessert. Diese sind so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr“, fasst Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen. Gemeinsam haben beide Kammern mehr als 900 Unternehmen mit zusammen 110.000 Beschäftigten zwischen Velbert und Viersen befragt. Ursachen für den moderaten Aufwärtstrend seien sowohl im Ausland wie im Inland festzumachen. So habe die Wirtschaft in großen Industrieländern wie den USA und Japan wieder etwas an Fahrt aufgenommen. Der Euro-Raum überwinde nach und nach seine Rezession. Und die Binnennachfrage habe sich im Jahresverlauf leicht belebt. Damit könnten etwa die schwächere Wirtschaftsdynamik in China und Indien mehr als kompensiert werden.

US-Shutdown trübt das Bild

Risiken für eine weitere Konjunkturbelebung lägen vor allem in der Regierungsbildung nach der Bundestagswahl, im so genannten Shutdown in den USA und der dort drohenden Staatspleite. Für die Unternehmen sei von Bedeutung, wie sich Inlandsnachfrage (65 Prozent), wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (44 Prozent) und Energiepreise (42 Prozent) 2014 entwickeln würden. Für die Industrie seien dabei die Energiepreise (54 Prozent) sowie die Auslandsnachfrage (39 Prozent) von besonderer Bedeutung. Dies sei ein deutliches Zeichen für die Politik, zügig eine stabile neue Regierung zu bilden, drängende Probleme wie die Energiewende anzugehen und zusätzliche Belastungen für Wirtschaft und Binnennachfrage zu vermeiden.

Auslandsnachfrage entwickelt sich stabil

Im Jahresverlauf habe sich vor allem die Nachfrage nach Industrieprodukten und Dienstleistungen aus dem Ausland stabil entwickelt. Das habe erneut zu einer gestiegenen Auslastung der Maschinen und Anlagen geführt. Mit 80,4 Prozent erreiche diese fast wieder ihren langjährigen Durchschnitt, wobei vor allem die Baubetriebe mit 87 Prozent außerordentlich gut da ständen. Obwohl die Wirtschaft für das Jahr 2014 optimistisch sei, käme ihre Investitionstätigkeit noch nicht so richtig in Gang. Fürs Ausland dagegen seien die Investitionspläne deutlicher positiver. Motiv Nummer 1 sei für 36 Prozent der Unternehmen erstmals seit langem wieder, durch Produktion im Ausland Kosten sparen zu wollen.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Konjunktureller Spitzenreiter sei die Bauwirtschaft. Auch die unternehmensnahen Dienstleister seien wieder sehr zufrieden mit ihren Geschäften. Die Einzelhändler blieben zwar das konjunkturelle Schlusslicht, beurteilten aber erstmals seit zwei Jahren ihre Lage wieder leicht positiv. Der regionale Arbeitsmarkt bleibe weiter in guter Verfassung. Auch für das kommende Jahr gehen die Unternehmen von einer leichten Zunahme der Beschäftigung aus. „Damit der Arbeitsmarkt in guter Verfassung bleibt, müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Flexibilisierungs-Instrumente wie Befristungen, Zeitarbeit und Minijobs haben eine hohe Bedeutung für die Bereitschaft von Unternehmen, Mitarbeiter einzustellen. Diese Instrumente haben dafür gesorgt, dass viele ehemals arbeitssuchende Menschen nun wieder eine echte Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.“ Mit Blick auf Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen raten die IHKs daher von weiteren Regulierungen des Arbeitsmarktes eher ab.

(Redaktion)


 


 

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