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Querdenken erwünscht

Ideen für Ihr Business

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Unternehmen können nur dann innovativ sein, wenn sie neue Ideen entwickeln und das kreative Potential der Mitarbeiter nutzen. David Jeggle von dem Beratungsunternehmen Avenue ist Berater und Coach und unterstützt Unternehmen und Teams in Innovations- und Veränderungsprozessen. Er betreut u.a. Danone, Bosch und Siemens Hausgeräte und ProSieben Sat 1. Der Berater ist außerdem Gründer von Ideentower und bloggt dort zum Thema Kreativität und Innovation seit 2005. Business-on.de sprach mit ihm darüber, wie Unternehmen neue Ideen für ihr Business finden.

Business-on.de: Warum sind eigentlich Ideen wichtig für Unternehmen?

David Jeggle: Ideen sind die Basis für Innovationen und heutzutage ist es für jede Firma wichtig, Innovationen hervorzubringen. Dabei geht es nicht nur um innovative Produkte, sondern auch um neue Dienstleistungen, Prozesse, Services und Geschäftsmodelle.

Business-on.de: Nun könnte man eigentlich davon ausgehen, dass in jedem Unternehmen Ideen entwickelt werden. Wie sieht es in der Realität aus?

David Jeggle: Es ist kein böser Wille, dass in Unternehmen kreative Prozesse scheitern. Viele Führungskräfte wissen einfach nicht, wie sie das Potential der Mitarbeiter fördern. Wenn eine gewisse Routine eintritt, fällt es zudem schwer, neu oder anders zu denken. An uns treten Unternehmen heran, die ihre Führungskräfte motivieren wollen, groß und mutig zu denken. Oder aber, wenn Innovationsprozesse ins Stocken geraten, werden wir gerufen. Unternehmen sind auch immer mehr daran interessiert, ihre Kunden in die Ideenfindung einzubinden und beauftragen uns mit dem Prozess, Und vielen Chefs ist es inzwischen wichtig, dass ein Team befähigt wird, eigenständig Ideen zu generieren.

Business-on.de: Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass jeder Mensch kreativ ist. Wenn der Satz stimmt, wären Sie überflüssig. Warum verlernen Menschen die Fähigkeit zu „spinnen“?

David Jeggle: Kinder sind kreativ. Erwachsene verlernen über den Tellerrand zu blicken oder mal verrückt zu sein. Wir haben dann Angst uns zu blamieren, als „Spinner“ abstempelt oder ausgelacht zu werden. Hinzu kommt, dass in vielen Firmen gar nicht gewünscht wird, dass Mitarbeiter eigene Ideen einbringen, weil die Strukturen Kreativität verhindern. Wenn wir Stellenanzeigen anschauen, werden meistens kreative Mitarbeiter gesucht, aber sobald die mutig sind und anders denken, werden sie zurück gepfiffen oder blockiert mit Sätzen wie: „ Das machen wir seit 20 Jahren so, stellen Sie das nicht in Frage, nur weil sie neu sind!“ Der Mitarbeiter lernt dann sehr schnell, dass seine Ideen nicht gefragt sind.

Business-on.de: Und dann werden Sie gerufen... Was passiert, wenn das Beratungsunternehmen Avenue mit einem Unternehmen an Ideen arbeitet?

David Jeggle: Wir vergleichen Ideen mit einem Trichter. Oben werden viele Ideen in den Trichter hinein gegeben. Manche Unternehmen beziehen die Ideen ihrer Kunden mit ein oder aber natürlich die der Mitarbeiter. Auch Trends können die Grundlage für ein neues, innovatives Produkt liefern. Im nächsten Schritt filtern wir die Ideen und fragen: Welche Geistesblitze sind viel versprechend? Welche sind konkret oder welche Ideen müssen angepasst werden? Im Feinkonzept geht es dann um die Finanzierung, um die konkrete Umsetzung oder zum Beispiel um einen Business-Plan. Ein gutes Beispiel sind die Nordic Walking Stöcke: Wenn man dieses Produkt nach „normalen“ Kriterien misst, wären die Stöcke vermutlich nie auf den Markt gekommen. Hier zeigt sich, dass selbst die ungewöhnlichsten Ideen erfolgreich sein können.

Business-on.de: Wie sieht das bestmögliche Ergebnis eines Ideenfindungsprozesses aus?

David Jeggle: Das wäre zum Beispiel ein fertiges Produkt, was im Regal steht. Ein anderes Beispiel: Wir haben vor kurzem eine Firma betreut, die den Output am Band in der Fabrik erhöhen wollte. Obwohl dieses Unternehmen vorher alles Mögliche probiert hatte, ist kein nennenswertes Ergebnis dabei raus gekommen. Erst durch unseren kreativen Prozess sind 60 neue Ideen entstanden, von denen drei nach einer Prüfung umgesetzt wurden. Das Unternehmen hat dadurch die Produktivität erhöht und spart Kosten.

Business-on.de: Können Sie zum Schluss den Business-on.de Lesern noch einige Tipps geben, wie man seine ausgetretene Pfade verlässt und die eigene Kreativität fördert?

David Jeggle: Um aus der Routine auszubrechen, empfehlen wir mal etwas Neues zu probieren, die Komfortzone zu verlassen und Regeln zu durchbrechen. Dazu einige Beispiele:

  • Greifen Sie im Kiosk nach einer Zeitschrift, die Sie sonst nie lesen würden
  • Frühstücken Sie morgens vor dem Fernseher und schauen sich Cartoons an
  • Machen Sie mal wieder eine Nacht durch
  • Trocknen Sie sich von unten nach oben ab
  • Gehen Sie mal wieder in die Kirche und singen Sie mit
  • Lesen Sie ein gutes Buch
  • Essen Sie etwas, was Sie schon seit 5 Jahren nicht mehr gegessen haben
  • Schauen Sie sich einen Kinofilm an, der nicht in Ihr normales "Repertoire" passt
  • Gehen Sie in die Oper
  • Stellen Sie daheim den Tisch oder das Sofa an eine andere Stelle
  • Probieren Sie mal eine neue Sportart
  • Hören Sie zwei Tage lang einen anderen Radiosender
  • Gehen Sie am Wochenende mal wandern
  • Kochen Sie ein Gericht, das nur aus einer Farbe besteht
  • Machen Sie ein Blinddate
  • Schlafen Sie mal auf der anderen Bettseite
  • Probieren Sie mal ein anderes Duschgel
  • Urlaub mit dem Wohnwagen bzw. Camper
  • Lernen Sie eine Fremdsprache
  • Verbringen Sie einen ganzen Tag im Bett mit Picknick etc.

(Elita Wiegand)



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