Weitere Artikel
IHK-Gründerreport 2014

Ausgewogene Gründungsaktivitäten im Kammerbezirk

Die IHK Mittlerer Niederrhein hat erstmals den Gründerreport 2014 veröffentlicht. Mit dem Gründerreport sollen zukünftig systematisch Daten gesammelt werden, um Trends zu erkennen und Handlungsempfehlungen für die Politik geben zu können.

In Neuss haben beispielsweise im vergangenen Jahr 1.209 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, 1.021 haben ihre eigene Firma aufgegeben. Im Jahr 2012 waren es 1.102 Gründungen und 1.035 Aufgaben. Die Gründungsintensität, also die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl, liegt in Neuss mit 0,80 Prozent geringfügig unter dem durchschnittlichen Niveau des IHK-Bezirks Mittlerer Niederrhein (0,84 Prozent). Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2014 für die Stadt Neuss, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf der Basis von Daten des Landes NRW erarbeitet und jetzt veröffentlicht hat. „Somit legen wir erstmals eine Übersicht über die Gründungsaktivitäten von 2012 bis 2013 am Mittleren Niederrhein vor“, erklärt Heinz Schmidt, Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein. „Wir wollen damit künftig systematisch Daten sammeln, um Trends zu erkennen, aus denen wir Handlungsempfehlungen für die Politik ableiten können.“ Denn junge Unternehmen seien für den Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung. „Sie schaffen Arbeitsplätze, setzen innovative Ideen um und stärken somit unsere Wirtschaft insgesamt“, ergänzt der IHK-Präsident.

Höchste Gründungsintensität in Nettetal und Niederkrüchten

Die Gründungsintensität im Kammerbezirk der IHK Mittlerer Niederrhein ist relativ ausgewogen. Die meisten Gewerbeanmeldungen können naturgemäß die größeren Städte und Hochschulstandorte verzeichnen. „Dort bündeln sich potenzielle Auftraggeber, Netzwerke, Infrastruktur und Know-how“, erklärt Bert Mangels, Existenzgründungsberater der IHK. Auffällig ist, dass auch kleinere Gemeinden punkten können: Die Stadt Nettetal und die Gemeinde Niederkrüchten etwa weisen die höchste Gründungsintensität im IHK-Bezirk auf. „Die Gründe dafür sind geringe Standortkosten sowie niedrige Grund- und Gewerbesteuerhebesätze“, erläutert Mangels. „Außerdem wird die Nähe zu den Niederlanden von vielen Existenzgründern für einen grenzüberschreitenden Dienstleistungs- und Warenverkehr genutzt.“

Positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich aus

Das Gründungsgeschehen am Niederrhein liegt mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent in der Zeit von 2012 bis 2013 exakt auf dem Niveau Nordrhein-Westfalens. Allerdings hat die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei vielen potenziellen Gründern dafür gesorgt, ihr Firmenprojekt aufzugeben oder zu verschieben. Bundesweit gehen die Experten für 2014 von einem Rückgang bei den Unternehmensgründungen aus. „Dabei ist der Standort Deutschland auf frischen Wind und neue Ideen angewiesen“, sagt IHK-Präsident Schmidt und appelliert an die Politik, das Thema „Selbstständigkeit“ verstärkt in die Lehrpläne von Schulen und Universitäten aufzunehmen. Zudem sollten die Förderangebote einheitlich und transparent gestaltet und die das Unternehmertum bremsende Bürokratie beschnitten werden. Beispielsweise sollte das komplizierte Steuerpflichtformular „Einnahmen Überschussrechnung“ abgeschafft werden. Außerdem sollte Gründern – wie allen anderen Unternehmen auch – eine vierteljährliche statt einer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung erlaubt sein.

Viele gehen schlecht vorbereitet in die Selbstständigkeit

„Aber auch die Existenzgründer sollten ihre Hausaufgaben machen“, sagt Mangels. „Immer noch gehen viel zu viele Jungunternehmer schlecht vorbereitet in die Selbstständigkeit.“ Die Defizite reichen von unzureichenden Finanzierungsmodellen über mangelhafte Kundenakquise bis hin zu fehlenden wirtschaftlichen Grundkenntnissen. Mangels wirbt bei den potenziellen Gründern dafür, das umfangreiche Beratungsangebot der IHK zu nutzen.

Der Gründerreport steht als PDF-Datei im hier zum Download zur Verfügung. In das Fenster „Dokumentsuche“ muss die Nummer 1520 eingegeben werden.

(Redaktion)


 


 

IHK Gründerreport 2014
IHK Mittlerer Niederrhein
Anzahl der Unternehmensgründungen
Heinz Schmidt
Gründungsintensität
Anzahl der Gewerbeanmeldungen
Bert Mangels
Existenzgründungsberatung
Niederkrüchten
Nettetal

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "IHK Gründerreport 2014" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: