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IHK-Jahresempfang

Gewagt der Gastredner und offenherzig die Sängerin

Dass die IHK Düsseldorf in diesem Jahr bereits 189 Jahre alt geworden ist, merkte man dem Jahresempfang mit 1.400 Gästen im Maritim Hotel Düsseldorf Airport nicht an.

Denn als Gast hatte man jemanden eingeladen, dem IHK-Präsident Andreas Schmitz sicher nicht in allem grün ist: Robert Habeck, den Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Und was die Offenherzigkeit betrifft, die Sängerin und Pianistin Elina Laivera punktete beim nach wie vor überwiegend männlichen Unternehmerpublikum mit Gesang und Dekolleté.

Doch zurück zur IHK und den Grünen: Vor 25 Jahren, so erinnerte IHK-Präsident Schmitz in seiner Rede, wollte er Joschka Fischer bereits für eine Veranstaltung gewinnen. Das klappte damals nicht trotz seines Hinweises: „Es ist immer wichtig zu wissen, wie der Klassenfeind denkt.“ 

Nun hatte es mit Habeck geklappt. Aber zuerst war Schmitz mit seiner Rede am Zuge. Ziel der IHK, so Schmitz, sei die weitere Stärkung Düsseldorfs als dem internationalsten Standort südlich von Hamburg und nördlich von Frankfurt. 

Was die Zusammenarbeit mit Stadt und Region angeht, erklärte er: „Wir werden gehört, aber nicht immer erhört.“ So habe die IHK die städtischen Vorhaben Raumwerk D und den Mobilitätsplan D konstruktiv begleitet sowie das IHK-Statement zum Thema „Medienhafen – hot spot or no spot?“ auf den Weg gebracht, um nur einige Punkte zu nennen. 

Was natürlich nicht fehlen durfte, war das Hotspot-Thema Umweltspur. „Für mich übrigens der erste Anwärter auf das Unwort des Jahres 2019“, so Schmitz. Einen Tag später wussten wir, dass „Klimahysterie“ das Rennen machte.

Das Sandmännchen kommt

Und dann betrat Grünen-Chef Robert Habeck die Bühne, immerhin an dem Tag, an dem vor genau 40 Jahren seine Partei gegründet wurde. 

Angekündigt hatte IHK-Präsident ihn mit einer Beschreibung, die er in der Presse gefunden hatte: „Robert Habeck, die gelungene Mischung aus Robert Redford, Heinrich Böll und dem Sandmännchen.“ 

Diese Vorstellung wird sich vermutlich nun auch in den Köpfen der Düsseldorfer Unternehmer und aller anwesenden Gäste festsetzen. Habecks freie Rede war eine rhetorische Meisterleistung und wirkte in jeder Sekunde authentisch. Seine Vision, die beiden Antagonisten Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen, war eindringlich und gipfelte in der Forderung nach einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft. 

In Anbetracht der Tatsache, dass wir alle klimatechnisch gesehen mit einem Bein am Abgrund stehen, waren die Gäste des Jahresempfangs gerne bereit, den Visionen über weite Strecken zu folgen und applaudierten lange und herzlich.

Im Anschluss ging es zum Imbiss und ans Netzwerken, während Sänger Thomas Hahn sowie Claudia Lippmann (Percussion/Drums) und Christian Hembach (Saxophon) für gute Musik sorgten.

(Susan Tuchel)


 


 

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