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IHK-Konjunkturumfrage

Wirtschaft brummt, Fachkräftemangel wird besorgniserregend

Die IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein haben für ihre aktuelle Konjunkturumfrage rund 700 Unternehmen aus der Region mit zusammen 65.000 Beschäftigten befragt. Obwohl die Konjunktur lebhaft ist, wird der Fachkräftemangel mittlerweile besorgniserregend.

„Die Wirtschaft in der Region Düsseldorf/ Mittlerer Niederrhein bleibt auf Wachstumskurs, aber den Unternehmen gehen die Fachkräfte aus“, fasst Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, das Ergebnis der jüngsten Konjunktur-Umfrage der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen. „Wie uns die Unternehmen melden, hat der Fachkräftemangel in besorgniserregender Weise zugenommen“, beschreibt Berghausen die Kehrseite der guten Konjunktur. Personal und Maschinen seien zwar sehr gut ausgelastet, in der Industrie beispielsweise zu 83,5 Prozent, der Fachkräftemangel hindere jedoch immer mehr Betriebe daran, zusätzliches Personal einzustellen. Rund zwei Drittel der Befragten hätten aktuell Personalbedarf, den 56 Prozent davon nicht zeitnah decken könnten. Die Folgen seien deutlich spürbar: Zwei von drei Unternehmen gaben an, dass ihre vorhandene Belegschaft höher belastet sei. Jeder Vierte erwartet weiter steigende Arbeitskosten. „Fast jeder zweite Betrieb befürchtet, bei anhaltendem Fachkräftemangel sein Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen zu können und rund jeder dritte, sein Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen zu müssen“, hebt Berghausen hervor. Nur zehn Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass ein anhaltender Fachkräftemangel keine negativen Folgen für ihr Unternehmen haben werde.

Handlungsbedarf bei Bildung und Qualifizierung

Um ihre Fachkräfteversorgung zu sichern, wünschen sich die Betriebe, dass vor allem die berufliche Bildung gestärkt (63 Prozent), die Qualifikation der Schulabgänger verbessert (53 Prozent) und die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte erleichtert (31 Prozent) werde. Den größten Handlungsbedarf für die Landes- und für die künftige Bundesregierung sieht die regionale Wirtschaft folglich bei Bildung und Qualifizierung. Jenseits der Fachkräfteproblematik beurteilen die befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie in keinem Spätsommer seit der letzten Konjunkturkrise. Jeweils 45 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder als befriedigend. Zwar werde die Konjunktur weiterhin wesentlich durch die Binnennachfrage getragen, aber auch die Geschäftslage der exportierenden Betriebe habe sich verbessert. „34 Prozent der verarbeitenden Betriebe berichten über gestiegene Auslandsaufträge, 25 Prozent über weniger Aufträge. Deshalb ist bei den Industriebetrieben der Anteil derjenigen, die ihre Lage aktuell mit ‚gut‘ bezeichnen von knapp einem Drittel auf fast die Hälfte gestiegen“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. In der Bauwirtschaft halte der Boom weiter an. Sowohl die produktionsnahen als auch die auf Konsumgüter spezialisierten Großhändler seien sehr zufrieden. Das gelte auch für die unternehmensbezogenen Dienstleister. Lediglich aus dem Einzelhandel kämen erstmals seit drei Jahren wieder mehr kritische Stimmen als zuvor. Dennoch bleibe im dritten Jahr in Folge ihre Stimmung insgesamt knapp positiv.

„Für das Jahr 2018 geht die regionale Wirtschaft davon aus, dass es bei der guten Entwicklung bleibt“, gibt Berghausen der Hoffnung Ausdruck, dass sich der Aufschwung auch im achten Jahr in Folge fortsetzt. Fast zwei Drittel aller Betriebe rechnen mit keiner Veränderung. Jeder vierte hofft sogar auf noch bessere Geschäfte und nur jeder neunte befürchtet einen Rückgang.

(Redaktion)


 


 

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