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IHK-Konjunkturumfrage

Zufriedene Wirtschaft am Niederrhein

Die IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein haben die Ergebnisse ihrer aktuellen Konjunkturumfrage veröffentlicht. Wie bereits in den letzten drei Jahren bewegt sich die regionale Wirtschaft auf einem soliden konjunkturellen Kurs. Die Stimmung der Unternehmen ist optimistisch und der auch der Beschäftigungsgrad befindet sich auf einem hohen Niveau.

„Weiter tonangebend ist die Inlandsnachfrage, während aus dem Ausland derzeit keine Konjunkturimpulse spürbar sind“, fasst Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen. Befragt wurden 820 Unternehmen mit insgesamt rund 75.000 Beschäftigten zwischen Velbert und Viersen. Die aktuell noch niedrigen Energiepreise, das anhaltend gedrückte Zinsniveau, ein hoher Beschäftigungsgrad und steigende Einkommen versetzten die Verbraucher in Kauflaune und beflügelten so die konsumnahen Wirtschaftsbereiche. Alles in allem rechne die regionale Wirtschaft nicht damit, dass sich daran etwas ändere. Ohne euphorisch zu werden, setzen die Unternehmen auf ein leichtes Wachstum in nächster Zeit. „Die starke Inlandsnachfrage wird vor allem vom Konsum getragen“, erläutert Eschenbaum weiter. So berichten die Einzelhändler zum dritten Mal in Folge über eine gute Geschäftslage – und das erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom zu Beginn der 1990er Jahre. Ebenfalls weiter verbessert habe sich die zuvor schon überdurchschnittlich gute Lage der konsumnahen Großhandelssparten. „Und nach wie vor boomt die Bauwirtschaft. Der Wohnungsbau floriert, und auch in die Infrastruktur wird wieder investiert.“

Optimistische Stimmung

Rund 39 Prozent der Betriebe berichten aktuell von einer guten, knapp die Hälfte von einer zufriedenstellenden und nur 13 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. In das kommende Jahr blickt die regionale Wirtschaft zuversichtlicher, als sie es zum Jahreswechsel 2015/16 getan hat. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein betont, dass insbesondere die Industrie ein gutes Jahr 2017 erwartet. „Die verarbeitenden Betriebe sind optimistischer als zuletzt. Mehr als ein Drittel dieser Unternehmen erwartet eine Verbesserung der Geschäftslage, nur sieben Prozent befürchten eine Verschlechterung.“ Steinmetz führt diese Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass die Industriebetriebe eine Belebung ihrer Auslandsgeschäfte erwarten. „Unter den Konjunkturrisiken nennen 46 Prozent der Unternehmen erstmals die weitere Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, erklärt Eschenbaum weiter. Wie stabil die Situation derzeit eingeschätzt werde, zeige sich daran, dass die Inlandsnachfrage mit nur noch gut 40 Prozent der Nennungen auf Platz 2 gerutscht sei. Die bislang weiter niedrigen Energie- und Rohstoffpreise stützten noch die Konjunktur, auch wenn von ihnen kein zusätzlicher Impuls mehr zu erwarten sei. Die erst nach Beendigung der IHK-Konjunkturumfrage erfolgte Senkung der Erdöl-Förderquoten in den OPEC-Staaten und in Russland dürfte jedoch das Risiko Energie- und Rohstoffpreise wieder erhöht haben. Und auch das Risiko steigender Arbeitskosten rücke durch höhere Löhne sowie der Gesundheits- und Rentendiskussion mit steigenden Beitragssätzen wieder stärker in den Blick der Betriebe.

Gute Produktionsauslastung

Die Auslastung von Maschinen und Anlagen verharre mit 80,5 Prozent nahezu unverändert knapp unterhalb ihres langjährigen Durchschnitts. In der Bauwirtschaft seien viele Betriebe voll ausgelastet. Bei den Investitionsgüterherstellern sei die 80-Prozent-Marke jetzt wieder überschritten worden. In Folge hätten die Unternehmen in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein ihre Budgets für Investitionen vor Ort erneut leicht angehoben. Besonders investitionsfreudig zeige sich dabei der produktionsnahe Großhandel.

Erfreulich sind aus Sicht der beiden Industrie- und Handelskammern auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen. „In allen Branchen dominieren Betriebe, in denen Beschäftigung aufgebaut werden soll, gegenüber denjenigen, die einen Beschäftigungsabbau nicht ausschließen können“, erklärt Steinmetz. Er befürchtet allerdings, dass der Fachkräftemangel diese Planungen in einigen Branchen beeinträchtigen könnte. „Im Baugewerbe können bereits heute mehr als 80 Prozent der Betriebe mit Personalbedarf offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen.“

(Redaktion)


 


 

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