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  • 04.08.2009, 12:59 Uhr
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  • Mittlerer Niederrhein
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Krise als Chance begreifen:

IHK Mittlerer Niederrhein erwartet Gründerwelle

Trotz angespannter konjunktureller Situation wollen sich viele Menschen selbstständig machen. Das belegt der Gründerreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Doch viele Gründungswillige treibt nicht Pioniergeist an, sondern Furcht vor Arbeitslosigkeit.

Diese Tendenz zeigt sich auch am Niederrhein. Im vergangenen Jahr haben die Existenzgründungsexperten der IHK Mittlerer Niederrhein 1.308 angehende Unternehmer beraten, 725 davon, mehr als 55 Prozent, waren arbeitslos. „Dieser Trend wird sich voraussichtlich noch verschärfen“, sagt Bert Mangels, Existenzgründungsberater der IHK Mittlerer Niederrhein.

Für das kommende Jahr prognostiziert er eine Gründerwelle. Gleichzeitig warnt er vor einer anschließenden Pleitewelle. Denn die Sorge vor der Arbeitslosigkeit ersetzt keine tragfähige Geschäftsidee. Laut DIHK können 40 Prozent der arbeitslosen Gründungswilligen ihre Geschäftsidee nicht erklären.

Dabei sind Krisenzeiten stets auch Gründerzeiten. Auch im derzeit schwierigen Umfeld gibt es Chancen für findige Unternehmer. Perspektiven bietet etwa die demografische Entwicklung, mit neuen Dienstleistungen für Ältere oder im Gesundheitsbereich. „Die Existenzgründungsberater der IHK helfen angehenden Unternehmern dabei, sich fit für den kommenden Aufschwung zu machen“, erklärt IHK-Präsident Heinz Schmidt. Gemeinsam mit ihren Partnern in den Startercentern NRW nehmen sie Businesspläne, Finanzierungsmodelle und Geschäftsideen von angehenden Selbstständigen unter die Lupe. „Dabei gehen wir sehr intensiv auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung ein“, sagt Mangels.

Mit kostenlosen Informationsveranstaltungen etwa zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle oder zur Vorbereitung auf wichtige Bankgespräche gibt die IHK weitere wichtige Hilfestellungen in der Startphase. Außerdem informiert die IHK über verschiedene Förderprogramme und vermittelt im Rahmen eines Pilotprojekts finanzschwachen Existenzgründern unbürokratisch und schnell ein Mikrodarlehen der NRW.Bank.

Kaum ein Land hat mehr Förderprogramme für Existenzgründer als Deutschland. Doch bei der unternehmerischen Ausbildung gibt es viel Nachholbedarf. „Das Thema Selbstständigkeit gehört in die Lehrprogramme – von der Grundschule bis in die Universität“, fordert IHK-Präsident Schmidt. Nur so könne eine nachhaltige Kultur der Selbstständigkeit geschaffen werden. Dazu würde auch ein Abbau bürokratischer Hürden für Unternehmensgründer beitragen, so Schmidt: Das 2004 eingeführte Pflichtformular „Einnahme-Überschussrechnung“ für Kleinunternehmer müsse abgeschafft werden – es sei ohne Steuerberater kaum zu bewältigen. „Existenzgründer sollten zudem die Umsatzsteuervoranmeldung wieder vierteljährlich statt monatlich abgeben dürfen“, appelliert Schmidt. Die Sonderregel, die 2002 zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs eingeführt wurde, habe sich als wirkungslos erwiesen und zu einem hohen Verwaltungsaufwand für alle Existenzgründer geführt.

(Redaktion)


 


 

Bert Mangels
Existenzgründungsberater der IHK Mittlerer Niederrhein
Heinz Schmidt
IHK-Präsident

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