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  • 03.03.2011, 05:32 Uhr
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Tief durchatmen

Industrie am Niederrhein hat sich erholt

Die Industrie am Mittleren Niederrhein hat sich im Jahr 2010 von den starken Einbrüchen des Vorjahres erholt. Die Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten profitierten sowohl von einer steigenden Inlands- wie auch Auslandsnachfrage. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung der von IT.NRW publizierten Industriekennzahlen durch die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein.

Die Umsätze der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes stiegen im Jahr 2010 um gut 17 Prozent. Damit ist der Anstieg im Vergleich zum gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich hoch. In NRW stiegen die Umsätze im Jahr 2010 nur um gut 13 Prozent. „Die Industrie in unserer Region reagiert sehr sensibel auf Konjunkturschwankungen. In einem Aufschwung steigen die Umsätze überdurchschnittlich, während die Entwicklung im Abschwung häufig etwas schlechter ist als in Nordrhein-Westfalen insgesamt“, erklärt Harald Sasserath, Vizepräsident der IHK Mittlerer Niederrhein.

Die Impulse für diese positive Entwicklung kommen sowohl aus dem In- wie auch aus dem Ausland, wenngleich der Anstieg der Auslandsumsätze (20 Prozent) etwas stärker war als der Anstieg der Inlandsumsätze (15 Prozent). „Die Entspannung auf den Exportmärkten ist insbesondere für eine außenhandelsorientierte Region wie den Mittleren Niederrhein von großer Bedeutung. Die hiesige Industrie verdient jeden zweiten Euro im Ausland“, erklärt Sasserath. Die Exportquote von gut 50 Prozent ist damit im nordrhein-westfälischen Regionenvergleich die dritthöchste. Nur die vom Fahrzeugbau dominierten Wirtschaftsstandorte in Köln und Bochum weisen eine höhere Außenhandelsquote auf.

Ausnahmestellung für Krefeld

Im teilregionalen Vergleich sticht der Wirtschaftsstandort Krefeld besonders heraus. Die Umsätze in der Industrie sind hier im Jahr 2010 um knapp 31 Prozent gestiegen. „Allerdings waren diese im Jahr 2009 auch stärker als in den anderen Teilregionen eingebrochen“, relativiert Sasserath die Zahlen. Die Industrieumsätze der Betriebe im Rhein-Kreis Neuss (13 Prozent) sowie in der Stadt Mönchengladbach und im Kreis Viersen (jeweils 9 Prozent) sind 2010 dagegen vergleichsweise moderat gewachsen.

Auch der Branchenvergleich zeigt wesentliche Unterschiede auf. Die Automobilzulieferer sowie die Hersteller von elektronischen und optischen Erzeugnissen steigerten ihre Umsätze um jeweils 62 Prozent. Zudem konnten die Metallerzeuger und die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mit 29 und 28 Prozent erhebliche Umsatzsteigerungen generieren. Mit einem Schnitt von 21 und 20 Prozent liegen mit der Chemischen Industrie und der Textilindustrie zwei Leitbranchen des Niederrheins etwa im regionalen Schnitt. Der Maschinenbau (3 Prozent), die Hersteller von Druckerzeugnissen (5 Prozent) und die Papierindustrie (14 Prozent) weisen dagegen nur unterdurchschnittliche Umsatzsteigerungen auf. „Der Maschinenbau in der Region hat sich während der Wirtschaftskrise sehr stabil gehalten. Seine Erträge sind im Jahr 2009 nur moderat geschrumpft. Dass die Umsätze der Branche im Aufschwung nicht ganz so stark steigen, ist daher nicht besorgniserregend“, erläutert Sasserath.

Weniger Arbeitsplätze

Abgenommen hat jedoch die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe des Mittleren Niederrheins in der Region im Jahr 2010. Im Dezember waren knapp 68.000 Personen in den Industriebetrieben beschäftigt. Dies waren 2 Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Trotz des unverkennbaren Aufschwungs hält Sasserath diese Entwicklung für wenig überraschend: „Der Arbeitsmarkt ist ein nachlaufender Indikator. Positive Effekte werden wir vermutlich erst in den Statistiken für das Jahr 2011 sehen. Zudem haben die Industriebetriebe ihre Beschäftigten durch die Kurzarbeiterregelung und viele betriebsindividuelle Arbeitszeitmodelle auch in der Wirtschaftskrise weitgehend halten können. Auf diese Arbeitskräfte wurde mit der steigenden Nachfrage wieder zurückgegriffen, so dass Neueinstellungen so schnell nicht notwendig waren.“

(Redaktion)


 


 

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