Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Aktuell News
Weitere Artikel
Wirtschaftsstandort Mettmann

Eine Drei plus bei der IHK-Umfrage

„Die Unternehmen in Mettmann sind mit ihrem Standort und der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur insgesamt zufrieden“, mit diesen Worten fasst IHK-Geschäftsführer Dr. Ulrich Biedendorf die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zum Wirtschaftsstandort Mettmann und der Verkehrssituation in der Kreisstadt zusammen.

Beteiligt haben sich an der IHK-Umfrage mehr als 140 Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen mit zusammen rund 2.300 Mitarbeitern. Dabei erhielt der Wirtschaftsstandort die Schulnote 2,7 und die Verkehrssituation die Note 2,5.

Auch im Boom nicht zugelegt

„Vor dem Hintergrund, dass Mettmann seit 1992 deutlich an Beschäftigung verloren hat und auch im letzten Boom kaum zulegen konnte, wollten wir wissen, wo aus Unternehmenssicht Stärken und Schwächen des Standorts liegen“, begründet Biedendorf die IHK-Analyse. Denn: Von über 13.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu Beginn der 1990er Jahre würden heute nur noch rund 11.000 in Lohn und Brot in Mettmann stehen.

Dienstleistung deutlich im Aufwind

Profitiert vom Strukturwandel habe in erster Linie der Dienstleistungssektor, der heute bereits drei Viertel aller Arbeitsplätze in Mettmann und damit einen überdurchschnittlichen hohen Anteil stelle. „Fragt man nach der Ursache für diese Entwicklung, so ist diese eher in den örtlichen Rahmenbedingungen als in der Zusammensetzung des Branchenmixes zu suchen“, fasst Biedendorf zusammen.

Verkehr top, Verwaltung eher flop

Diese Annahme bestätige auch die IHK-Umfrage. „Zwar stellt die Wirtschaft der Kreisstadt insgesamt ein befriedigendes Urteil aus, doch drückt sie der Schuh bei einigen der Standortfaktoren merklich“, erläutert IHK-Volkswirt Gerd H. Diestler. Dabei seien die Faktoren Lage und Verkehr mit den Werten 2,3 und 2,5 deutlich besser benotet worden als die Faktoren Standortkosten und -attraktivität sowie Arbeitsmarkt und Stadtverwaltung, die Noten zwischen 3,2 bis 3,4 erhielten.

„Punkten kann Mettmann hingegen mit Verkehrsanbindung und - infrastruktur . Beide Faktoren sind für die Wirtschaft überall wichtig, aber vor Ort auch besonders gut umgesetzt“, erklärt IHK-Verkehrsexperte Dr. Oliver Neuhoff. Besondere Bedeutung käme dabei den Straßen zu, deren guter Zustand geschätzt werde, auch wenn aus Sicht der Wirtschaft noch ein paar Lücken geschlossen sowie Verkehrsfluss und Baustellenmanagement verbessert werden könnten. S-Bahn, Bus- und Luftverkehr würden die Standortanforderungen sogar „übererfüllen“. „Das ist ein positives Signal, steht der Bahnverkehr doch häufig in der Kritik. Hier honorieren die Unternehmen ganz klar das Angebot der Regiobahn“, so Neuhoff.

Positiv: Nähe zu den Großstädten

Neben dem Verkehr sei für die Mettmanner Wirtschaft die räumliche Nähe zu ihren Kunden und zu den umliegenden Großstädten besonders wichtig – ein Lagevorteil, der prompt mit einem „hervorragend“ bewertet worden sei. „Pluspunkte vergeben die Unternehmen ferner für das Arbeitskräfteangebot, die örtlichen und regionalen Bildungsangebote, das Vorhandensein von unternehmensnahen Dienstleistern und sogar für das Niveau von Miet- und Pachtkosten“, so IHK-Volkswirt Gert Helmut Diestler. Weniger gut hätten demgegenüber die übrigen Standortkosten abgeschnitten. „Die Lagegunst in einem Ballungsraum sowie optimale Verkehrsanbindungen finden sich auch in den Gewerbesteuerhebesätzen oder in den Strom- und Gaspreisen wieder. Das darf auf kommunaler Seite aber nicht dazu führen, in den Bemühungen um Standortkosteneffizienz nachzulassen“, kommentiert Diestler.

Darüber hinaus – gemessen an den Anforderungen, die Betriebe im allgemeinen an eine Stadtverwaltung stellen - könne Mettmann noch ein bisschen zulegen: Serviceorientierung und Kommunikation wären aus Sicht der Wirtschaft „zufriedenstellend“. Weniger zufrieden seien die Unternehmen mit dem Stadt- und Standortmarketing sowie mit der Bearbeitung von Anträgen und der Dauer von Genehmigungsverfahren.

Um in diesen Punkten wieder Boden gut zu machen, biete die IHK-Analyse der Stadt Mettmann eine Reihe von Ansatzpunkten:
• das Straßennetz zügig ergänzen, insbesondere bei der Osttangente K 18n, der Seibelquerspange und der L 239 Richtung Ratingen,
• die „Grüne Welle“ im Stadtgebiet sowie die Ausschilderung der Gewerbegebiete verbessern,
• den Lagevorteil der Stadt, der mit der Verlängerung der Regiobahn S28 nach Wuppertal gestärkt werde, noch besser vermarkten,
• die Attraktivität der Innenstadt steigern (Stichwort: Neugestaltung des Königshofkarrees) sowie
• die Kommunikation insbesondere mit kleinen und mittelständischen Betrieben intensivieren.

„Mit dem Umfrageergebnis können wir keineswegs zufrieden sein, werden uns aber intensiv mit der Kritik auseinandersetzen“, erklärt dazu Mettmanns neuer Bürgermeister, Bernd Günther. Man habe sich bereits intensiv mit der IHK ausgetauscht und werde die Diskussion mit der Politik fortsetzen. „Nicht zuletzt lade ich alle Betriebe zu einem offenen Dialog mit mir und der Verwaltung ein, wie und wo wir uns noch verbessern können“, so der Bürgermeister

(Redaktion)


 


 

Mettmann
Dienstleistern
Wirtschaft
Betriebe
Pluspunkte
Stadtverwaltung
Unternehmen
Wirtschaftsstandort
Biedendorf
IHK

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Mettmann" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: