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NRW-IHKs befragen Unternehmen:

Im Ausland wird investiert, um den Absatz anzukurbeln

„Rund 70 Prozent unserer Unternehmen investieren vornehmlich im Ausland, um ihre Absatzchancen zu erhöhen. So steht für 41 Prozent der Aufbau des Vertriebs und Kundendienstes an erster Stelle, 29 Prozent investieren in den Aufbau einer Produktion, um den Markt besser erschließen zu können. Und nur knapp 30 Prozent geben an, über eine Auslandsproduktion Kosten sparen zu wollen“, mit diesen Worten beschreibt Dr. Gerhard Eschenbaum, derzeitiger Federführer der gemeinsamen Außenwirtschaftsaktivitäten der nordrhein-westfälischen IHKs und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, ein zentrales Ergebnis der repräsentativen Umfrage der 16 nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern, für die landesweit 3.800 Unternehmensantworten ausgewertet wurden.

Wie schon in den Vorjahren, plane danach auch für 2008 rund ein Drittel der befragten Unternehmen, im Ausland zu investieren. Gut zwei Drittel hätten nicht vor, auf diese Weise im Ausland aktiv zu werden. Deutlich höher sei das Auslandsengagement allerdings bei den Industrieunternehmen. Die Quote betrage hier - ähnlich wie in den Vorjahren - 41 Prozent. „Das stärkere Auslandsengagement der Industrieunternehmen kann nicht wirklich überraschen. Denn diese stehen unter einem weit größeren Wettbewerbsdruck als etwa personengebundene Dienstleister. Für produzierende Betriebe sind neben dem Hauptmotiv, der Erschließung und Sicherung neuer Absatzmärkte, auch kostenorientierte Investitionen oft unvermeidlich, um gegen die ausländische Konkurrenz aus Osteuropa oder Asien zu bestehen“, erklärt dazu Professor Dr. Bodo Risch von der IHK Nord Westfalen in Münster. Zum Vergleich: Nur knapp 20 Prozent der antwortenden Handels- und Dienstleistungsunternehmen hätten angegeben, im Ausland aktiv werden zu wollen. Für 2008 beabsichtige etwas mehr als die Hälfte der befragten NRW-Unternehmen Investitionen in gleichbleibender Höhe, rund 40 Prozent wollten diese steigern. Das sei umso bemerkenswerter, als der letztgenannte Wert seit 2006 rückläufig sei, was nur den Schluss zulasse, dass der Standort Deutschland für die Unternehmen an Attraktivität zurückgewonnen habe. Dafür spreche auch, dass selbst in der Industrie der Anteil der Unternehmen, die stärker im Ausland investieren wollen, immer noch fünf Prozentpunkte unter dem Höchst-wert von 2006 liege.

Mit 47 Prozent der Nennungen werde die „Wunschliste“ der ausländischen Zielmärkte von den Kernländern der Europäischen Union (EU-15) angeführt. Das sei, so die NRW-IHKs, eine indirekte Bestätigung des Marktmotivs bei den Auslandsinvestitionen, denn in diesen Ländern sei die Kostensituation ähnlich wie in Deutschland. Ferner zeige sich hier mehr als deutlich, wie stark deutsche Unterneh-men vom europäischen Binnenmarkt profitierten und ihre Exporterfolge auf diesem „Heimatmarkt“ mit Investitionen absicherten. An zweiter Stelle genannt worden seien Russland, die Ukraine, Südosteuropa und die Türkei (32 Prozent), gefolgt von den mittelosteuropäischen Ländern, die der EU 2004 beigetreten sind (31 Prozent). Auf Platz 4 stehe China mit gut einem Viertel der Meldungen (28 Prozent), gefolgt von Asien ohne China (18 Prozent), wo es über die letzten Jahre die größten Zuwächse gegeben habe. Hier schlage sich vor allem das stark zunehmende Interesse an dem neuen Megamarkt Indien nieder. Mit einigem Abstand folgten Nordamerika (16 Prozent) sowie verschiedene andere Länder (13 Prozent).

Internationales Geschäft erfolgreich nutzen

„Auslandsinvestitionen, das zeigt unsere Untersuchung sehr deutlich, flankieren und unterstützen den Absatz und sind damit ein Zeichen von Stärke. Sie zeigen aber auch, dass unsere Unternehmen die Chancen des internationalen Geschäfts erfolgreich nutzen, ohne ‚fahnenflüchtig’ zu werden“, so Dr. Gerhard Eschenbaum abschließend.

(Redaktion)


 


 

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