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Kapitalerträge

Investmentverband kritisiert geplante Abgeltungssteuer

Ab dem 1. Januar 2009 plant die Bundesregierung, die so genannte Abgeltungssteuer einzuführen. Demnach sollen Kapitalerträge und Kursgewinne mit einer Pauschalsteuer von voraussichtlich 25 Prozent belegt werden. Im Gegenzug soll die Veräußerungsfrist von einem Jahr entfallen. Bislang sind Kursgewinne nach einem Zeitraum von zwölf Monaten steuerfrei. Der BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. befürchtet, dass die Regelung erhebliche Nachteile für das langfristige Fondssparen mit sich bringt.

Im Grundsatz begrüßt die Investmentbranche die geplante Einführung einer Abgeltungssteuer. Auf der Jahrespressekonferenz des BVI hieß es, dies könne zur bürokratischen Entlastung aller Beteiligten, mehr Akzeptanz und damit zu insgesamt höheren Steuereinnahmen führen. Der BVI hob hervor, dass diese Ziele mit einem Abgeltungssteuersatz von 20 Prozent, einer Begünstigung langfristiger Anlagen und einem Bestandsschutz für bis Ende 2008 abgeschlossene Investmentfonds-Sparpläne erreicht werden könnten. Der designierte Präsident des Investmentverbands Dr. Wolfgang Mansfeld betonte jedoch, dass die Abgeltungssteuer die Bereitschaft der Bürger zur privaten Altersvorsorge nicht beeinträchtigen dürfe. „Eine Abgeltungssteuer auch auf langfristige Wertzuwächse würde die Attraktivität eines Aktien oder Aktienfondsinvestments hart treffen“.

Hintergrund sind Pläne des Bundesfinanzministeriums, mit der Einführung der Abgeltungssteuer auch Wertzuwächse zu besteuern. International verbreitet ist eine Abgeltungssteuer jedoch nur auf Dividenden und Zinsen, nicht auf Kursgewinne.

Ein Rechenbeispiel des BVI belegt, wie stark Anleger von einer möglichen Besteuerung auch von Kursgewinnen belastet wären: Bei einem Aktienfonds mit einer monatlichen Sparrate von 100 Euro kann nach über 30 Jahren ein Endvermögen von 150.000 Euro erzielt werden. Das Beispiel setzt eine durchschnittliche Rendite von rund 8 Prozent im Jahr voraus, das ist in der langfristigen Betrachtung nicht ungewöhnlich für eine Aktienfonds. Auf diesen Wertzuwachs würde laut BVI am Ende eine Abgeltungssteuer von rund 30.000 Euro fällig. „Dies bremst die Motivation , vorzusorgen und erschwert es den Bürgern, die Versorgungslücke zu schließen“, argumentiert Mansfeld.

Im Interesse der Anleger begrüßt der BVI deshalb den geplanten Bestandsschutz für bis Ende 2008 erworbene Investmentfonds und fordert darüber hinaus auch einen Bestandsschutz für Investment-Sparverträge die bis Ende 2008 abgeschlossen wurden, und in den folgenden Jahren fortgeführt werden. Für die Veräußerungsgewinne sollen über die gesamte Laufzeit dann diejenigen steuerlichen Rahmenbedingungen angewendet werden, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses eines Investment-Sparplans galten. Der BVI verweist auf den vergleichbaren Bestandsschutz bei Lebensversicherungen. Dort fallen alle Verträge, die bis Ende 2004 abgeschlossen wurden unter das alte Steuerrecht. „Wir vertrauen auf Gleichbehandlung der Sparer und gehen davon aus, dass dies bei Investment-Sparplänen genauso gelten wird“, sagt der künftige BVI-Präsident Mansfeld.


(Markus Jähnig)


 


 

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