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K 2013

HiTec: Carbon-Bolide und Kunstoff-Esel

Kunststoff bewegt und läßt sich bewegen. Wie schnell und innovativ dies geschehen kann, wurde jetzt zum Start der K 2013, der Leitmesse für Kunststoffe, in Düsseldorf vorgestellt.

In 3,9 Sekunden von 0 auf 100, 320 PS und eine gedrosselte Spitzengeschwindigkeit von 285 km/h angetrieben von einem 6 Zylinder Turbo-Motor – was das Herz eines Motorfans höher schlagen läßt, kommt auf der „K“ als Designstudie daher. Das Besondere des Boliden steckt nämlich nicht unter der Haube, sondern ist die Haube oder das Dach und wird unter dem Jargon „Automobile Zukunft mit Leichtbau“ präsentiert.

KraussMaffei zeigt am Beispiel des Leichtbau-Roadsters „Roding Roadsters“ R1, in welch rasantem Tempo Einzelteile produziert werden können. So entsteht innerhalb von nur sieben Minuten ein Carbonfaser verstärktes, lackierfähiges Dachteil. Ein bis dato weltweit unerreichter Wert. Übrigens: Der Roadster debütierte 2012 auf dem Genfer Autosalon und wurde in einer Auflage von 24 Stück gebaut. Der Einstiegs-Preis liegt bei 240.000 Euro.

Designstudie auf zwei Rädern mit "unplattbaren" Reifen

Ganz so teuer ist die zweite Designstudie nicht, die auf der Messe zu finden ist. Und als Brennstoff wird lediglich „Muskelschmalz“ benötigt. Das Konzept-Fahrrad, dass in seinem Design, an die Anfänge des Drahtesels als Hochrad erinnert, besteht aus über 20 verschiedene Kunststoffen, wobei damit der Begriff „Drahtesel“ ad absurdum geführt ist. Metallteile sind nur in geringem Anteil zu finden. Beim Antrieb zum Beispiel, da es sich um ein E-Bike handelt. Für Fahrradpuristen ein absolutes No Go, doch darum geht es dem Entwickler BASF nicht.

Das Ludwigshafener Unternehmen steckte von Polyurethanen über Thermoplaste, Schaumstoffe, Epoxidharze und Composit-Produkte in das Bike und ließ ein Fahrrad entwickeln, das eigentlich auf einer Fahrradmesse für Furore sorgen würde. Denn: „Unplattbare“ Reifen und eine intelligente Diebstahlsicherung gehören zur Grundausstattung. Sobald nämlich der Sattel vom Fahrrad abgenommen wird und das Tacho am Lenker entfernt wird, können die Pedalen nicht mehr bewegt werden. Die Integration von Vorder- und Rücklicht in die Gabeln wäre ebenso auch bei Rennrädern ohne zusätzliches Gewicht möglich.

Eröffnungsredner Joschka Fischer: nachhaltig und innovativ

Doch die heile Innnovationswelt muss sich auch den Herausforderungen und der Verantwortung stellen. Visionen werden demnach nicht allein von Ingenieuren sondern auch von den Verantwortlichen der deutschen Kunststoff- und Kautschukindustrie erwartet. Daran appellierte der ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer, der die Messe eröffnete. Auf der Sonderschau „Kunststoff bewegt“ der Organisation „PlasticsEurope“, in dem die größten Hersteller zusammengeschlossen sind, widmete er seinen Vortrag der Nachhaltigkeit. Spitzentechnologie müsse für die Zukunft entwickelt werden und dabei solle die deutsche Wirtschaft „an der Spitze der Entwicklung und Innovation stehen.“ Dabei sehe er die Wirtschaft auf einen guten Weg. Gleichzeitig warb er, sich intensiver mit dem Thema „geschlossene Kreisläufe“ auseinander zu setzen, da die natürlichen Ressourcen zur Neige gehen.

Zudem forderte Fischer kluge und erfolgreiche Unternehmen, die ihre ökologische und soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stellen. Dabei sollten internationale Arbeitsstandards eingehalten werden und verwies auf die Erfahrungen aus der Textilbranche.

(Manfred Fammler)


 


 

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