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K 2016

Kunststoff-Kids kommen ganz groß raus

200.000 Besucher, 3300 Aussteller aus 61 Nationen, einen Jahresumsatz von 100 Mrd. Euro – doch auf der K 2016, der weltgrößten Kunststoffmesse, existieren noch jener Spirit und jene Enthusiasten, die ausschließlich für ein warmes Mittagessen ihre Innovationskraft zur Schau stellen.

Sie sind nur sieben an der Zahl, alle kaum größer als einen Meter sechzig - doch haben es die Mädchen und Jungens der CJD Schulgemeinschaft Königswinter Robotik-Arbeitsgemeinschaft faustdick hinter den Ohren, besser gesagt: im Köpfchen. Auf der Sonderschau „Plastics shape the Future“ zeigen sie das Ergebnis ihrer Zukunftsvisionen in der Kombination von Technik, Informatik und Werkstoff.

Der Erfolg stellte sich bereits ein. Die Kids aus Königswinter gewannen mit ihren Robotern die Deutsche Meisterschaft „Soccer“ und die Vize-Europameisterschaft „Rescue“. Natürlich mit Robotern aus Kunststoff der Firma mit einem „L“ am Anfang und einem „ego“ am Ende.

Über diese Bastelstudie im Kinder- oder Werkzimmer ist Maximilian Schmiedel von Floatility schon weit hinaus. Er möchte im Konzert der Großen mitspielen und hat mit BASF einen „global player“ als Partner gefunden. Sein e-floater, eine elektrischer Roller, gleitet fast lautlos über den Asphalt, schafft dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 25 km/h und bringt dank der Verbund- und Kunststoffwerkstoffe nur knappe zwölf Kilogramm auf die Waage.

Der solarbetriebene Roller soll eine städtische Alternative zu den Mietfahrrädern darstellen und pro Minute 15 Cent Leihgebühr kosten. In Deutschland ist das Fahrgerät leider noch nicht zugelassen. „Der Roller passt in keine Fahrzeugklasse“, so Schmiedel. Wobei ganz Deutschland nicht stimmt. Hamburg hat als einziges Bundesland eine Genehmigung für den Elektroroller erteilt – ebenso wie Singapur.

Wie nachhaltig Plastiktüten für den Einkauf und den täglichen Gebrauch wirklich sein können, zeigt das Unternehmen Wittmann-Battenfeld. Für die Messe ließen sich die Ingenieure mit Geschäftsführer Georg Tinschert an der Spitze einen besonderen Gag einfallen. Um die Effektivität ihrer SmartPower 350/3400 zu beweisen, schufen sie eine Tasche, in der sogar der eigene Name eingeprägt werden kann. Diese thermoplastischen Elastomer-Taschen, sprich „Plastiktüten“, landen bestimmt nicht auf den Müll oder in den Weltmeeren, wenn der Absender klar erkennbar ist.

Spannend – und derzeit kaum zu überblicken – erscheint dagegen die Welt der 3D-Drucker. In diesem Segment hat die Zukunft gerade erst begonnen, denn nach Jahren der Testphasen scheinen die Kreativen und Ingenieure erst zu erahnen, welche realen Perspektiven sich hinter dieser Bezeichnung verbergen.

Einen weiteren Blick in die Zukunft wagen bisher dagegen nur kolportierte Gedankenspiele, die die Kunststoffe der Zukunft greifbar machen. Flexible, flache Werkstoffe, die bewegte Bilder wiedergeben und eine Tageszeitung alla Harry Potters „Tagesprophet“ gar nicht mehr ins Land der Zauberei verweisen.

Doch zurück in die Gegenwart, zurück zu den Lego-Kids, die täglich aus Königswinter anreisen. Als Schmankerl gibt´s neben dem täglichen warmen Essen übrigens noch eine Woche unbezahltes Schulfrei. Auch das ist die K 2016.

(Manfred Fammler)


 


 

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