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Kleinunternehmer

Sinnvolle Anwendungen der Kleinunternehmerregelung

Der Gesetzgeber sieht für Gewerbetreibende mit geringfügigem Umsatz nach §19 Umsatzsteuergesetz (UStG) vor, dass sie nicht umsatzsteuerpflichtig werden.

Um als Kleinunternehmer anerkannt zu werden, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: der Jahresumsatz im Vorjahr (oder bei Neugründungen im Anmeldejahr) darf 17.500 Euro nicht übersteigen, und er darf im laufenden Jahr 50.000 Euro nicht übersteigen. Hierbei wird der Umsatz bei Rumpfjahren, also bei einer Aufnahme der Gewerbetätigkeit mitten im Jahr statt zum 1. Januar, auf das Jahr umgerechnet. Wer also im September sein Unternehmen gründet und bis zum 31. Dezember bereits einen Umsatz von 10.000 Euro erzielt, kann die Kleinunternehmerregelung nicht anwenden, da sein Jahresumsatz hochgerechnet 40.000 Euro beträgt.

Sinnvoll ist diese Regelung für nebenberuflich Gewerbetreibende ebenso wie für Dienstleister, die sich hauptsächlich an Privatkunden richten: da sie in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer berechnen müssen, können sie so gegenüber umsatzsteuerpflichtigen Wettbewerbern kostengünstiger handeln. Aber Vorsicht: wer der Kleinunternehmerregelung unterliegt, kann selbst ebenfalls keine bezahlte Umsatzsteuer rückerstatten lassen. Es gibt daher auch Gründe, die dafür sprechen, freiwillig auf diese Regelung zu verzichten und trotz eines Jahresumsatzes von weniger als 17.500 Euro sofort als steuerpflichtiger Unternehmer aufzutreten.

Wer beispielsweise für seine Geschäftsgründung hohe Investitionskosten für eine Büroausstattung ausstehen hat oder mit ständigem Wareneinkauf arbeitet, für den bietet es sich an, freiwillig auf die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG zu verzichten, um somit zum Vorsteuerabzug berechtigt zu werden und sich die Umsatzsteuer für eingekaufte Leistungen oder Waren vom Fiskus zurückzuholen. Zudem können auch Prestigegründe eine Rolle spielen: viele andere Gewerbetreibende neigen dazu, Kleinunternehmer nicht ernst zu nehmen - insbesondere beim Geschäftsmodell Business to Business bietet sich diese Wahl ebenfalls an. Verzichtet ein Unternehmer auf diese Regelung, ist er allerdings auch bei unerwartet niedrigen Gewinnen für mindestens fünf Jahre an diese Entscheidung gebunden. Daher sollte bei der steuerlichen Erfassung sorgfältig abgewägt werden, ob man die Kleinunternehmerregelung beanspruchen möchte oder lieber darauf verzichtet.

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(anwalt.de)


 


 

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