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Erfolgreich im Business auftreten

Knigge fürs Parkett

Der Freiherr von Knigge gibt heute seinen Namen her für eine Reihe von Vorschriften, wie man sich in der Gesellschaft bewegt. Interessanter Weise handelt es sich hier um eine Interpretation mit einer langen Geschichte. Freiherr von Knigge verfasste eine Schrift mit Empfehlungen, wie man seinem Gegenüber mit Benehmen, Respekt und Wertschätzung entgegen bringt. Das hatte wenig zu tun mit der Reihenfolge des Bestecks am Tisch.

Ich möchte Ihnen im Folgenden ein Paar Empfehlungen geben, wie Sie Ihrem Gegenüber mit der nötigen Wertschätzung entgegentreten und sich dabei nicht dogmatisiert fühlen.

Viel Freude bei der Umsetzung auf dem gesellschaftlichen Parkett und dem Hinterlassen eines positiven Eindrucks:

1) Begrüßung
Auf dem gesellschaftlichem Parkett gilt zunächst: Ladys first. Aber nur wenn Sie auf 2, maximal 4 bis 5 Personen treffen. Bei größeren Gruppen können Sie heute einfach der Reihe nach gehen. Ausnahmen: Es ist z. B. nur eine Dame unter 8 Herren. Oder im Büro: Hier bitte den Chef vor der Sekretärin begrüßen. Treffen Sie beide wiederum im Theater, geht es umgekehrt: Erst sie, dann er.

2) Handschlag

Ein schlaffer Handschlag erweckt den Eindruck, dass Sie unsicher und nicht von sich selbst überzeugt sind. Deshalb: Geben Sie Ihrem Gegenüber einen festen Handschlag. Das zeigt Selbstvertrauen, Herzlichkeit, Offenheit und Aufrichtigkeit. Aber VORSICHT: Zerquetschen Sie nicht die Hand Ihres Gegenübers! Dies ist nicht nur ein Zeichen von Dominanz und Unsensibilität, sondern es macht Sie auch unbeliebt.


3) Small-Talk

Ein Zeichen des Respekts bringen Sie Ihren Gesprächspartnern entgegen, wenn Sie nicht mit dem ersten Satz mit der Tür ins Haus fallen. Es ist ganz klar, wofür ein Businessessen steht, doch leiten Sie jedes Gespräch mit einem Small-Talk ein. Gestehen Sie Ihrem Gegenüber eine „Warmlaufphase“ ein und vor allem: hören Sie ehrlich zu. Lernen Sie sich bei unverfänglichen Themen kennen. D.h. lassen Sie Themen aus, die Kontroversen hervorrufen, wie: Politik, Sport, Religion und das andere Geschlecht. Sprechen Sie positive Themen an, Sie möchten doch in positiver Erinnerung bleiben, so dass man gerne wieder mit Ihnen redet und nicht mit Ihnen immer den toten Hund der Oma verbinden.

4) Am Tisch

Hummer & Co. Tolle Lebensmittel, die wie schon immer mal essen wollten. Keine Frage. Doch ist ein Geschäftstermin oder ein Rendezvous nicht der Ort, an dem man übt und sich ggf. völlig blamiert. Wie man einen Hummer oder eine Auster richtig zu sich nimmt, dafür sind ganze Bücher geschrieben worden. Wissen Sie, dass Ihr Gast oder Gastgeber so etwas Ähnliches bestellen wird, dann üben Sie vorher oder reden Sie sich mit einer Schalentierallergie heraus. Sie sollten wissen, wie man Artischockenherzen „isst“ und in Bayern ganz klar, wie man Weißwürstchen „zuzzelt“.
Wie bei Ihrer Kleidung zieht man Rückschlüsse auf Ihre Arbeit und Ihr Wesen, wenn Sie sich am Tisch daneben benehmen.
Heutzutage nehmen Chefs Ihre Mitarbeiter auch gerne zu einem Essen mit, statt ein übliches Bewerbungsgespräch im Personalratszimmer zu führen. Hier spielen die Noten keine Rolle mehr, wenn Ihnen beim Hummeressen die Schale auf dem Nachbarsteller landet.


5)Serviette

Die Serviette ist ein Hygieneartikel und Hilfsmittel beim Essen. Sie schützt Ihren Schoß vor fallendem Essen und Sie können damit Spuren des letzten Happens aus Ihrem Gesicht entfernen. Fällt diese also einmal auf den Boden: lassen Sie sich eine frische geben! Egal ob Papier oder Stoff sie wird nicht am Ende des Gangs auf den Teller platziert, denken Sie an die Schweinerei, die der Kellner in der Küche trennen muss. Wenn Sie aufstehen oder fertig sind, legen Sie sie mit der Schmutzseite nach innen neben Ihren Teller. Man sagt links daneben, ich denke: wie es Ihnen genehmer ist. Ein kleiner Trick für Schlipsträger: Die Reste auf Ihrer Serviette sind eine Gefahr für Ihren darüber gleitenden Schlips! Also Bruchkante der gefalteten Serviette zum Tisch und sich immer mit der Innenseite der Serviette abwischen, so ist alles verdeckt und bleibt sauber.

6) Die Sprache des Bestecks

Immer noch sehen wir Vielerorts wie unachtsam Gäste mit dem Besteck sind. Sie möchten nach einer kleinen Pause noch in Ruhe weiter essen oder Ihren Teller entfernen lassen? So kommunizieren Sie nonverbal mit dem Keller. Position „zwanzig nach vier“ mit der Messerschneide zur Gabel hin – das Zeichen, dass Sie den Gang beendet haben.
Wenn die Gabel hingegen auf „zwanzig nach sieben“ liegt, dann pausieren Sie. Entgegen der Landläufigen Meinung gibt es keine „Kritikstellung“, oder möchten Sie im Beisein anderer so bloßgestellt werden?

(Redaktion)


 


 

Carmen Brablec
Fate-Labs

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