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Gegen das Njet der Hausbrauereien

Schenkt den Männern in Blau ein Denkmal!

Die Düsseldorfer Hausbrauereien wollen ihren Köbessen kein Denkmal setzen. Füchschen, Zum Schlüssel, Schumacher und Uerige haben sich gemeinsam gegen das von Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven angedachte Köbes-Denkmal ausgesprochen. Einspruch!

„Die Hausbrauereikultur Düsseldorfs ist äußerst lebendig. Zu lebendig, als dass es die Hausbrauereien für angemessen erachten, den Köbessen zum jetzigen Zeitpunkt ein Denkmal zu setzen. Ferner basiert der anhaltende Erfolg der Düsseldorfer Hausbrauereien auf zahlreichen Faktoren. Zu betonen ist insbesondere die ausgeprägte Zusammenarbeit der gesamten Belegschaft eines jeden Hauses. Alle Mitarbeiter tragen ihren persönlichen Teil dazu bei, die Düsseldorfer Altbiertradition hochzuhalten. Die Betonung nur einer einzelnen Berufsgruppe wird dem für den Erfolg der Hausbrauereien so wichtigen Teamgeist nicht gerecht.“

So lautet eine Presseinformation, die heute über den Pressedienst ots verbreitet wurde.

Hm, denkt sich da der Schreiber dieser Zeilen, der selbst drei Jahre lang als Köbes in einer der oben genannten Hausbrauereien gearbeitet hat … und sich fragt, worin der beschworene Teamgeist wohl liegen mag. Im allgegenwärtigen Spannungsfeld zwischen Köbes und Geschäftsführung? Im – nicht nur in Hausbrauereien, sondern in allen Gastronomien – obligatorischen Kleinkrieg zwischen Küche und Kellner?

Ja, natürlich, letztlich ist es nicht nur der Köbes, der dem Gast den Aufenthalt in einer Haubrauerei zu einem unvergesslichen Erlebnis macht – das Bier muss gebraut, abgefüllt und gezapft, das Essen gekocht und der Fußboden geputzt werden.

Der Mann an der Front - der Mann in Blau

Aber die Schnittstelle zum Gast – das ist und bleibt der Köbes. Und der ist nicht nur irgendein Kellner, sondern im besten Fall ein „Original“, dem ein lockerer Spruch nicht nur verziehen wird, sondern von dem der lockere Spruch erwartet wird. Nicht jeder Köbes kann dieser Anspruchshaltung der oft internationalen Gäste entsprechen, das versteht sich von selbst.

Aber es gibt sie noch, die „Männer an der Gästefront“, die sich jeden Tag ins Getümmel stürzen und Hektoliter Bier und unzählige Haxen „rausschleppen“. Die aufgrund der hohen physischen Beanspruchung oft ihren Bewegungsapparat im Dienst am Gast ruinieren … und manchmal auch ihre Leber. Aber trotz kaputter Knie und schmerzender Ellenbogen stemmen sie sich jeden Tag hoch und treten dem Gast aufrecht und nicht devot gegenüber, bereiten ihm Pläsir mit Speis und Trank und sorgen oft für Anekdoten, die die Gäste mit nach Japan, die USA oder auch nur nach Wuppertal nehmen und dort kolportieren.

Klares Votum: Gebt den Männern in Blau ein Denkmal!

(Dirk Schäfer)


 


 

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