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Kolumne: Magisches Marketing

Worüber reden wir eigentlich?

Durch Fachbegriffe können wir Missverständnisse vermeiden. Wer allerdings nicht verstanden wird, hat ein Problem, meint unser Kolumnist und schlägt hier den Großmutter-Test vor.

Fachbegriffe besitzen häufig eine magische Wirkung auf uns. Wie bei einem Zauberspruch weiß man als „Nicht-Eingeweihter“ oft nicht genau, was sie eigentlich bedeuten, aber sie erzeugen ein Gefühl von Sicherheit und signalisieren uns: „da scheint sich jemand auszukennen, mit dem, was er da tut.“ Gleichzeitig können Fachbegriffe dabei helfen, Missverständnisse zu vermeiden und so Zeit, Geld und Nerven zu sparen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings: es herrscht ein eindeutiges Verständnis über den jeweiligen Fachbegriff.

Fachbegriffe sind im Marketing oft nicht eindeutig belegt

Das ist im Marketing leider nicht immer so. Viele Fachausdrücke sind nicht eindeutig belegt und ermöglichen dadurch Spielraum für eigene Interpretationen. Kommen dann noch Anglizismen ins Spiel, fühlt man sich bei einigen Marketing-Veranstaltungen schnell wie bei einer koreanischen Quizshow. – Selbst wenn es irgendwie Spaß macht, man versteht kein Wort. Und genau das ist schade. Oftmals quälen wir uns damit, Worte zu verwenden, deren Bedeutung wir nicht wirklich kennen, um Menschen zu beeindrucken, die uns eigentlich egal sind. Und das schadet am Ende nur einem selbst.

Durch eine Engagement Strategy die Zielgruppe retrainen

Erst neulich habe ich auf einem Marketing-Kongress einen Redner erlebt, der in seinem Vortrag mehrfach von der wichtigen Bedeutung einer „Engagement Strategy“ gesprochen hat, um „Zielgruppen zu retrainen“. Als er darauf angesprochen wurde, was er denn eigentlich konkret meint, folgte auf eine längere Pause der Hinweis, dass das nicht so einfach zu erklären sei. Wie häufig verlangen wir im Marketing: „Sprecht die Sprache Eurer Kunden!“ oder „Kommuniziert auf Augenhöhe“ und fachsimpeln dann selbst wirr herum.

Der Großmutter-Test als Abhilfe

Hier würde ich gern den „Großmutter-Test“ als Abhilfe etablieren: wenn man etwas nicht so einfach erklären kann, dass es die eigene Großmutter versteht, sollte man sich fragen, ob man es selbst ausreichend verstanden hat und im Zweifelsfall besser nichts sagen. Das könnte ganz gut funktionieren und würde vielleicht sogar den einen oder anderen Vortrag überflüssig machen.

(Redaktion)


 


 

Sprache
Missverständnis
Großmutter-Test
Magisches Marketing
Michael Krisch

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