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Konjunktur Niederrhein und Düsseldorf

Aufschwung in Sicht

Die Wirtschaft in Düsseldorf und am Niederrhein hat das Zwischentief der ersten Jahreshälfte 2013 überwunden. Das geht aus der aktuellen Konjunktur-Umfrage der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein hervor. Der „Lage-Indikator“ ist seit Herbst 2013 um fast zehn Punkte angestiegen.

39 Prozent der rund 800 befragten Betriebe mit zusammen 80.000 Beschäftigten bezeichneten ihre Geschäftslage zu Jahresbeginn 2014 als gut. Das sind acht Punkte mehr als bei der letzten Konjunkturumfrage im Herbst vergangenen Jahres. Da gleichzeitig auch der Anteil der „Schlecht“-Meldungen leicht zurückgegangen ist, stieg der Lage-Indikator um fast zehn auf jetzt 25 Punkte. Noch etwas stärker haben sich die Konjunkturerwartungen für das gerade begonnene Jahr verbessert. Jetzt überwiegen die optimistischen Stimmen die pessimistischen um 34 Prozentpunkte – elf Punkte mehr als noch im vergangenen Herbst. „Die Aufwärtsentwicklung ist solide. In sämtlichen Wirtschaftszweigen überwiegen die Unternehmen, die sich positiv sowohl zur Geschäftslage als auch zu den Erwartungen äußern. Und vor allem sind die Unterschiede zwischen den Branchen vergleichsweise gering“, analysiert Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. „Die Wirtschaft in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein ist gut ins neue Jahr gestartet. Für den Jahresverlauf erwarten die Unternehmen eine weitere Konjunkturbelebung – allerdings zunächst noch mit verhaltenem Tempo.“

Konjunkturschwung kommt im Jahresverlauf

Die Konjunkturbelebung der vergangenen Monate ist vor allem auf die Inlandsnachfrage zurückzuführen. Der Auslandsabsatz ist zuvor schon auf hohem Niveau gewesen und hat bislang nur noch wenig zugenommen. Wegen dieser noch fehlenden Dynamik der Auslandsnachfrage ist zunächst nur ein moderates Wachstum zu erwarten, das sich erst im Jahresverlauf beschleunigen könnte. Auch die Investitionstätigkeit kommt noch nicht so recht in Schwung, die Planungen sind noch verhalten. Ein Grund liegt sicherlich in der nur durchschnittlichen Kapazitätsauslastung. Sie bietet zunächst noch genügend Spielraum für Produktionssteigerungen. Angesichts der guten Geschäftserwartungen prognostizieren die IHKs einen stabilen Arbeitsmarkt. Er bleibt jedoch – vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – voraussichtlich ohne große Dynamik. „Bei den wesentlichen Konjunkturrisiken stehen aus Sicht der Unternehmen die Lohnkosten immer stärker im Vordergrund“, stellt Siepmann fest. Aktuell sei dies bei knapp 40 Prozent der Unternehmen der Fall. Vor zwei Jahren lag der Anteil bei gut 25 Prozent.

Angst vor Energiepreisentwicklung

Konjunkturrisiko Nummer 1 bleibt in der regionalen Wirtschaft die Inlandsnachfrage (56 nach zuvor 65 Prozent der Betriebe). Die Industriebetriebe seien inzwischen am stärksten über die Energiepreisentwicklung besorgt (52 Prozent). Sie befürchten die Folgen der EEG-Reform und des drohenden EU-Beihilfeverfahrens – zumal die internationale Konkurrenz durch die Entwicklung der Weltmarktpreise entlastet werde. „Nach Branchen differenziert, befinden sich die unternehmensnahen Dienstleister und das Baugewerbe derzeit in der besten Geschäftslage“, ergänzt Rainer Növer, Chefvolkswirt der IHK Mittlerer Niederrhein. Auch der Einzelhandel ist nicht unzufrieden, wenngleich hier der Lageindex mit neun Punkten doch merklich unter dem Durchschnitt bleibt. Immerhin ist dies die beste Beurteilung seit drei Jahren. Noch zuversichtlicher als zuvor sind Großhändler, Dienstleister und alle Industriebereiche. Auch die Einzelhändler blicken verhalten optimistischer in die Zukunft.

(Redaktion)


 


 

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