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  • 19.08.2010, 09:29 Uhr
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Luftreinhalteplan Krefeld:

IHK lehnt Umweltzone ab

Die IHK Mittlerer Niederrhein kritisiert im Rahmen einer Vorabstellungnahme den Entwurf der Bezirksregierung Düsseldorf für den Luftreinhalteplan (LRP) Krefeld. Kern des Vorhabens ist die Einrichtung einer „Umweltzone Innenstadt“. Dort soll ein Fahrverbot für „schadstoffintensive Kraftfahrzeuge“ eingeführt werden.

„Die entscheidende Frage, in welchem Umfang eine Umweltzone die Krefelder Luft tatsächlich verbessert, beantwortet der LRP nicht“, sagt IHK-Geschäftsführer Bernd Neffgen. Er weist darauf hin, dass im LRP-Entwurf Problemzonen miteinander in Beziehung gebracht werden, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben: „Die Situation im Hafen Krefeld ist nicht mit der Situation an der Vulkanstrasse in Krefeld-Stahldorf vergleichbar. Entsprechendes gilt für den Bereich der Innenstadt.“ Daher gebe es laut Neffgen keine ausreichende Rechtsgrundlage für einen Luftreinhalteplan für das gesamte Stadtgebiet Krefelds.

„Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist überlebenswichtig für ein attraktives Oberzentrum Krefeld“, betont IHK-Vizepräsident Wolfgang Stromps. „Vor der Einrichtung einer Umweltzone Innenstadt müssen alle anderen Maßnahmen ergriffen werden, die wirkungsvoll sind.“ So erinnert Stromps an die seit Jahren geplante Begradigung der Hentrichstraße im Hafen. Dies hätte längst zu einer Luftverbesserung führen können.

Neffgen weiter: Den Verkehrsfluss zu erleichtern und Rückstaus zu vermeiden, trage wesentlich mehr zur Luftreinhaltung bei, als die Sperrung von Straßen. Auch die Reduzierung der Schadstoffemission durch Hausbrand (Heizung und Kamin) könnte einen wichtigen Beitrag leisten. „Gute Luft in Krefeld bedeutet Lebensqualität für die Bürger und Besucher unserer Stadt – die Wirtschaft steht dem nicht im Wege“, betont IHK-Vizepräsident Stromps. „Allerdings muss man die Möglichkeiten nutzen, die effektiv sind. Pauschaler Aktionismus hilft nicht weiter.“ 

Luftreinhalteplan sinnlos

So hält die IHK die im Luftreinhalteplan vorgesehene Komplett-Sperrung der Königstraße für sinnlos. „Diese Maßnahme ist derart kleinräumig, dass wir deren Erfolg erheblich bezweifeln“, sagt Neffgen. „Die negativen Folgen der Sperrung für den Einzelhandel an der Königstraße dagegen wären massiv.“ Für die IHK stellt sich hier die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.

Die IHK lädt alle interessierten Unternehmen für Freitag, 3. September, 10 Uhr, zu einem Meinungsaustausch zum geplanten Luftreinhalteplan ein. Ort: IHK in Krefeld, Nordwall 39. Auf Grundlage dieses Gesprächs wird die IHK eine umfassende Stellungnahme zum Luftreinhalteplan Krefeld erarbeiten. Um eine Anmeldung bei Stefanie Prange, Tel. 02151 635 342, E-Mail [email protected], wird gebeten.

Betroffene Unternehmer wie auch alle anderen Bürger können ihre Anregungen und Bedenken zum Luftreinhalteplan auch selbst bis spätestens 30. August der Bezirksregierung Düsseldorf, Cecilienallee 2, 40474 Düsseldorf, E-Mail [email protected], mitteilen.

(Redaktion)


 


 

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