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  • 13.09.2018, 10:01 Uhr
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  • Berlin
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Analyse: Deutschlands WM-Aus und die Wirkung auf das Konsumverhalten

Welchen Einfluss das frühe WM-Aus 2018 im Vergleich zum WM-Sieg 2014 auf das Konsumverhalten in Deutschland hatte, wollte eine der führenden deutschen Online-Lieferplattformen für Essen, Lieferheld.de, herausfinden.

Die deutsche Nationalmannschaft war satt, die Bundesbürger aber noch hungrig – das war der Tenor nach dem frühen Ausscheiden von Jogis Jungs bei der Fußballweltmeisterschaft 2018. Nicht nur die Spiele im TV, sondern auch Bier, Essen und Fanartikel wollten reichlich konsumiert werden. Welchen Einfluss das frühe WM-Aus 2018 im Vergleich zum WM-Sieg 2014 auf das Konsumverhalten in Deutschland hatte, wollte eine der führenden deutschen Online-Lieferplattformen für Essen, Lieferheld.de, herausfinden. Das Ergebnis der Analyse hält verschiedene Faktoren bereit: die Zuschauerzahlen der Spiele im Fernsehen, Essensbestellungen,  Fanmeilen-Besucherzahlen, das dortige Ess- und Trinkverhalten sowie Trikotverkäufe. Die detaillierte Analyse kann auf der Seite WM-Konsum-Analyse eingesehen werden.

Nachfolgend einige Highlights der Ergebnisse, die aufzeigen, welche wirtschaftlichen Folgen eine Weltmeisterschaft, je nach Erfolg der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf das Konsumverhalten in Deutschland hat.

TV-Einschaltquoten: Die sieben zuschauerstärksten WM-Live-Spiele 2014 bei ARD und ZDF - allesamt mit deutscher Beteiligung - holten 199,83 Millionen Menschen vor die Fernseher. 2018 erreichten diese sieben Spiele, aufgrund von Deutschlands frühem WM-Aus, nur eine Einschaltquote von 151,99 Millionen Menschen. Überhaupt war das WM-Finale 2018 das zuschauerschwächste Finale im deutschen Fernsehen seit 1994. 14 Millionen weniger als 2014 – also 21,32 Millionen Menschen - verfolgten das Finale mit deutscher Beteiligung  live im Ersten, das 2018 von fast 35 Millionen im Ersten gesehen wurde.

Essensbestellungen: Finale ohne deutsche Nationalelf auch bei Essensbestellungen spürbar Deutschlandweit verzeichnete Lieferheld zum Finale 2014 (Argentinien gegen Deutschland) 35 Prozent mehr Bestellungen gegenüber dem 8. Juni 2014 – dem letzten spielfreien Sonntag vor der WM. Das diesjährige Endspiel (Frankreich gegen Kroatien) dem WM-losen Vergleichssonntag vor dem Wettkampf (10. Juni 2018) gegenübergestellt, gingen 9 Prozent mehr Bestellungen bei der Plattform ein. Dies lässt schlussfolgern, dass durch die vielen Millionen Fernsehzuschauer während eines Fußballweltmeisterschaftsfinales verstärkt Essen bestellt wird. Gleichzeitig zeigen die Vergleiche, dass das frühzeitige Aus der DFB-Elf 2018 und ein Finale ohne ihre Beteiligung auch die Bestellung von Essen zu den im TV verfolgten Spielen bremste. Noch stärker lässt sich dies auf Stadtebene beobachten: In Hamburg zum Beispiel stiegen die Bestellungen zum WM-Finale 2014 verglichen mit dem Sonntag vor der Weltmeisterschaft um 11 Prozent, in Berlin um 43 Prozent und in Frankfurt um satte 45 Prozent. Das diesjährige Finale machte die Hamburger dagegen nur um 2 Prozent hungriger, als der Sonntag vor WM-Beginn. Frankfurt legte um 17 Prozent zu und die Hauptstadt war mit 11 Prozent weniger Bestellungen gegenüber dem Sonntag vor WM-Beginn regelrecht übersättigt. 

Fanmeilen: Nicht nur vor dem Fernseher haben 2018 weniger Gruppen die Spiele verfolgt. Am stärksten spürten das die Fanmeilenbetreiber des Landes. Durch das frühe WM-Aus der Deutschen 2018 wurden Fanfeste in diversen Städten wie Hamburg, Münster oder Frankfurt vorzeitig abgebaut bzw. zeigten nur noch das Finale. In der Hauptstadt wurde die WM 2018 jedoch auf der Straße des 17. Juni komplett gezeigt. Während das Finale mit deutscher Beteiligung in Berlin 2014 allerdings 250.000 Besucher zählte und damit komplett gefüllt war, kamen 2018 nur 10.000 Besucher für das Endspiel Kroatien gegen Frankreich und damit 96 Prozent weniger. Das führte zu einem Umsatzverlust von rund 840.000 Euro, basierend auf dem fehlenden Umsatz durch den Verkauf von Bratwürsten (360.000 Euro) und Bierverkauf (480.000 Euro) im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2014. Das Fanfest Heiligengeistfeld in Hamburg verzeichnete 2018 schon während der drei Vorrundenspiele mit der deutschen Nationalelf 90.000 Zuschauer weniger als 2014 (-66,67%). Insgesamt hätte bei einem Finaleinzug Deutschlands 895.000 Euro mehr eingenommen werden können.

In Frankfurts Commerzbank Arena waren es dieses Jahr insgesamt 25.200 Besucher weniger (-37,5%). Die damit verlorenen Eintrittspreise von Bier- und Bratwurstkonsum bedeuten für die Veranstalter in der Arena einen Umsatzverlust von 395.750 Euro.

Bierkonsum: Die Bierbranche beklagte ebenfalls das früheste Ausscheiden der deutschen WM-Geschichte. Rund 40 Millionen Euro Umsatz sollen durch die fehlenden vier Deutschlandspiele und den damit einhergehenden Euphorieverlust verloren gegangen sein. Im Durchschnitt tranken rund 26 Millionen TV-Fans 2018 etwa 5 Millionen Liter Bier pro Deutschlandspiel.

Werden alle WM-Spiele mit Deutschland-Beteiligung 2014 mit allen Vorrunden-Spielen mit deutscher Beteiligung sowie den Kroatienspielen vom Achtelfinale bis zum Finale 2018 verglichen, dann konsumierten die Fernsehzuschauer während der Weltmeisterschaft 2018 10.644.000 Liter Bier weniger (-26,63%), was einen Umsatzverlust von 7,74 Millionen Euro bedeutet.

Trikotverkäufe: Auch das Interesse am Deutschlandtrikot nahm bei der Weltmeisterschaft 2018 bereits nach dem alles entscheidenden Vorrundenspiel gegen Südkorea um 45 Prozent ab. Händler reduzierten die Trikotpreise im Laufe der Weltmeisterschaft um etwa 60 Prozent. 35 Euro kostete das Trikot der deutschen Mannschaft nach dem Ausscheiden. Gleiches zeigte das Google-Suchvolumen zu „Deutschlandtrikot kaufen”. Direkt nach dem verlorenen Spiel gegen Mexiko am 17. Juni sanken die Anfragen um 44 Prozent zum Vortag. Adidas hatte, wie auch 2014, dieses Jahr rund drei Millionen Deutschlandtrikots vor dem internationalen Event verkauft, was zu einem Umsatz von 65,5 Millionen Euro führte. 2014, im Anschluss an den Gewinn der Weltmeisterschaft, hatte der Konzern über eine Million Nachbestellungen. Dieser zusätzliche Umsatz von 40 Millionen wurde 2018 nicht gemacht.



(Redaktion)


 

 

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