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LKW-Fahrer dringend gesucht

Erhöhter Güterverkehr kann die Versorgungskette einschränken

Mehr als drei Millionen Tonnen Fracht rollen jährlich über Deutschlands Straßen. Seit Jahren schon nimmt der Güterverkehr kontinuierlich zu und laut Prognosen wird ein bis zum Jahre 2025 weiteres enormes Wachstum erwartet.

Schon heute hat der Straßen-Güterverkehr einen Anteil von 80 Prozent des gesamten Transportaufkommens, was ihn zu einem dominierenden Transportweg in Deutschland macht.

Fahrermangel – Bald leere Regale in Deutschlands Supermärkten?

Wenn diese Zahlen erst einmal positiv klingen, so steht dem gegenüber ein eklatanter Nachwuchs- und Fahrermangel, der zukünftig nicht nur die Versorgungskette erheblich einschränken könnte, sondern auch die Sicherheit auf den Straßen in Frage stellt. Anhand der allgemeinen Nachwuchsprobleme ist ein Drittel aller Berufskraftfahrer überaltert und über 50 Jahre alt. Allein für den gewerblichen Güterverkehr werden jährlich 25.000 bis 30.000 neue Kraftfahrer benötigt, um die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren.

Nur jedes dritte Speditions-Unternehmen bildet Berufskraftfahrer selbst aus oder bietet Ausbildungsprogramme an. Es fehlt an Unterstützung der Verantwortlichen aus der Regierung, die mit entsprechenden finanziellen Mitteln Anreize schaffen könnten, um in den Speditionen Nachwuchs zu fördern. Das Resultat ist, dass mehr als die Hälfte aller Speditions-Unternehmen unter Fahrermangel leidet.

Hohe körperliche Belastungen führen zu Verkehrsunfällen

Die so berühmte romantische Freiheit eines Kapitäns auf der Landstraße der 50-iger und 60-iger Jahre, die eng verknüpft ist mit dem Wirtschaftswunder Deutschlands, ist schon lange nicht mehr existent. Das Image hat sich vollkommen gewandelt und heute spricht man eher vom brutalen Alltag eines deutschen Kraftfahrers. Er ist ständig fern von seinem Heimatort unterwegs und meistens auch am Wochenende getrennt von seiner Familie. Routen werden selten so geplant, dass er vor Beginn des Sonntagsfahrverbotes heimkehren kann und so ist eine Zwangspause auf einem Parkplatz die Folge. Häufig fängt die erste Schicht schon spät am Sonntagabend an, um pünktlich am nächsten Tag anliefern zu können. Dadurch entstehen gesundheitliche Probleme, die durch die Nachtarbeit zu gestörten Tag- und Nachtrhythmen führen. Übermüdung ist die häufigste Ursache, die zu Verkehrsunfällen führt.

Die vielfältigen Belastungen wie Schichtdienst, Zeitdruck, dichter Straßenverkehr, Monotonie auf Autobahnen, schlechte Sichtverhältnisse, eine ständig hohe Konzentration sowie Zwangshaltung auf dem Fahrersitz werden zudem noch durch psychosoziale und psychomentale Faktoren beeinflusst. Das Leistungsniveau sowie der Biorhythmus werden dabei vollkommen ignoriert.

Vorgeschriebene Ruhepausen werden missachtet

Der harte Wettbewerb unter den Speditions-Unternehmen sowie wirtschaftliche Zwänge führen dazu, dass geregelte Vorschriften von Ruhepausen umgangen werden. Somit werden Probleme des Zeitdrucks sowie Kosten an den Kraftfahrer weitergegeben. Aber auch aufgrund des zunehmenden Verkehrs sind Autobahnraststätten nicht mehr genügend ausgerüstet, um ausreichend genug Parkplätze für Nutzfahrzeuge zu gewährleisten. Der Fernfahrer ist nach vergeblicher Parkplatzsuche oft gezwungen, trotz Übermüdung und unter Missachtung der vorgeschriebenen Ruhepausen, weiterzufahren.

Fehlende Parkplätze und steigende Dieselpreise verschärfen das Problem

Wenn in der Vergangenheit von Verantwortlichen in der Politik vorgenannte Probleme missachtet wurden, so ist der Handlungsbedarf mittlerweile erkannt worden, um eine leistungsfähige Infrastruktur von zusätzlichen LKW-Stellplätzen im Interesse der Verkehrssicherheit zu garantieren.

Aber damit nicht genug. Der Dieselpreis hat nach Meinung von mehr als vierzig Prozent aller LKW-Fahrer ebenfalls zu der schlechten Situation geführt. Darüber hinaus wird das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer immer mehr zu einem Problem. Riskante Manöver wie Schneiden und unüberlegtes Überholen führen oft zu schweren Unfällen sowie das Unterschätzen von Abständen und Längen der Trucks während des Überholens. Um aber auch die verkehrstechnische Sicherheit der LKW’s zu erhöhen, entwickeln mehr und mehr LKW-Hersteller sogenannte intelligente Sicherheitssysteme.

Innovative Sicherheitssysteme sollen den Kraftfahrer unterstützen

Bereits seit geraumer Zeit sind technische Finessen wie Brems- und Stabilitätssysteme, Abstandsmesser und Spur-Assistenten von allen großen Herstellern im Angebot. Weitere innovative Entwicklungen, die schon fast futuristisch anmuten, werden bald auf den Markt kommen. Laut Aussagen der LKW-Hersteller können mit dem Einsatz von intelligenten Sicherheitssystemen bei Nutzfahrzeugen bis zu 40 Prozent der Unfälle vermieden werden. Allerdings sind viele Systeme nicht serienreif, abgesehen davon, dass es bei zu vielen optischen sowie akustischen Warnsignalen zu einer Reizüberflutung kommt. Die zahlreich angebotenen aktiven Systeme, wie sie teilweise bei Nutzfahrzeugen von Autoscout24 angeboten werden, schaffen nicht unbedingt Abhilfe.

Video zum Thema http://www.youtube.com/watch?v=FLFbrFNUi0E

(Redaktion)


 


 

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