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Manfred meint: Der Kommentar

Von Namensverwechslung und Überfliegern

Habe ich das richtig verstanden oder hat die Hitze meine Wahrnehmung dermaßen beeinträchtigt? Weil im ostwestfälischen Lübbecke eine Turnhalle „Merkur-Arena“ heißt, muss eine der modernsten Multifunktionsarenen Europas wegen Verwechslungsgefahr einen anderen Namen tragen? Wegen Verwechslungsgefahr?!

Wie hat es dann der greise Paul Gauselmann geschafft, bei seinem Besuch von OB Geisel in dieser Woche nicht falsch abzubiegen und in Düsseldorf statt in dem 26.000-Seelen-Städtchen zu landen? Keine Spur von Verwechslungsgefahr. Eher eine Spur Totalversagen der angeblichen wirtschaftlichen und politischen Elite in dieser Stadt.

Doch bleiben wir sachlich. Konzentriere ich mich auf die „Heimat von Fortuna“, so oder ähnlich soll der Zusatz zukünftig lauten.

Freuen wir uns also, dass Fortuna demnächst in jeder Merkur-Spielhalle – die dann bestimmt in Arena umgetauft werden – nicht nur als Geist, sondern tatsächlich zu Hause ist. Denn ohne „Fortune“ ist in dieser Dunkelkammer der Laverna ohnehin kein Stich zu machen.

Es ist ein Glücksspiel, wenn sich jemand vor diese elektronischen Schröpfmaschinen setzt und zockt, hoffend auf das große Los, auf den Jackpot, auf das ganz große Geld, das übrigens bislang nur der Initiator Paul Gauselmann abschöpfte.

Sachlich bleibe ich, wenn ich den Euronenflop der „Tour de France“ auf das Sponsoring Gauselmanns umrechnne. Zwölf Millionen Miese, geteilt durch jährliche rund vier Millionen Euro aus Ostwestfalen hätten uns drei Jahre das Rheinstadion, und damit die wahre Heimat der Fortuna zurück- und mehr Zeit gebracht, einen für Stadt und Verein repräsentativen Namensgeber zu finden.

Mit Henkel auf der Brust zieht demnächst Usami in die Merkur-Spielarena ein. Hat sich eigentlich Henkel bei dem ganzen Hickhack mal zu Wort gemeldet? Es würde mich nicht wundern, wenn die Firma ihr Sponsoring bereits bedauern würden.

Und noch mal ein Hinweis zur Versachlichung: Die immer als Beispiel zitierten Veltins- und Köpi-Arena sind in Privatbesitz. Bei einem Bauwerk der öffentlichen Hand, wie hier in Düsseldorf, zählen für mich andere Maßstäbe.

Zurück zum Thema: Ganz oben auf der Arena-Seite prangert demnächst „Merkur-Spielarena“, darunter der Schriftzug „Heimat der Fortuna“.

Fussball ist manchmal ein Glücksspiel, ebenso das der Fortuna. Unbestritten. Mir klingen jedoch schon die zukünftigen sarkastischen Kommentare der Sportjournalisten bei einer Berichterstattung über unseren Verein in den Ohren, wenn´s mal nicht gut läuft.

Der Glücksstern sinkt, Glücksritter oder Glücksspieler, jedes Spiel wird zum Glücksspiel – ich möchte nicht, dass die gesamte Republik über meine Stadt oder meinen Verein lacht und spöttisch herzieht. Ich möchte nicht, dass Karnevalisten oder Kabarettisten ihren bissigen Humor über eine Mannschaft ausschütten, die es ohnehin schwer genug haben wird, die Liga zu halten.

Als neuesten Coup, Kompromiss oder zur Beruhigung der Diskussion soll nun das Fortuna-Logo statt unter dem neuen Arena-Namen an der Seite auf das Dach lackiert werden. Sowieso eine gute Idee, die schon längst hätte realisiert werden können.

Die Arena-, Stadtoberen und der Aufsichtsrat der Stadion betreibenden Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH werden das Logo allerdings niemals zu sehen bekommen. Das ist allein Überfliegern vorbehalten.

(Manfred Fammler)


 


 

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