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Manfred meint: Der Kommentar

Welche Aufgaben hat das Presseamt?

Diese Frage stellt sich, nach dem überraschenden (oder nicht wirklich überraschenden?) Ende der Zusammenarbeit der Amtsleiterin Kerstin Jäckel und Düsseldorfs OB Thomas Geisel. Fehlende Nähe oder fehlendes Vertrauen? Oder gibt es andere Gründe?

Ich finde, dass die Gründe für den Knatsch, den es offenbar hinter den Kulissen gab, gleichgültig sind. Die Noch-Amtsleiterin hat ihre Sicht der Dinge, gelernt ist gelernt, flugs via facebook dargelegt.

Vielmehr sollte jetzt mal wieder über die Funktion des Presseamtes (in Rathaus-Langform: Amt für Kommunikation) nachgedacht werden. Welche Aufgabe hat dieses Amt und wem oder was dient es?

In erster Linie hat das Amt der Stadt Düsseldorf zu dienen. Es soll die Menschen in dieser Stadt über Entscheidungen informieren. Dazu bedient es sich der Medien oder, jetzt verstärkt, der sozialen Medien.

Das war auch mal so. Ich erinnere mich noch an Hans-Joachim Neisser, den langjährigen Amtsleiter, der sich stark an den Interessen der Stadt orientierte und seine Aufgabe derart verstand.

Leider ist das Stadtpresseamt seit den Zeiten Joachim Erwins immer mehr zu einem persönlichen Sprachrohr des aktuellen Oberbürgermeisters geworden. Erwin begann dieses Amt als PR-Agentur in eigener Sache zu missbrauchen. Mich erinnerten die damaligen Meldungen und Pressefotos manchmal an das „Neue Deutschland“, das offizielle Organ der DDR, wo der Staatsratsvorsitzende auf jeder Seite wenn nicht abgebildet, so jedoch total wichtige Sachen zu sagen hatte.

Thema? Egal, Hauptsache Öffentlichkeit.

Diese Personalityshow ist aber nicht die Aufgabe des Presseamtes. Es soll im Dienste der Stadt arbeiten und nicht die Eitelkeiten Einzelner dienen.

Das Stadtpresseamt ist ein Amt wie jedes andere auch. Der Leiter oder die Leiterin muss seinen Dienstherrn nicht mögen, genauso wie jeder andere Amtsleiter/in auch. Die Aufgabe des Presseamtes ist, Entscheidungen von gesamtstädtischem Interesse zu veröffentlichen, zu erklären und zu veranschaulichen.

Für alles andere hat der OB einen persönlichen Referenten, einen Büroleiter oder andere Vertraute, die man auch nicht mögen muss.

Kurzum: Inwieweit ein Presseamt die gesamtstädtischen Interessen vertritt oder PR für den Oberbürgermeister macht, entscheidet letztlich der Dienstherr, an dessen Weisungen jeder Amtsleiter gebunden ist. Den verantwortungsvollen Umgang mit der Öffentlichkeit sollten beiden Seiten erkennen und sich verständigen, bevor das "Abenteuer Amtschef" in einer der schönsten Städte Deutschlands erneut in Angriff genommen wird.

(Manfred Fammler)


 


 

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Thomas Geisel

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