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Medica 2019

Robo-Doc - die Medizin der Zukunft?

Robotik kann in Medizin und Pflege sehr viel erleichtern. Den Laser präziser führen als Chirurgen, Pflegebedürftige tragen und seit neuesten sogar Menschen massieren.

Dies ist nur eine Neuheit auf der an Neuheiten reich gespickten weltgrößten Medizinmesse Medica, auf der seit heute 5.500 Aussteller Innovationen und Weiterentwicklungen vorstellen.

Dabei seien drei Trends aktuell zu erkennen, so Martin Koch von der Messe Düsseldorf. Mobile Health für Diagnose und Therapie, Robotik zum Beispiel für die Anwendung in der Pflege, Reha und Chirurgie sowie KI (Künstliche Intelligenz), eigenständig handelnde und selbstlernende Systeme.

Dass die drei Trends fließend ineinander übergehen, versteht sich von selbst – anders wäre ein entspannter Rücken durch einen Roboterarm, der seinen Ursprung in der Automobilindustrie besitzt, nicht möglich geworden, jedenfalls nicht jetzt auf der Medica. Übrigens kann diese selbststeuernde Entspannungseinheit von Kuka für 2.500 Euro pro Monat gemietet werden.

Deutlich preiswerter dagegen ist eine Neuentwicklung aus Dänemark. Mit einem interaktiven Klangkissen geht Inmutouch in Düsseldorf an den Start. Die Einsatzmöglichkeiten sollen bei an Alzheimer und Demenz erkrankten Menschen liegen. Die Musik, die an einen Fahrstuhl erinnert, wechselt je nach Druckintensität oder Kissenlage. Sie setzt sich aus Musikbausteinen zusammen zu drei bis fünf Noten, die von einem Algorithmus jeweils neu zusammengesetzt werden. Misstöne soll es dabei nie geben. Der Einstiegspreis liegt bei 600 Euro – vielleicht der einzige Misston.

Virtuelle Realität findet zunehmend Einzug in die Therapie. Das Vorgaukeln einer Wirklichkeit kann halbseitig gelähmten Menschen weiterhelfen. Dass es funktioniert, beweist die klassische Spiegeltherapie. Auf der Medica jedoch musste das klassische Abbild der Realität der virtuellen Brille der Firma Rehago weichen. Und so funktioniert´s: Wenn die linke Hand gehoben wird, in der ein schnurloses Handsteuergerät gehalten wird, erscheint in der Brille die rechte und dreht zum Beispiel Memorykarten um. Durch dieses seitenverkehrte Vorgaukeln einer Aktion sollen neue Netzwerke im Gehirn geschaltet werden, die, vielleicht irgendwann mal, die Brille überflüssig machen könnten.

Über die Flut von Wearables noch Worte zu verlieren ist wie Eulen nach Athen zu tragen. Es gibt sie für alles: Zur Blutdruckmessung, zum Anzeigen der Inaktivität, zur Herzfrequenzmessung, zur Schrittzählung, zum Monitoring oder zur Erinnerung an irgendetwas. Allerdings – und hier setzt die Natur ihre Grenzen – ist der menschliche Arm zu kurz und er hat derer auch nur zwei, um alle Armbänder zu tragen, die es benötigt, rundherum alle Daten zu sammeln. Abhilfe steht jedoch schon bereits, digitale Pflaster oder Implantate werden diesen „menschlichen Makel“ neiseite schieben.

Doch Vertreter einer „archaischen“ Medizin finden auch ihren Platz auf der Messe. Keine Technik, kein Computer oder Roboter, nein, schlichtweg ein Surfbrett für zu Hause präsentiert das Unternehmer-Duo Strobel & Walter. Aus Thüringer Baubuche und recycltem Kunststoff hergestellt, bietet das „Yogaboard“ anspruchsvolles Balancetraining zur Stärkung der Tiefenmuskulatur.

Und wer bei diesem Training nicht auf das Meeres typische Klima wie salzhaltiger Luft verzichten möchte, sollte bei der Firma Beurer vorbeischauen. Dort gibt es neben einem Clip gegen Rückenschmerzen ein Gerät mit dem Produktnamen „ maremed“. „Durch Verneblung von Meersalz wird die Luft mit diesem angereichert. Der hohe Salz- und Mineralgehalt wirkt sich positiv auf die Atemwege aus“, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Die Medica ist reich an Ideen und zeigt richtungsweisend in die Zukunft. Naturgemäß bleiben jedoch auch zahlreiche Fragen offen, zum Beispiel: Wie kann der Einzelne dem App-Hype und den allumfassend kontrollierenden Wearables entgehen?

Vielleicht haben Alexa oder Siri eine Antwort.

(Manfred Fammler)


 


 

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