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Medica / Compamed

Einblicke in die Zukunft der Medizin

Was hat der Patient – außer steigende Kosten bei der Krankenversicherung – in den nächsten Jahren im Gesundheitswesen zu erwarten? Die beiden Leitmessen Medica und Compamed werfen einen kleinen Blick in die Zukunft. Dabei kann man schon mal in die Luft gehen – natürlich nur rein virtuell.

Icaros – kein „u“ sondern „o“ – ist ein virtuelles „Spielzeug“ oder therapeutisches Hilfsgerät, das die Grenze zwischen Therapie und Entertainment verwischt und dabei auf die Stärkung von Rumpf- und Oberkörpermuskulatur setzt. Bei der Entwicklung orientierte sich ein junges Forscherteam aus München an Vorbildern aus dem E-Gamesektor.

Das System basiert auf der Kombination aus freibeweglichen, dreidimensional gelagertem Therapiegerät mit Liegevorrichtung und einer auf den Patienten angepassten virtuellen Realitätssoftware. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Kurzum: Der Patient bekommt eine VR-Brille und einen Kopfhörer aufgesetzt und nimmt eine Liegeposition ein. Nun steuert er zum Beispiel sein Fluggerät ausschließlich durch die Verlagerung seines Körperschwerpunktes.

So kann er durch die Luft schweben, ins Wasser eintauchen oder frei durchs Weltall schweben, wobei entsprechende Muskeln dabei trainiert werden, denn eine automatische Unterstützung durch „Icaros“ gibt es nicht. Ein derzeit fünfköpfiges Team entwickelt weitere „Therapiespiele“. Der Komplettpreis soll bei rund 8.000 Euro liegen. Spannend ist allerdings die Frage, wie die Gamerszene auf diese „Maschine“ reagiert.

Trotz aller Technikaffinität und noch tieferer, vielschichtigere Einblicke in den menschlichen Körper, bleibt die altmodischste Fortbewegung auch im Focus, nämlich das Gehen. Was sich daraus alles ablesen lassen kann, zeigt ein kleines, unauffälliges Appbasiertes System. „Smartvia“ wird dabei wie eine Gürteltasche um die Hüfte geschnallt und zeichnet sämtliche Bewegungsdaten auf. Dem Therapeuten erleichtern diese Daten über die „Harmonie der Bewegung“ eine ganzheitliche Bewertung des Gesundheitszustands und erlauben gezielte therapeutische Ansätze.

Coffee to go und Car to go (?) – nun gibt es auch „Ultraschall to go“. Hinter dieser Verdenglischung versteckt sich eine kleine handliche Ultraschall-Lösung von Philips. „Lumify“ kann an jedes Smartphone oder Tablet angeschlossen werden, denn die gesamte Hardware des Systems befindet sich im Inneren der USB-Ultraschall-Sonde. Gerade in der Notfallambulanz ist das handliche Werkzeug für das Monitoring oder als Pre-Scan ein zusätzlicher Helfer, der als Weichenstellung für die weitere Behandlung genutzt werden kann. Das Sondenportfolio wurde kürzlich um eine kardiale Bildgebung erweitert.

Der Fall der nigerianischen U17-Fußballnationalmanschaft machte weltweit Furore. Da laut Medienberichten 26 Spieler aus dem Kader angeblich älter waren, wurde das Team in diesem Jahr von der WM ausgeschlossen. Dabei stützte sich der Weltfußballverband auf die Ergebnisse der Magnetresonanztomografie (MRT) der Handgelenke, wobei auch diese Methode umstritten sein soll. Zudem ist ein MRT nur stationär einsetzbar. Soviel zum aktuellen Stand. Mit „Primsa“ präsentiert das Fraunhoferinstitut IBMT nun ein Ultraschallsystem, das die Identifizierung von Minderjährigen erleichtern soll. Der Vorteil: Es ist mobil, nicht invasiv und kann ohne richterlichen Beschluss bei jedem Verdachtsfall angewandt werden.

Kein Ende in Sicht zeichnet sich bei „Wearables“ ab. Neuheiten überfluten den medizinischen Sektor wie ein Handschuh, der zur Diagnose bei Epilepsie eingesetzt werden kann, oder ein „intelligentes“ Pflaster, das den Heilungsprozess kontrolliert.

Die Medica und die Compamed beginnen heute und enden am Donnerstag. Täglich von 10 bis 18 Uhr.

(Manfred Fammler)


 


 

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