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Medica / Compamed

Leitmessen für die Medizin

Mit der Medica und der Compamed starten am Montag die beiden weltweiten Leitmessen für das Medizinwesen und die Medizintechnik in Düsseldorf.

Neben vollen Straßen im Düsseldorfer Norden hoffen die Veranstalter auf volle Hallen und volle Auftragsbücher der Aussteller. Im Vorfeld formulierten Interessensvertreter Ihre Forderungen gegenüber der neuen Bundesregierung.

Alle waren zum Auftakt gekommen. Vertreter der Krankenhäuser und die Industrie, um über ihre wirtschaftliche Situation zu reden, ihre Standpunkte zu verdeutlichen und mehr Geld und Aufmerksamkeit seitens der Politkk zu fordern. Angefangen mit den Krankenhäusern, die wie jedes Jahr zur Medica „in eine neue Zeit“ aufgebrochen sind, aufbrechen werden oder noch nicht angekommen sind.

Ganz gleich jedoch, wo die Häuser stehen, zu wenig Geld ist immer da. So formulierte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dass „die Personalkosten ausbalanciert“ und „Sonderprogramme für Investitionsförderung von einer Milliarde Euro für die digitale Aufrüstung“ gestartet werden.

Eine weitere Forderung ist ein stärkerer finanzieller Ausgleich für Notfallaufnahmen. „Ein Fall wird mit 30 Euro abgerechnet, real kostet dieser 100 Euro“, so Baum. Dass immer mehr Patienten aus strukturellen Gründen der Gesundheitsversorgung in die Ambulanzen gehen oder sogar vom Arzt geschickt werden, Schwierigkeiten bei der Krankenhaushygiene, mögliche Einsparungen durch Krankenhauskooperationen und der Druck auf Ärzte durch die fortschreitende Privatisierung und damit eingehergehende Kommerzialisierung waren dagegen kein Thema.

Auf dem besten Weg, die Pharmaindustrie mit 39 Milliarden Euro im Gesamtumsatz zu überflügeln, befindet sich derzeit die Medizintechnikindustrie. „Wir sind auf Wachstumskurs und rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von fünf Prozent“, sagte Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik im Verband der Hightech-Industrie, und verwies dabei auf die Zahl von 30 Milliarden Euro. Nicht ohne Stolz fügte Kuhlmann hinzu dass seine Sparte „der am stärksten wachsende Zweig der Deutschen Industrie“ sei. Allerdings scheint dies in der Politik noch nicht registriert worden zu sein, denn: „Wir sind ein klar zukunftsträchtiger Bereich. Diese Bedeutung sollte im Wirtschaftsministerium stärker wahrgenommen werden“, forderte Kuhlmann demnach.

Mit derzeit 135.000 Beschäftigten in rund 1.300 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten exportiert die Branche rund 40 Prozent in Länder der EU, 50 Prozent gehen überhaupt nach Europa. Die zweite Hälfte teilt sich zu je 20 Prozent zwischen den USA und Nordamerika sowie Asien auf. Wobei China natürlich in den Fokus rutscht. Kuhlmann: „China kopiert nicht mehr, sondern holt in Qualität und mit High-Tech-Produkten auf. Dieser Herausforderung müssen sich die deutschen Unternehmen stellen.“

Größere Betriebe sollten in China eine Herausforderung sehen. Kuhlmann: „Schwieriger wird es für kleine Unternehmen, die den Schritt nach China noch nicht gewagt haben.“ Wobei die weltweite Konkurrenzsituation mit der asiatischen Wirtschaftsmacht in ein neues Zeitalter eingetreten zu sein scheint. „China ist ein ernstzunehmender Wettbewerber auf dem Exportmarkt“, warnte Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektromedizinische Technik (ZVEI).

Für die Medica haben sich rund 5.000 Aussteller aus rund 70 Nationen angemeldet, auf der Compamed präsentieren fast 800 Aussteller ihre Produkte. Die Messen gehen vom 13. bis 16. November täglich von 10 bis 18 Uhr.

(Manfred Fammler)


 


 

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