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  • 02.07.2014, 11:58 Uhr
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Medikamente

Lebensgefahr durch falsche Einnahme von Medikamenten

Die Wechselwirkung von Medikamenten durch falsche Einnahme wird in Deutschland offensichtlich noch immer unterschätzt. Immer mehr Menschen sterben an falsch dosierten, falsch verordneten oder bedenkenlos verkauften Arzneimitteln. Sogar Mediziner übersehen das Risiko und klären nicht ausreichend über Risiken und Nebenwirkungen auf.

Falsch dosiert, falsch verordnet, falsch kombiniert

Schätzungen zufolge stirbt alle zwanzig bis dreißig Minuten ein Mensch an einem falsch dosierten oder falsch verordneten Medikament. Lange wurde in Deutschland ignoriert, dass die Arzneimittelsicherheit bei jeder Verordnung in den Blick genommen werden muss. Erst 2005 wurde Patientensicherheit in der politischen Agenda thematisiert. Daraufhin folgte ein mehrjähriger Plan des Bundesministeriums für Gesundheit, der ständig erneuert wird, bevor Planungen in Aktionen umgesetzt werden.

Bei mehr als 50.000 zur Verfügung stehenden Arzneimitteln zur Behandlung von Erkrankungen und Symptomen können auch die besten Mediziner kaum mehr den ‹berblick bewahren. Primär geht es allerdings nicht darum, das Produkt im Einzelnen zu erkennen und über Nebenwirkung, Dosierung und Inhaltsstoffen informiert zu sein. Problematischer ist die Kombination von mehreren Medikamente und die Wechselwirkungen, die sie zur Folge hat. Riskant sind vor allem die rezeptfrei erhältlichen Medikamente. Die wenigsten lesen sich die Beipackzettel durch, geschweige denn, dass sie das Beratungsgespräch beim Apotheker suchen, um negative Wechselwirkungen zu verhindern. Denn gerade die Selbstmedikation stellt ein Problem dar. Eine Untersuchung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände ergab, dass jede fünfte Selbsteinnahme von Medikamenten ein Risiko darstellt. Die Ursache dieses Problems liegt nicht zuletzt in der Politik. Das Gesetz erlaubt es, Medikament-Kombinationen zu verschreiben und durch frei erhältliche Arzneimitteln zu ergänzen, die zuvor nicht in einer klinischen Studie getestet wurden.

Mehr Studien - mehr Transparenz

Für eine sichere Arzneimitteltherapie ist Transparenz über die verordnete und selbstgekaufte Medizin eine der wichtigsten Voraussetzungen. Dem Gesundheitsministerium fehlt vor allem ein strukturierter Verordnungsprozess. Es müssen noch viel mehr Wechselwirkungen der Medikamente erforscht werden, doch von diesen gibt es mittlerweile schlichtweg zu viele. Das wissenschaftliche Institut der AOK gibt an, dass jeder Vierte AOK-Versicherte regelmäßig mehr als fünf Medikamente einnimmt. Die Gefahr unbekannter Wechselwirkungen ist also bei einer Vielzahl an Konsumenten gegeben. Ein weiteres vermeidbares Risiko ist die Verordnung der falschen Dosis, die individuell durch Alter und Gewicht ist.

Die meisten Patienten sind sich nicht darüber im Klaren, welche Folgen eine falsche Dosierung oder die Kombination mehrerer Medikamente auf die Gesundheit haben können. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich beim behandelnden Arzt oder Apotheker über die Wechselwirkungen zu informieren. Mittlerweile kann man sich auch kostenfrei telefonisch bei Online-Apotheken wie Medipolis beraten lassen.

(Redaktion)


 


 

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