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Messe-Chef Dornscheidt im Interview

„Zukunftstechnologien erhalten eine noch prominentere Positionierung“

Versorgung einer wachsenden Bevölkerung, ressourcenschonende Energiegewinnung, energieeffiziente Produktion – die Aufgaben, die es in Zukunft zu bewältigen gilt, bringen immer mehr innovative Produkte und Anwendungen hervor. Die steigende Nachfrage hat Zukunftstechnologien zu einem milliardenschweren Wachstumsmarkt avancieren lassen. Die Messe Düsseldorf will daher diesen mit neuen Formaten eine promintentere Positionierung verschaffen. Messechef Werner M. Dornscheidt erklärt im Interview, wie.

business-on.de: Herr Dornscheidt, was bewegt ausgerechnet die Messe Düsseldorf dazu, das Thema „Zukunfts-technologien“ zu belegen?

Werner M. Dornscheidt: Die Messe Düsseldorf ist der Veranstalter, der diese Branchen komplett bedient. Wir sind führend im Bereich der Investitionsgütermessen. Unsere Weltleitveranstatungen der Industrien für Kunststoff, Printmedien, Verpackung, Glas und Metall sowie der Medizintechnik führen jährlich hunderttausende Besucher aus aller Welt auf das Veranstaltungsgelände am Rhein. Auch international sind wir mit den genannten Themen am Puls der Zeit. Auf all diesen Veranstaltungen lässt sich ein deutlicher Trend ausmachen: Zukunftstechnologien nehmen einen immer größeren Raum ein. Wir wollen daher die Innovationsoffensive der Start-ups, der mittelständischen Unternehmen sowie der großen Konzerne unterstützen und den Zukunftstechnologien eine noch prominentere Positionierung auf den Messen verschaffen. Wir sind Innovationsbroker – über uns kommen Innovationen und ihre Abnehmer zusammen.

business-on.de: Ist das nicht nur eine Modeerscheinung, wenn von „innovativ“ und „zukunftsfähig“ die Rede ist?

Werner M. Dornscheidt: Keinesfalls. Zukunftstechnologien sind ein Wachstumsmarkt und werden weltweit eingefordert. Das Marktvolumen beträgt bereits heute mehr als 1500 Milliarden Euro. Bis 2020 wird mit einer Verdoppelung gerechnet. Die Industrie hat sich branchenübergreifend der Herausforderung angenommen, zukunftsfähige Produkte und Anwendungen zu entwickeln. Längstens werden Produkte und Prozesse unter neuen Gesichtspunkten betrachtet. Sie müssen sich als nachhaltig, umweltgerecht und effizient beweisen, um am Weltmarkt dauerhaft bestehen zu können. Unternehmen werden nicht länger ausschließlich an betriebswirtschaftlichen Zielen gemessen, sondern immer mehr an ihrem verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Rohstoffen. Davon sind alle industriellen Bereiche gleichermaßen betroffen – ob Automation, Produktion oder Forschung und Entwicklung.

business-on: Wie sieht Ihr Engagement diesbezüglich aus?

Werner M. Dornscheidt: Die Messe Düsseldorf hat den Themenkomplex „Zukunftstechnologien“ schon jetzt als festen Bestandteil in die Investitionsgütermessen integriert. Ob Sonderschauen oder Konferenzen – ökologisch orientierten Zukunftsprojekten verschaffen wir in Zusammenarbeit mit unseren Ausstellerbeiräten und Industrieverbänden, wie dem VDMA, das themengerechte Umfeld für Präsentation und Gespräche. Künftig soll dieser Bereich eine noch größere Bedeutung erhalten.

business-on: Nennen Sie konkrete Beispiele, wo sich diese Zukunftsthemen in Ihren Veranstaltungen schon wiederfinden.

Werner M. Dornscheidt: Ein Beispiel ist die Kunststoffmesse K. 2013 wird sie mit einer Sonderschau „Kunststoff bewegt“ zeigen, wie mobilisierend Polymermaterialien sein können. Bevölkerungswachstum, Energiebedarf, Ressourcenknappheit, Klimawandel – die Menschheit steht vor Herausforderungen bislang unbekannter Dimension. Synthetische Materialien oder Kunststoffe können einen wesentlichen Beitrag leisten, bestehende und zukünftige Anforderungen zu erfüllen. Oder nehmen wir die Verpackungsindustrie. Mit der Welternährungsorganisation FAO haben wir im vergangenen Jahr die Initiative SAVE FOOD als festen Bestandteil der Verpackungsmesse interpack gestartet. Inzwischen sind mehr als 60 Unternehmen international dafür aktiv. Ihre Technologien werden erfolgreich bei Projekten zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten eingesetzt.

business-on: Inwieweit spielen ökologische Inhalte eine Rolle?

Werner M. Dornscheidt: Das Thema Energieeffizienz wird beim Technologiemesse-Quartett GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST einen zentralen Stellenwert einnehmen. 2015 werden sich die Unternehmen dieser Industriebereiche wieder in Düsseldorf treffen. Auch innovative Produktionstechnologien für solare Produkte und Anwendungen sowie Veranstaltungen mit Konferenzcharakter wie „energy storage“ sollen künftig bei der Konzeption unserer Messen wichtiger werden. Hinzu kommen Thementage, beispielsweise „Energieeffizienz im Glasschmelzprozess“ oder „Energie- und ressourceneffiziente Technologien im Glasmaschinenbau“ im Rahmen der glasstec. 

business-on: Womit dürfen Ihre Aussteller künftig außerdem rechnen?

Werner M Dornscheidt: Da kommt noch einiges, denn wir sind erst ganz am Anfang. Wir wollen künftig das Kompetenzfeld „Renewable Energies“ besetzen, dafür neue Veranstaltungen entwickeln. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus und natürlich mit dem VDMA verschafft uns dabei die Stärke und Inhaltskompetenz, die man bei solch einem ambitionierten Projekt unbedingt benötigt.

(Redaktion)


 


 

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