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Metro Group

Handelsriese plant Aufspaltung

Fast 60 Milliarden Euro Jahresumsatz in 29 Ländern mit 2.000 Standorten und mehr als 220.000 Mitarbeitern – die Metro Group ist einer der bedeutendsten Handelskonzerne der Welt. Nun plant der Riese seine Aufspaltung in zwei voneinander unabhängige Unternehmen.

Die Metro AG bereitet die Bildung zweier unabhängiger und auf ihr jeweiliges Marktsegment spezialisierter Unternehmen durch die Aufteilung des Konzerns vor. Entstehen sollen ein Großhandels- und Lebensmittel-Spezialist und ein auf Unterhaltungselektronik und Dienstleistungen fokussiertes Unternehmen. Beide Unternehmen sollen als separate Aktiengesellschaften mit jeweils eigener Börsennotierung, eigenständigem Unternehmensprofil sowie eigenem Vorstand und Aufsichtsrat aufgestellt werden. Beide Gesellschaften und ihre Managements sollen die volle Kontrolle über die eigene Strategie bekommen. Damit will die Metro „den jeweiligen Kundenfokus noch mehr schärfen, das Wachstum der Geschäfte beschleunigen, Strukturen vereinfachen, Umsetzungsgeschwindigkeiten erhöhen und die operative Leistung insgesamt verbessern“. Beide Unternehmen sollen zudem eigenständig über Akquisitions- und Kooperationsmöglichkeiten entscheiden und so die jeweilige Expansionsstrategie selbst bestimmen können.

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Noch ist die Aufteilung nicht endgültig entschieden: Vorstand und Aufsichtsrat der Metro AG befinden sich noch in der Prüfung und Beratung. Sollten diese positiv ausfallen und die Aktionäre zustimmen, soll wird die Umsetzung bis Mitte 2017 stattfinden. "Wir haben unsere Kerngeschäfte im Verlauf der vergangenen Jahre erfolgreich neu aufgestellt und gleichzeitig unsere Konzernbilanz deutlich gestärkt", sagt Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG. "Sowohl das Großhandels- und Lebensmittel-Geschäft, als auch die Consumer Electronics-Sparte haben sich wirtschaftlich kontinuierlich verbessert, weisen einen stetigen Erfolgskurs aus und sind damit bestens für eine eigenständige Zukunft gerüstet. Unsere Aktionäre würden Anteile an zwei hervorragend positionierten Marktführern erhalten, die sich noch stärker auf ihre jeweiligen Geschäfte konzentrieren und dadurch noch größeren Wert für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner schaffen würden."

Unterstützung durch Großaktionäre

Im Zuge der Aufteilung der Metro AG entstünden zwei voneinander unabhängige Unternehmen: Ein Großhandels- und Lebensmittel-Spezialist (Metro Cash & Carry, Makro, Real) und ein Unternehmen für Unterhaltungselektronik-Produkte und -Dienstleistungen (Media Markt, Saturn). Zwischen den beiden Unternehmen existieren nur sehr wenige operative Überschneidungen und sehr wenige Synergien. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsräte ist vorgesehen, dass Olaf Koch das Großhandels- und Lebensmittel-Geschäft führen würde, während Pieter Haas, zur Zeit Mitglied des Vorstands der Metro AG und CEO von Media-Saturn, die Leitung der Consumer Electronics Gruppe übernähme. Auch über die Besetzung weiterer Vorstands- und Aufsichtsratsposten muss noch entschieden werden. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützen das Vorhaben. Jürgen Steinemann, Aufsichtsratsvorsitzender der Metro AG, sagte: "Ich glaube fest daran, dass eine Aufteilung des Konzerns in zwei unabhängige und fokussierte Unternehmen im besten Interesse aller Beteiligten wäre, weil wir damit beschleunigtes, profitables Wachstum ermöglichen. Nach eingehenden Diskussionen unterstütze ich die bisherigen Ergebnisse der Prüfung durch den Vorstand."

Aktien sollen im Anteilsverhältnis aufgeteilt werden

Es ist vorgesehen, dass Aktionäre der Metro AG Aktien an beiden Gesellschaften im Verhältnis zu ihren Anteilen erhalten würden. Sobald Vorstand und Aufsichtsrat eine Entscheidung getroffen haben, würden die Aktionäre zu einer Hauptversammlung geladen werden, um den Vorschlag der Bildung zweier Unternehmen zu diskutieren und darüber abzustimmen. Die bisherige Analyse der derzeitigen Unternehmensstrukturen, Governance, Wachstumschancen, rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen sowie finanziellen Aspekte hat nach Unternehmensangaben bestätigt, dass die vorgeschlagene Aufteilung aus Aktionärssicht vorteilhaft wäre.

(Redaktion)


 


 

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