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Prepaid-Karten fürs Internet

Interview mit Michael Müller, CEO paysafecard

Die d.paysafecard.com GmbH wurde im Jahr 2000 in Deutschland gegründet. paysafecard ist mittlerweile in zehn Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz, Niederlande, Belgien, UK, Slowakei, Griechenland, Spanien und Slowenien) mit über 105.000 Verkaufsstellen und 2.500 Akzeptanzstellen präsent. Sie bietet die erste bankenrechtlich genehmigte Prepaid-Karte Europas zum Bezahlen im Internet an. Mit Sitz in Wien, London, Bern und Düsseldorf hat sich paysafecard in den letzten Jahren zum führenden alternativen online Zahlungsmittel entwickelt.

Zur Person:
Am 23. Februar 1972 in Graz geboren, absolvierte Michael Müller das Studium der Betriebswirtschaft an der Karl Franzens-Universität in Graz. Er begann seine berufliche Laufbahn als Trainee bei der UBS International Corporate Banking in Zürich und Lausanne, und wechselte anschließend zur UBS Warburg Corporate Finance Division in Zürich. Zurück in Wien, zeichnete Michael Müller ab 1999 bei der VA TECH AG für den Bereich Mergers & Acquisitions verantwortlich. 2000 war er Mitbegründer der paysafecard.com Wertkarten AG und übernahm die Agenden des Finanzvorstands. Im November 2005 wird Michael Müller zum Vorstandsvorsitzenden berufen und ist auch mit den Bereichen IT und Marketing betraut.

Business-on.de: Die paysafecard.com Wertkarten AG wurde 2000 gegründet und bietet seitdem Prepaid-Karten fürs Internet an. Wie genau funktioniert das System von paysafecard und worin unterscheidet sich paysafecard von anderen Zahlungsmitteln?

Michael Müller: Das Besondere an paysafecard ist, dass der Kunde beim Bezahlen mit paysafecard in einem e-Shop keine persönlichen Daten angeben muss. Wir sind damit eines der wenigen Zahlungsmittel, bei dem der Nutzer weder ein persönliches Konto noch eine Kreditkarte benötigt. Jeder kann für 25, 50 oder 100 Euro eine paysafecard kaufen. Im Prinzip geht es also um einen Bargeldtausch. paysafecard ist wie Bargeld für das Internet. Wir sprechen mit unserem Zahlungsmittel diejenigen an, die entweder kein eigenes Konto, keine Kreditkarte besitzen oder damit nicht bezahlen wollen. Durch paysafecard bleibt beim Bezahlen die finanzielle Privatsphäre vollständig gewahrt.

Business-on.de: Welche Zielgruppe möchten Sie mit der paysafecard ansprechen?

Michael Müller: Wir sprechen vor allem jene Kunden an, die ein ungutes Gefühl dabei haben, wenn sie ihre Bankdaten im Internet preisgeben. Wir konzentrieren uns primär auf Konsumenten, die ungern oder gar nicht Zahlungstransaktionen im Internet durchführen.

Business-on.de: Wie ist die Resonanz von den Shopbetreibern auf die paysafecard?

Michael Müller: Die Resonanz ist ausgesprochen gut, weil die Shopbetreiber dadurch eine neue Klientel ansprechen. Inzwischen haben wir gut 2.500 Webshops als Vertragspartner, bei denen die Kunden mit paysafecard kaufen können.

Business-on.de: Wie hat sich seit Ihrer Gründung der Markt für solche alternativen Online-Zahlungsmittel entwickelt?

Michael Müller: Wir haben nach unser Gründung im Jahre 2000 relativ rasch Fuß gefasst, in dem wir die Operations aufgebaut haben. Was sich zunächst deutlich langsamer entwickelt hat, war die Umsatzentwicklung. Nach der Internetblase im Jahr 2000 wurde bis 2003 viel verbrannte Erde hinterlassen. paysafecard ist in Deutschland ab 2004 stark und kontinuierlich mit über 100 Prozent auf Jahresbasis gewachsen. Im letzten Jahr haben wir über 10 Millionen Transaktionen gemacht. Wir begeistern eben viele Firmen für unser Zahlungsmittel und neue Webshopbetreiber können sich natürlich auch über unser Kontaktformular auf unserer Website bei uns melden.

Business-on.de: Was planen Sie für die Zukunft?

Michael Müller: Kurzfristig steht der Ausbau des bestehenden Geschäfts auf der Agenda. Wir wollen den Vertrieb vorantreiben und die Shopangebote erweitern. Mittelfristig planen wir vor allem in weitere Länder zu expandieren. Damit bieten wir vielen Shopbetreibern per se ein attraktives Angebot. Für einen Webshop wie eBay oder Amazon ist natürlich besonders interessant, wenn wir paysfaecard in 15 oder 20 Ländern anbieten können. Wir wollen uns darüberhinaus der Entwicklung von neuen Produkten widmen.

Business-on.de: Seit Kurzem verfügt paysafecard über eine eigene E-Geld-Lizenz. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Michael Müller: Die Dienstleistung bleibt die gleiche. Wir machen uns als internationales Unternehmen jedoch unabhängiger von Bankinstituten. Die britische Bankenaufsicht FSA (Financial Services Authority) unterzieht als Lizenzgeber den Antragsteller einem gründlichen, mehrmonatigen Unternehmensaudit. Nur wer die umfangreichen System-, Sicherheits- und Eigenkapitalanforderungen erfüllt, erlangt die sogenannte eMoney Licence. Europaweit haben bislang nur knapp mehr als ein Dutzend Finanzdienstleistungsunternehmen eine solche Lizenz erhalten. Für uns bedeutet die E-Geld-Lizenz einen großen Sprung nach vorne, weil wir dadurch flexibler sind. Mit der eigenen E-Geld-Lizenz können wir europaweit in 27 EU-Ländern geschäftlich tätig sein und sind nicht mehr auf die lokalen Bankpartner angewiesen sind. Somit erweitern wir unsere Wertschöpfungskette und erhöhen unsere Autonomie und Produktinnovationskraft am Markt. Der Erhalt der eMoney Licence stellt paysafecard einen der wichtigsten Meilensteine der achtjährigen Unternehmensgeschichte dar.

Business-on.de: Wie und was kaufen Sie im Web?

Michael Müller: Meine letzte Transaktion, die ich online getätigt habe, war, mein Skype-Account mittels paysafecard aufzuladen. Man kann zwar mit Skype gratis von Computer zu Computer telefonieren, aber wenn man vom Handy oder Festnetz anrufen möchte, dann muss man dafür bezahlen. Mit paysafecard geht das ganz schnell und einfach.

(Elita Wiegand)


 


 

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