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  • 11.02.2015, 04:24 Uhr
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Nachfolgeproblem

Junior-Chefs verzeifelt gesucht

Rund 40 Prozent der Unternehmen am Niederrhein stehen vor einer ungewissen Zukunft, weil sie keinen Nachfolger finden.

Besorgnis erregende Zahlen präsentiert die interdisziplinäre Untersuchung "Erfolgsfaktor Nachfolge", die von drei Projektpartnern -  IHK Mittlerer Niederrhein, Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung (NIERS) der Hochschule Niederrhein, Unternehmensberatung ButzConsult GmbH - durchgeführt wurde.

Demnach haben rund 650 Unternehmen mit Umsätzen von meist über 1 Mio. Euro pro Unternehmen im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein ein akutes Nachfolgeproblem. Diese Unternehmen (fast 40 Prozent) sind daher gezwungen, externe Nachfolgevarianten oder sogar die Geschäftsaufgabe in Betracht zu ziehen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangen auch Untersuchungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für ganz Deutschland, wonach 39 % der Unternehmen keinen Nachfolger finden.

Stefan Butz, Nachfolgeberater und Wirtschaftssachverständiger mit Sitz in Krefeld und Düsseldorf erläutert: ”Die Situation ist – gerade auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten – höchst dramatisch. Werden Unternehmen aufgrund einer fehlenden Nachfolge geschlossen, können Neugründungen den Arbeitsplatzverlust nicht ausgleichen. Laut IHK gilt die Faustregel: 15 Existenzgründungen sind nötig, um eine versäumte Nachfolgeregelung zu kompensieren.” Butz weiter:” Erfolgreiche Unternehmensübergaben sind für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region von großer Bedeutung. Durch einen klug und einvernehmlich geregelten Übergang werden Arbeitsplätze gesichert und Wirtschaftskraft erhalten.”

Die einjährige Studie, die die Königsfrage ”Nachfolge” für die Region Mittlerer Niederrhein analysiert, schlägt aber nicht nur Alarm: Sie stellt regionale Besonderheiten und Trends dar, zeigt die Hindernisse und Probleme auf und präsentiert darüber hinaus konstruktive Lösungsansätze.

Die Firmeninhaber planen für das komplexe, sensible und bisweilen sehr unbequeme Thema der Unternehmensnachfolge tendenziell zu wenig Zeit ein. Die Übergabe in jüngere Hände sollte, trotz des hektischen Tagesgeschäftes, oberste Priorität haben und sehr gut vorbereitet werden. Eine grobe Praxis-Empfehlung lautet: " Mit 55 planen, mit 60 handeln, mit 65 abgeben."

Allerdings: Zahlreiche Firmeninhaber seien nicht in der Lage, das eigene Lebenswerk emotional loszulassen, konstatieren die Experten.

Für die Befragung wurde eine regionale Zielgruppe selektiert. Von Anfang März bis Ende April 2014 wurden insgesamt 2.133 mittelständische Unternehmen mit Handelsregistereintrag und Sitz im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein im Alter ab 55 Jahren sowohl schriftlich als auch online befragt. Hier gibt's den Download der Studie.

(Redaktion)


 


 

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